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We Butter The Bread With Butter: Goldkinder

„Ich bin alles was ich will“
Wertung: 7,5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 51:05
Release: 09.08.2013
Label: Heartwork Music

Goldkinder – ein schwieriger Name für ein Metalalbum. Die Brandenburger We Butter The Bread With Butter kommen trotzdem mit dem so betitelten dritten Album zurück in die Plattenläden. Wer die ersten beiden Scheiben der Truppe kennt, der weiß, dass man sich bei den Platten der jungen Truppe auf einiges einstellen muss. Genregrenzen reißen die vier Musiker mit Vorliebe ein und einen sehr zynischen Humor kann man der Band durchaus auch unterstellen.

Die ersten beiden Scheiben leben hauptsächlich von diesem Zynismus und der Musik, die schon seit es die Band gibt immer sofort als Werk der Band identifiziert werden kann.

An der Musik ändert sich auch bei Album drei nicht viel. We Butter The Bread With Butter spielen eigenständigen, unverkennbaren Deathcore mit extrem viel elektronischen Elementen. Die Synthies sind allgegenwärtig und dominieren nicht selten das Klangbild der Songs. Nur die Stimme, die abwechselnd als hohles Schreien, tiefe Growls oder clean wahrzunehmen ist, liegt noch dominanter über den Songs. Das Organ von Paul Bartzsch trägt enorm viel zu den Stimmungen der Lieder bei. Vor allem Verzweiflung, Angst und Kälte kann der Fronter perfekt aus sich herausschreien. Vor allem bei „Ohne Herz“ wird das deutlich.

In der zweiten Hälfte wird das Album anstrengend. Zwar verlieren die Songs weder an Qualität noch an technischen Spielereien, aber trotzdem kommt eine gewisse Monotonie auf. Vielleicht ist die Scheibe einfach zu lang. Gute 30 Minuten würden für ein Projekt wie We Butter The Bread With Butter eigentlich auch reichen. „Goldkinder“ hat nach sechs bis sieben Songs seine Munition verschossen und Lieder wie „Das Uhrwerk“ wirken da eher belastend. Der Titel ist zwar ungeheuer abwechslungsreich, kann aber dennoch oder gerade deswegen nicht wirklich dafür sorgen, dass die Herzfrequenz steigt.

Anders sieht die Sache wieder mit „Krieg aus Gold“ aus. Die völlig überzogen poppige Komposition mit dem total bescheuerten Text frisst sich sofort ins Ohr und bleibt dort haften.

Der Sound ist extrem fett. Vor allem „Alles was ich will“ und „Psycho“ sind wahre Brecher geworden. Hinter dem Mischpult stand Stefan Glaumann, der unter anderen schon für Rammstein die Knöpfe drehte.

Einen gewissen Rammstein-Einschlag kann man auch leicht herausfiltern. Vor allem der Schlagzeugsound klingt schwer nach Till Lindemanns Band.

„Goldkinder“ ist ein durchwachsenes Werk mit positiver Tendenz. Im Vergleich zu den Vorgängerscheiben sind We Butter The Bread With Butter erwachsener geworden und die Texte sind deutlich tiefgründiger. Musikalisch hat sich die Band auch weiterentwickelt, ihrem Stil sind die Musiker aber voll treu geblieben.

Fans der Formation sollten hier auf jeden Fall zugreifen und interessierte sowie experimentierfreudige Metaller sollten auch mal ein Ohr riskieren. Dieser Versuch könnte neue Horizonte öffnen.

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