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Watch Out Stampede: Reacher

Abrissbirne
Wertung: 8/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 31:25
Release: 13.06.2014
Label: Noizgate Records

Könnte es eventuell sein, dass alle Post-Hardcore Bands dieser Welt maximal sieben verschiedene Gesangslinien haben und diese einfach ständig durchwechseln?

Beim Hören von „Reacher“, dem Debütalbum der Bremer Band Watch Out Stampede, könnte es einem zumindest so vorkommen. Irgendwo hat man die meisten der Melodien einfach schon mal gehört. Nicht, dass die Refrains schlecht wären, sie sind nur irgendwie nichts Neues und führen relativ schnell zur Übersättigung.

Nichts Neues bieten auch die Texte. Das nicht ganz so innovative Thema lautet Beziehung. Sowohl zwischen Mann und Frau als auch zwischen Freunden. Das bietet natürlich viel Stoff für Texte, mit denen sich letztendlich fast jeder irgendwie identifizieren kann, innovativer macht das die Sache aber nicht.

Dass es ein bisschen an neuen Ideen mangelt, muss allerdings nicht unbedingt schlecht sein. Denn neu ist nicht immer besser und das, was die fünf Bremer auf „Reacher“ machen, machen sie dafür auch wirklich gut. Melodiöse Vocals wechseln sich mit aggressiven Shouts ab und mehr als alles andere überzeugen Watch Out Stampede mit perfekt platzierten Breaks, die in Verbindung mit simplen und dadurch druckvollen Riffs, die Höhepunkte der einzelnen Songs bilden. So lohnt es sich, auch bei nicht ganz so starken Songs, jedes Mal, auf diese kurze Stille, gefolgt von brutal energiegeladenen Riffs und Shouts zu warten. Diese Momente sind die Perlen auf einem auch sonst schon starken Album und glücklicherweise gibt es jede Menge dieser Perlen.

Auch nett ist, wie die fünf  Musiker manche ihrer Songs mit kurzen Instrumentalstücken einleiten. Das kann wie das Intro etwas Elektronisches, oder wie im Falle von „Settler“, eine simple Klaviermelodie sein.

Wenn man die beiden Instrumentalstücke „Settler“ und „The Crucible“ abzieht, bleiben allerdings nur noch acht wirkliche Songs übrig. Da keiner davon Überlänge hat, fällt die Gesamtspielzeit der Combo mit knapp über 31 Minuten nicht gerade üppig aus. Immerhin passt die Qualität der Songs. „Reacher“ ist zwar kurz, besitzt dafür aber auch keine Schwachpunkte, denen deutlich anzuhören ist, dass hier nur Minuten gesammelt werden sollen.

Das Bestimmen von Highlights fällt Dank dem hohen Niveau der Songs ziemlich schwer. Der Abschlusssong „Emily“, von dem die Band auch schon ein Video veröffentlich hat, sticht vielleicht besonders heraus. Im Grunde genommen stehen die anderen Songs dem allerdings in nichts nach. Die Songs sind allesamt abwechslungsreich komponiert, mal mit melodischem, cleanem Gesang und mal mit aggressiven, ein bisschen an Asking Alexandria erinnernden Shouts. Unterm Strich ergeben sich dadurch acht ziemlich gleichwertige und abwechslungsreiche Songs, die sich zwar nicht durch Originalität von den Werken ihrer Genrekollegen abheben, aber mit gebündelter Energie überzeugen.

Fazit: Die Jungs wissen, was sie können, spielen ihre Stärken gekonnt aus und machen aus ihrem Erstling ein druckvolles Album, das gerade live viele neue Fans anlocken sollte.  „Reacher“ erfindet das Rad nicht neu, bedient dafür alle erdenklichen Klischees und überzeugt mit extrem viel purer, auf CD gepresster Energie. Für alle, die keine Innovationen brauchen, sondern sich einfach nach einem weiteren energiegeladenen, zum Eskalieren animierenden Album sehnen, gibt es daher eine ganz klare Kaufempfehlung. Die Jungs haben definitiv Potenzial und legen der eingangs genannten Kritikpunkte zum Trotz ein starkes Debütalbum hin, das sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen kann! Trotzdem bleibt nach diesem soliden Einstieg zu hoffen, dass die Bremer auf den kommenden Alben etwas mehr riskieren und sich zumindest etwas von den zwar erfolgsversprechenden, aber alles andere als originellen Ansätzen auf „Reacher“ distanzieren.

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