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Wasteland: Do Or Die

Bei den Amis beliebt
Wertung: 4.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 47:42
Release: 01.12.2007
Label: Bad Land Records

Wasteland sind nun wirklich kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die schon 1991 gegründete Band hat sich in der Bikerszene schon einen Namen erspielt und kann von sich behaupten, die erste europäische Band gewesen zu sein, welche beim größten Harley Davidson Treffen der Welt in Sturgis, South Dakota (USA) gespielt haben. Dies sind ja schon mal einige Lorbeeren, die es nun mit ihrem dritten Longplayer zu verteidigen gilt.

„All Hell Break Loose“ ist ein relaxter Rocker mit AC/DC Flair. Leider aber nur mit ein wenig Flair der Urgesteine. Man rockt und groovt recht nett daher, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass das Altersheim heute Tag der offenen Tür hat. Da fehlt leider jeder Biss. Ich denke, Bands wie AC/DC würden einen solchen Song noch mit 72-stündiger Schlafpause noch deutlich energiereicher rüberbringen. Wenn es hier textlich vielleicht um einen alten Mann ginge, würde man das ja noch verstehen, aber seien wir mal ehrlich, bei dem Titel „All Hell Break Loose“ erwartet man was anderes.

„Hellbound“ geht da etwas zügiger von statten, allerdings macht Sänger Carsten auch hier einen eher müden Eindruck, der nicht wirklich für den sprichwörtlichen Tritt in den Popo ausreicht. Zumindest die Gitarren von Frank und Jonny sorgen für positive Stimmung.

Wenn eine Samstag Nacht das zweite Wochenende hintereinander so enthusiastisch verläuft wie der Song „Saturday Night“, dann befürchte ich, dass mich meine Ehefrau ins Altersheim abschiebt. Okay, der Song hat irgendwo etwas Treibendes versteckt, das Ganze dann aber derart unhungrig verpackt, dass auch hier die Langeweile regiert. Sorry, Carsten, aber bei zünftigem Bikerrock sollte man als Sänger eher explodieren vor Tatendrang als so eine müde Vorstellung abzugeben.

„Call Of The Wild“ gerät da dann schöner Weise etwas besser. Aber nicht, weil mal richtig drauflosgerockt wird, sondern weil eine schöne Gitarren und Gesangsmelodie da ist, die anders interpretiert wohl richtig gut rüberkäme. Ich kann nur hoffen, bzw. gehe eigentlich davon aus, dass es sich bei Wasteland um eine Liveband handelt, welche halt Publikum braucht, um richtig abzugehen. „Never Come Back“ hätte für mich eigentlich der erste kleine Höhepunkt werden können, wenn es nicht denn sehr flachen Refrain geben würde. So entwickelt der Song etwas Ähnliches wie Schubkraft, welche auch schön zum Kopfnicken einlädt.

Richtig überraschend startet dann „Kiev Calling“ mit etwas Volksmusikartigem, bevor die Band dann loslegt und selbst Carsten scheint hier endlich mal ein wenig mehr Gas zu geben. Der Refrain kann zwar nicht wirklich überzeugen, aber mit ein paar Bier im Schädel und guter Stimmung rockt man gut zu dem Song. Mit schönem Riff beginnt dann „Trail Of Tears“ der Kopf beginnt zu nicken und Carsten versucht, deutlich mehr Blues in seine Stimme zu bekommen. Dazu die Mundharmonika, welche einen kurzen Gastauftritt verzeichnen darf und das Feeling passt.

„Sad Nation“ klingt wirklich so traurig wie der Titel zu versprechen mag. Aber ist Wasteland eine Nation? Der Bass vom Franz wummert auf jeden Fall präzise daher und auch Rick an den Drums spielt sehr solide. „Break Down The Chains“ ist etwas Rock`n`Rolliger geraten, weiß aber leider auch keine wirklich positiven Akzente zu setzen, zumal sich die Zahnlosigkeit wieder sehr stark breit macht.

„Good Time Rock`n`Roll“ läuft auch im zehnten Durchlauf komplett an mir vorbei. Also, schon ein Song von The Earwix hat mehr Energie als die komplette Scheibe hier. Wo bleibt mein Energydrink? Sollte dies etwa die The Sweet-Coverversion „Ballroom Blitz“ sein? Also, wenn man das Original nicht kennen würde, wäre dieser Song tatsächlich der Höhepunkt der Scheibe, so bleibt es eine recht einfache Kopie. „Hot Stuff“, welches im Original von Donna Summer stammt, reißt da schon etwas mehr raus, zumal es hier halt auch rockiger aufgebaut ist. Das war`s dann aber auch schon.

„Do Or Die“ bildet dann den Abschluss und rockt dann endlich mal ein wenig frecher durch die Boxen. Ein bisschen dreckige Rock`n`Roll Stimmung kommt also am Ende auf. Leider zu spät, um noch viel zu retten.

Fazit: Schade, dass das Album derart uninspiriert und ohne Biss geraten ist. AC/DC ist das große Vorbild, nur hat man es leider in keinster Weise geschafft, auch nur 15% der Energie der Urgesteine mit in die Musik zu integrieren.

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