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We Are Fiction: Earth Medicine

Bereits die dritte Single aus dem geplanten Debüt-Album
keine Wertung
Genre: Metalcore, Screamo, Emocore
Spielzeit: 04:46
Release: 25.06.2012
Label: Eigenproduktion

We Are Fiction aus Großbritannien haben das durchgemacht, womit viele andere Bands auch zu kämpfen haben: Die junge Band war kurzzeitig auf Relapse Records vertreten, was aber scheinbar für beide Seiten nicht so recht funktionierte; die selbst betitelte EP mit zwei Songs wurde 2009 veröffentlicht und schlug in der Heimat scheinbar gut ein, schaffte es aber meines Wissens nicht über den großen Teich und zu allem Überfluss konnte sich die Truppe nach dem Ausstieg von Adam Lewis 2010 auch noch um einen neuen Sänger und GItarristen kümmern. Der Platz ist mittlerweile mit Marc Kucharski wieder gut besetzt, mit einem Label hat es aber bislang immer noch nicht geklappt.

Das soll sich nun natürlich ändern: Der Fünfer arbeitet zurzeit auf ein erstes Full-Length-Album hin, das noch in diesem Jahr fertig werden soll, und veröffentlicht zu diesem Zweck in halbwegs regelmäßigen Abständen Singles. Bislang stehen die beiden Songs "Sail On" und "My Dreams Are Haunted" bereits zu Buche, Erster eher ein recht typischer Emocore-Lovesong mit allerdings ansprechend geschrienem Refrain, Zweiter einen Tick belangloser - zu oft hat man die Kombination schon gehört und auch die Produktion klingt hier schlechter, weil dumpfer als bei "Sail On".

Mit "Earth Medicine" steht nun also bereits die dritte Singleauskopplung aus einem bisher noch nicht erschienenen Album auf der Habenseite der Engländer. Singleauskopplungen sind immer schön und gut, aber ob die kleinen Appetizer dann auch direkt zum Rezensieren verschickt werden müssen, darüber kann man sich streiten. In jedem Fall ist es beschissen schwierig, eine einigermaßen lange und sinnvolle Rezension über ganze vier Minuten und 46 Sekunden Musik zu schreiben.

Zwar beschreiben sich We Are Fiction gerne mal als Post-Hardcore. so ganz passt das aber nicht - für dieses Prädikat sind die Arrangements bei Weitem nicht effektvoll genug. Aus diesem Grund kann man die Truppe generell wahrscheinlich eher als eine Melange aus Metalcore, Screamo und Emocore bezeichnen, wenn man sich unbedingt in Genres verbeißen möchte.

Zu Beginn von "Earth Medicine" möchte man eigentlich schon ganz gerne die Skiptaste drücken, bis einem siedend heiß einfällt, dass es hier ja gar nichts zum Skippen gibt. Mist. Mit drei Sängern (!) ausgestattet, gibt die Band dennoch nicht den besten Einstieg - keine Ahnung, ob hier Leadsänger Phil Barker, Gitarrist und Sänger Andi Scott Shaw oder Marc Kucharski ihre Finger im Spiel haben, Tatsache ist, dass das Gejammer am Anfang nicht unbedingt die pure Begeisterung auslöst. Fakt ist aber auch, dass die Instrumentalfraktion sich ganz gut gegen den Katzenjammer zu wehren weiß und nach gut der Hälfte des Songs fängt dann auch einer der Herren an, sich aggressiverem Gesang zu widmen, der mit ordentlich Spucke und Aggressionen vorgetragen wird. Je kämpferischer die Stimmung wird, desto besser stehen We Are Fiction da - und obwohl der Refrain wieder mit klarem Gesang daherkommt, zeichnet sich hier fast so etwas wie eine Hymnenhaftigkeit ab.

Alles in allem heben sich We Are Fiction zumindest bisher nicht so wahnsinnig von der Masse an Corebands ab, die derzeit von England zu uns herüberschwappt. "Earth Medicine" hat in den aggressiveren Parts und besonders gegen Ende einige sehr gute Passagen, der Songanfang überzeugt hingegen so gar nicht. Man kann die Truppe aber dennoch mal für ihr angekündigtes Albumrelease im Auge behalten.

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