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We Came As Romans: Understanding What We`ve Grown To Be

WCAR spielen mit dem zweiten Album bereits in der Oberliga
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 47:36
Release: 16.09.2011
Label: Nuclear Blast

We Came As Romans sind Hippies, wie sie im Buche stehen. Nicht im musikalischen Sinne natürlich, nicht mal im optischen Sinn – aber in ihren Herzen. Das letzte Album „To Plant A Seed“ drückte genau das schon im Titel aus – den Samen der Liebe wollten die Jungs in die Herzen der Musikfans weltweit pflanzen und selbiges scheinen sie geschafft zu haben, sonst wäre die versammelte Metalcore-Gemeinde nicht so närrisch gespannt auf das neueste Werk der Truppe. „Understanding What We’ve Grown To Be“ markiert nun also das zweite Werk des Michigan-Sechsers und der Albumtitel könnte auch hier kaum passender gewählt sein; schließlich heben sich We Came As Romans schon allein dadurch von der breiten Masse ab, dass sie zwar ein Keyboard einsetzen, das aber nicht wild und zügellos durch die Moshpassagen schwurbelt oder gar die Breakdowns versaut. Man muss verstehen (und damit kommt man auf den Titel zurück), dass die Band keineswegs „nur“ Metalcore auf Platte bannt, sondern für sich ein Genre gefunden hat, das ihnen hörbar in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Im Vergleich mit dem ersten Album fällt „Understanding…“ trotz des Einsatzes von Clean Vocals düsterer aus. Das mag an den noch besseren Shouts von Dave Stephens liegen, an den Keyboardflächen oder an den mahlenden Gitarren, aber man fühlt sich bei einer Kopfhörersession irgendwie wie in einen Schraubstock geklemmt. Den ersten Track „Mis/Understanding“ haben die Herren direkt nach einem beliebten Metalcore-Rezept zusammengebraut: Flirrende Gitarren leiten den Song ein, Dave legt einen gesanglichen Breakdown hin, die Gitarren geraten in bratende Sphären und im Refrain kommt der klare Gesang von Keyboarder Kyle Pavone zum Vorschein. Ein alter Hut, aber immer wieder geil, wenn die Band es drauf hat – so wie in diesem Fall.

„Cast The First Stone“ lebt dann vor allem von dem Zusammenspiel zwischen Daves grandiosen Shouts und der quengelnden Leadgitarre, die sich wie ein Schneidbrenner durchs Hirn fräst. Dagegen haut „War Inside“ gemäß dem Titel ordentlich rein, obwohl hier nicht so brutal zu Werke gegangen wird, wie man es erst erwarten könnte – stattdessen wird die Stimmung durch düstere Keyboardflächen heraufbeschworen, die im Kontrast zu den Shouts stehen und dem Track einen enormen Wiedererkennungswert bescheren.

Ein klitzekleines Manko gibt es bei „Understanding What We’ve Grown To Be“ allerdings: Meistens weiß man schon, was kommt. Überraschungen warten hier und dort, aber im Großen und Ganzen kennt man nach gerade mal einem Album den WCAR-Sound recht gut und weiß, worauf man sich einlässt. Was nicht heißt, dass das Sextett seinen Job schlecht machen würde, im Gegenteil: Die Jungs gehören zu den besten amerikanischen Metalcore-Vertretern und Fans wird die Platte sicherlich sehr freuen, aber wenn man auf etwas Experimentierfreudigkeit aus ist, ist man hier relativ falsch.

„I Can’t Make Your Decisions For You“ driftet mit verzerrten Clean Vocals ein wenig in die Trancecore-Schiene ab, auch die Keyboards spielen ein bisschen in diese Richtung, bevor Dave mit seinem gewaltigen Organ alles wieder umpflügt und seinen Kollegen in seine Schranken verweist. Live muss der Mann ein wahrer Berserker sein, auf Platte jedenfalls ist man regelmäßig geplättet. Zum guten Schluss haut die Combo mit dem Titeltrack noch mal eine Mischung zwischen Ohrwurm und Abrissbirne raus – Kyle schmeichelt sich in den Gehörgang, bevor Dave das ganze Ding nimmt und zu Boden schmettert. Schööön.

Fazit: We Came As Romans sind immer wieder eine Hörorgie wert, wenn man auf richtig guten Metalcore mit Keyboards steht. Experimente sind wie gesagt eher rar, aber das macht eigentlich gar nichts, weil die Jungs auch so ziemlich schnell überzeugen können. Ein derart starkes zweites Album hat dann auch ohne Wenn und Aber die acht Punkte verdient.

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