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We Are Legend: We Are Legend

Hörenswertes Lebenszeichen
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 20:46
Release: 30.01.2012
Label: Eigenproduktion

We Are Legend ist ein ziemlich großspurig daherkommender Name, dahinter verbirgt sich allerdings eine Newcomer-Band aus dem schönen Städtchen Balingen im Harz. Wobei Newcomer in diesem Falle doch nicht ganz angemessen scheint, denn die vier Musiker befinden sich bereits im gesetzteren Alter und sind allesamt nicht mehr wirklich grün hinter den Ohren. Alle Mitglieder waren vor We Are Legend bereits in verschiedenen Combos aktiv, fanden sich jedoch 2010 zusammen, um dieses neue Projekt an den Start zu bringen.
Nach nur zwei Jahren legt das Quartett nun mit der selbst betitelten Debüt-EP „We Are Legend“ ein erstes Lebenszeichen vor.

Musikalisch ist die Ausrichtung von We Are Legend relativ einfach zu beschreiben: Power Metal, Power Metal und dazu noch eine ordentliche Portion klassischer Power Metal.
Dabei decken sie bereits auf der vier Songs umfassenden EP ein sehr weites Spektrum dieses Genres ab. Mal klingt das Quartett dabei mehr nach Iced Earth, an anderen Stellen kommt der Einfluss ihrer deutschen Kollegen von Rage oder Brainstorm durch.
Was die Umsetzung im Einzelnen angeht, so kann man bei der knappen Spielzeit der EP durchaus die Songs in die Einzelkritik nehmen.

Eröffnet wird das muntere Treiben mit dem Opener „Enemy Within“, einem Song der direkt gut nach vorne geht. Klassische Power-Metal-Riffs treffen hier auf ein solides Drumming, alles in allem ist das in der Kombination noch nichts wirklich Weltbewegendes. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Einsetzen des Gesangs von Selin Schönbeck. Nicht nur dass der Mann eine großartige Stimme mitbringt, er schafft es auch, die Lyrics mit tollen Melodien und einer großen Portion Ausdruck zu veredeln. Die herausragende Gesangleistung gipfelt schließlich in einem großen Refrain, der es endgültig schafft, den doch etwas langweilig beginnenden Song in einen wirklich starken Track zu verwandeln.

Der zweite Song „This Holy Dark“ beginnt deutlich ruhiger, mit einem getragenen Piano-Intro, bevor er angeführt von einem starken Gitarrenriff langsam Fahrt aufnimmt. Auch hier liefert Herr Schönbeck wieder wirklich starke Vocals ab, diesmal sind die Melodien allerdings etwas experimenteller und weniger geradlinig. Dadurch wirkt das Stück zwar nicht direkt beim ersten Hören, wächst aber mit jedem Hördurchlauf. Gekrönt wird das Ganze noch von einem starken Piano-Breakdown in der Mitte des Tracks, der mit seinen teilweise choralartigen Gesängen einige Parallelen zu Queen's „Bohemian Rhapsody“ aufweist.

An dritter Stelle folgt die schon fast in diesem Genre unvermeidbare Power-Ballade „God Is Dreaming“. Ein beliebtes Schmankerl auf nahezu jeder Power-Metal-Veröffentlichung, allerdings driften We Are Legend hier nicht in kitschige Gefilde ab, sondern zaubern einen wirklich starken Song aus dem Hut. Mit den getragenen akustischen Gitarren, den sehr melodisch agierenden Stromgitarren und dem erneut über jeden Zweifel erhabenen Gesang entwickelt sich der Refrain des Songs sofort zum Ohrwurm. Hier haben die vier Balinger einen echten Hit komponiert.

Das abschließende „In Pale Moonlight“ fällt allerdings etwas gegen die vorangegangenen Songs ab. Hier zünden die Melodien einfach nicht wirklich und auch der Refrain geht leider ein wenig unter. Trotzdem ist der Song nicht schlecht, schafft es nur einfach nicht, das vorher extrem hohe Niveau zu halten.

Insgesamt allerdings ist „We Are Legend“ ein wirklich gutes erstes Lebenszeichen geworden.
Kritikpunkte gibt es wenige zu verzeichnen, nur die manchmal zu vorhersehbaren Gitarrenriffs und der an manchen Stellen etwas dünne Sound schlagen hier zu Buche. Dem gegenüber steht aber das wirklich starke Songwriting und die absolut herausragende Stimme von Sänger Selin Schönbeck. Anhänger des Power Metals sollten definitiv in den Silberling reinhören, erstehen kann man das gute Stück direkt bei der Band. Und ansonsten bleibt nur abzuwarten, ob We Are Legend die Qualitäten dieser EP auch auf einer ganzen Album-Länge ausspielen können.

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