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We Are Wolf: Aeons

Unglaubliche Vocals, ansonsten leider etwas eintönig
Wertung: 7/10
Genre: Brutal Deathcore
Spielzeit: 37:07
Release: 30.07.2010
Label: Noizgate Records

Bereits seit 2000 sind die Wölfe aktive Mitglieder der deutschen Metalszene, damals wurde noch unter dem hübschen Namen Eat Unda Table Metalcore gespielt, bevor – nach einer EP und einer Split-EP – der Name in We Are Wolf umgemodelt wurde. Krasserer Name, krassere Musik, das dürften sich die Jungs gedacht haben; fortan wurde Death Metal/Deathcore gezockt, brutal, laut, schnell, alles andere war nicht gut genug.

Was unterscheidet nun We Are Wolf von anderen deutschen Deathcore-Bands wie beispielsweise Placenta? Das Quintett hat zwei Gitarristen, um den richtigen druckvollen Sound aufzubauen, des Weiteren einen Drummer, einen Bassisten, einen Sänger. Nicht weiter ungewöhnlich, könnte man meinen, aber schalten wir noch mal einen Schritt zurück – richtig, zum Sänger. René als „Sänger“ zu bezeichnen, tut ihm mehr als Unrecht: Der Mann ist ein absolutes Monster am Mikro, das nicht nur die typischen Growls beherrscht, sondern mit einer, sagen wir mal, „zweiten“ Stimme völlig hysterisch keift. Erinnerungen werden wach an Alesanas Shouter Dennis „Diablo“, der ebenfalls sowohl die tiefen als auch die hohen Extreme perfekt beherrscht; dennoch zieht Renés Gebrüll irgendwie in eine völlig andere Richtung, alle Songs wirken unruhig, verzweifelt, in die Enge getrieben – eine Tatsache, die das Hören des neuen und ersten Full-Length-Albums „Aeons“ zu einer wahren nervlichen Achterbahn macht.

Bevor wir uns wieder dem Mann am Mikro zuwenden, sollten wir näher auf die Instrumentals eingehen, um uns einigermaßen zu beruhigen: Nico, Frank, Lorenz und Leo verstehen ihr Handwerk natürlich, die Gitarren krachen ordentlich, die Drums scheppern nicht ein bisschen, sondern treiben wunderbar voran und auch der Bass ist genau an den richtigen Stellen zurhand. Gitarrist Leo hilft zeitweise mit klarem Gesang aus, der aber meist etwas leiser untergemischt wurde und so ein düster-mysteriöses Flair versprüht. Wirklichen Wiedererkennungswert verpassen dem Sound allerdings erst die Hauptvocals – mit einer Stimme, die meines Wissens relativ einzigartig sein dürfte, treibt René die Songs noch ein wenig schneller voran, projiziert Wut und Aggressionen auf den Hörer und bewirkt, dass man sich beim bloßen Anhören dabei ertappt, unruhig auf der Sitzfläche herumzurutschen.

„My Eternal Promise“ heißt der Einstand und der macht natürlich keine Gefangenen: Nach einem düsteren Intro legt René richtig los, die Kombination der beiden verschiedenen extremen Gesangsstile, teilweise auch noch übereinander gelegt, bläst den Hörer völlig weg, fast wie ein Rettungsanker kommt einem da der klare Gesang vor. Hammer! Auch die Dynamik der folgenden Songs, beispielsweise bei „Primordial“, ist überirdisch, die flirrenden Gitarren verstärken die Death-Metal-Atmosphäre und auch Drummer Frank leistet hervorragende Arbeit. Problematisch ist dagegen, dass kaum eines der Stücke sich wirklich festsetzen kann – zwar wird hier durchaus überdurchschnittlich gehandwerkt, mehr aber meist auch nicht.

Ein erneutes Aufhorchen verursacht das Instrumental „Origin“, ein melancholisch schönes Gitarrenstück mit sporadischem Drum-Einsatz, das aber nur die Ouvertüre für das brutale „The Conspiracy“ darstellt, das aber mit einem überraschend einprägsamen, dynamischen Refrain punkten kann. Zum Schluss reiht sich der Titeltrack noch einmal in die technisch hochqualitativen, aber ein wenig verfrickelten und daher nicht unbedingt einprägsamen Tracks ein. Das ist aber auch das einzige Manko, das man We Are Wolf ankreiden könnte – abgesehen von den insgesamt zu einförmig gehaltenen Songs kann man nämlich sofort erkennen, dass in dieser Band ein riesiges Potenzial steckt.

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