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Wayste: No Innocence

Mehr als stumpfer Hardcore
Wertung: 8,5/10
Genre: Hardcore, Punk
Spielzeit: 13:00
Release: 23.09.2016
Label: Midsummer Records

Die Leipziger Wayste haben sich nicht nur für eine etwas eigenwillige Schreibweise ihres Bandnamens entschieden, sondern auch gegen die Stumpfheit des klassischen Hardcore – stattdessen reichert das Trio seinen Sound mit düster-schmutzigen Elementen an, die zum Teil ein bisschen in Richtung Punk, teils ein bisschen in die Crust-Schiene tendieren und auf der Debüt-EP „No Innocence“, die im September via Vinyl bei Midsummer Records erschienen ist, einen kurzen, aber starken Mix ergeben.

Dabei ist man sich nach dem ersten Durchlauf gar nicht mal so sicher, wie man die Platte bewerten soll. Optisch schon mal cool gemacht, mit gemustertem durchsichtig-weißem Vinyl, und klassisch schwarz-weiß-grauem Cover, vermittelt das Artwork den nötigen Ernst, denn Wayste sind beim besten Willen keine Spaßband.

Das beweist dann auch der erste, superlärmige Track „Dawn“, der auf seinen knapp anderthalb Minuten so ziemlich alles zerlegt, nicht nur mit schreddernden Gitarren, sondern auch mit brachialem Geschrei überzeugt und aufgrund seiner kurzen Spielzeit dann doch mehrmals hintereinander angehört werden muss. Mit „Past Belongings“ haben die Leipziger einen Doppeltrack auf Platte verewigt – „Pt. I“ mit Ausflügen in punkigere, dreckige Gefilde, „Pt. II“ hingegen kommt wesentlich atmosphärischer und melodischer daher und lehnt sich eher an ursprüngliche Post-Hardcore-Sounds an – inklusive einem erfreulich dominanten Bass, der auch ein kleines Riff beisteuern darf.

Das finale „Dusk“ bietet dann nicht nur titeltechnisch einen intelligenten Abschluss und Kontrapunkt zum räudigen Opener „Dawn“, sondern weiß auch mit cleveren Arrangements zu überzeugen – vorneweg die Gitarre, die sich unheilvoll durch die Membran gräbt, leise, fast weggesperrt im Hintergrund der Tool-mäßige Gesang, insgesamt ein fast schon doomig-experimenteller Track, der mit seinen dumpfen Tönen mal an Kyuss, mal an Lazer/Wulf erinnert und das absolute Highlight der Platte darstellt.

Bei der obigen Beschreibung müsste dem Leser aufgegangen sein, dass Wayste sich keinesfalls an die gängigen Hardcore-Strukturen zu halten gedenken, sondern stur alles mischen, was ihnen in den Kram passt – Doom, Crust, Punk, Atmospheric Metal, hier und da fast schon schwarzmetallische und Post-Hardcore-Töne; alles kommt in den Topf und wird ordentlich verrührt. Dass das funktioniert, wird in den 13 Minuten auf „No Innocence“ eindrucksvoll bewiesen.

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