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Way To End: Various Shades Of Black

Kein Vergleich zum Vorgänger
Wertung: 6/10
Genre: Ambient Black Metal
Spielzeit: 50:41
Release: 30.03.2013
Label: Ladlo Productions

Im Herbst 2009 rumpelten Way To End aus der Normandie mit ihrem Ambient Chaos Black Metal in die Redaktion, hinterließen ihr Debüt „Desecrated Internal Journey" und wurden mit 9,5 Punkten nur knapp unter der Bestnote beschenkt. Schon vorher hatten die vier Franzosen einige Demos aufgenommen, diese aber nie veröffentlicht und irgendwo im Schuppen vergraben, mit dem Argument, sie seien nicht „interessant“ genug. Mit ihrem Debüt fegte dann ein wahrer Schizophreniesturm durch die heimischen Gefilde – die Ankündigung eines neuen Albums machte da naturgemäß etwas nervös.

„Various Shades Of Black“ heißt das gute Stück und soll dem Titel gemäß aufzeigen, dass Black Metal nicht gleich Black Metal sein muss. Im Groben hat sich erst mal nicht viel geändert, abgesehen vom Line-Up: Der gute Hzxllprkwx hat den Bass an Vaerohn weitergegeben, der glücklicherweise zu einer weniger zermürbenden Schreibweise neigt als sein Vorgänger. Es ist zu bezweifeln, dass es am Austausch des Tieftöners liegt, aber im ersten Durchlauf kann die neue Langrille längst nicht so überzeugen wie das Debüt. Aber, wir erinnern uns zurück, auch damals waren einige Durchläufe sowie mehrere tagelange Pausen vom Hörgenuss nötig, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen.

Wir überspringen mal das stundenlange Rauf- und Runterhören der elf Tracks und kommen gleich zu dem Punkt, wo wir versuchen, uns ein Urteil über das Gehörte zu bilden. Man muss den Franzosen ja anrechnen, dass sie mit „Sous les Rangs“ einen sehr ruhigen und sphärischen Einstieg wagen, um das gemeine Publikum nicht zu verschrecken. Wenn man die Band aber auch nur peripher kennt, weiß man, dass diese Liebenswürdigkeit nicht lange anhalten wird. Schon das angeschlossene „L’Apprenti“ brettert mit 180 durch den Ort, versprengt hier und da ein paar flirrende Gitarren und mäht ansonsten vocaltechnisch alles nieder. Brutal, keine Frage, aber auch ein bisschen zu kurzweilig für diese Band.

Dann beginnt erst mal das Zeitalter der Monotonie. Songs wie „Vain“ oder „La Figure Dansante de l’Incompréhension“ plätschern zwar laut, aber doch ungehört an einem vorbei und hinterlassen nur mehr ein dumpfes Pochen in Stirn und Hinterkopf. „A Mon Ombre“ fällt durch seine Pagan-lastige Grundmelodie schon wieder etwas mehr auf. Außerdem wird hier mal nicht auf Teufel komm raus das Chaos kultiviert. An sich handelt es sich hier um schön entspannten Black Metal – bisher das stärkste Lied der Platte.

Mit „Ixtab“ haben die Franzosen ein sehr verstörendes Zwischenstück eingelagert, das von dem leicht trunken wirkenden „La Ronde de Muses Fanée“ abgelöst wird, bei dem auch halbwegs klarer Gesang zum Einsatz kommt, der gar nicht mal schlecht klingt. Irgendwas muss es ja für sich haben, wenn alle vier Bandmitglieder die Mikros an sich reißen dürfen.

Final hauen die Herren mit dem Titeltrack einen Achteinhalbminüter raus, der sich zu Beginn verdächtig ruhig ausnimmt. Dass die Jungs beim Klargesang nicht alle so gut wegkommen wie bei „La Ronde de Muses Fanée“ zeigt sich aber spätestens in den recht schiefen Passagen im ersten Drittel. An sich fasst der Track aber nochmal ganz charmant die Grundzüge der Band zusammen.

An den Erstling kommt die neue Scheibe beim besten Willen nicht heran. Keine Ahnung, ob die Jungs ihr Pulver schon verschossen haben (was bei so einem geilen Debüt kein Wunder wäre) oder was sonst der Grund sein könnte – „Various Shades Of Black“ muss sich mit zwei Anspieltipps und sechs Punkten begnügen.

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