Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

We Live In Trenches: Modern Hex

Skandinavischer Rotz'n Roll
Wertung: 6.5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 37:48
Release: 29.10.2010
Label: Suicide Records

Eine große Tageszeitung Schwedens hat „Modern Hex“ als eines der besten Alben des letzten Jahrs bezeichnet. Die skurril betitelte Band We Live In Trenches wird es gefreut haben. Sie legen des Weiteren großen Wert darauf, nicht bloß als eine weitere Punk Band gesehen zu werden, die „ihre ersten Demos mit Hilfe von Pro-Tools aufgenommen und bei MySpace hochgeladen hat“. Sämtliche Bandmitglieder haben sich bereits ihre Sporen bei Bands wie Satanic Surfers oder Adhesive verdient. Erfahrung zahlt sich eben aus, denn einen wilden Stilmix wie We Live In Trenches hier auffahren, bekommen blutige Anfänger normalerweise gar nicht hin. Natürlich regiert erst einmal der Punk Rock, aber auch Einflüsse aus dem Stoner- und Alternative-Bereich sind für die Band selbstverständlich. Abgerundet wird das Ganze von einem gehörigen Schuss des bekannten skandinavischen Rotzrocks, der wohl vielen Bands in diesen Breitengraden im Blut liegt.

 

Sänger Ulf Stöckel tut sein Übriges dazu, damit wir es nicht mit einer weichgespülten Kombo zu tun bekommen. Er keift angenehm rau in sein Mikrofon und wird beizeiten ebenso räudig (das ist als Kompliment gemeint) von der ehemaligen Bassistin der Band, Anna, unterstützt. Die Rhythmusfraktion macht ihren Job soweit gut, setzt aber keine Akzente.

 

Das Problem an diesem Album liegt darin, dass die Musik immer so klingt, als würde sich die Band darauf vorbereiten, richtig loszulegen. Dazu kommt es aber leider nur selten. Die direkt nach vorne gehende Nummer „Deported“ ist leider eine der wenigen Ausnahmen von der Regel. We Live In Trenches wirken häufig so, als hätten sie noch die „Handbremse“ angezogen. Das kann funktionieren, man denke nur an die großartigen Social Distortion. „Modern Hex“ fehlt aber das gewisse Etwas, was Mike Ness und Co. eben auszeichnet.

 

Aber wenn wir schon bei Social Distortion sind: Eben diese Band ist sicherlich ein Einfluss gewesen, man höre nur den Opener „White Knuckles“. Wenn die Musiker nun noch ein Händchen für eingängige Melodien hätte, würde ihr Album sogar richtig Spaß machen. Jedoch zeichnen sich die Songs eher dadurch aus, dass man gewisse Parts eben das eine Mal zu oft wiederholt und so häufig die Grenze zwischen Eingängigkeit und Eintönigkeit überschreitet.

 

Das soll aber nicht heißen, dass die Band ihr Ziel, nicht nur eine von vielen Punkbands zu sein, nicht erreicht hat, denn wie bereits erwähnt: Blutige Anfänger könnten nicht so leicht mit verschiedenen Stilelementen jonglieren. Vielleicht hätte „Modern Hex“ noch ein wenig mehr Anlaufszeit vertragen können, was aber wiederum auch nicht sehr punkig wäre, nicht wahr? Es ist schwer, das Debüt von We Live In Trenches stilistisch wie qualitativ einzuordnen, jedoch bleibt beim letzten Punkt nur das biedere Mittelmaß zu nennen. Aber es gibt noch deutlich Luft nach oben, da man sich nicht vorstellen kann, dass die Band sich nicht weiterentwickelt. Das nächste Mal könnte uns ein angenehm rotziges Album erwarten.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna