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Artwork der W.A.S.P. Scheibe "Dominator"

W.A.S.P.: Dominator

Der Altmeister ist zurück
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock US Metal
Spielzeit: 43:26
Release: 27.04.2007
Label: Demolition Records

Das neue W.A.S.P. Album ist da. Dies allein sollte Grund genug zur Freude sein. Die dreizehnte Studioscheibe in der nun 26-jährigen Bandhistorie geht wieder mehr in Richtung ihres bis dato unübertroffenen Megaalbums „The Headless Children“.

Und wie man von Blackie Lawless so sicher wie das Amen in der Kirche erwarten konnte, befasst sich dieses Album mit Hasstiraden auf die amerikanische Regierung. Dies wurde aber geschickt verpackt, so dass man das Ganze auch so interpretieren könnte, als ob ein Mann zu einer Frau spricht. Blackie mag diese zweideutige Auslegung und karikiert das Verhalten Amerikas gegenüber armen Ländern mit dem Verhalten von Freiern gegenüber Huren.

Interessant gemacht, eigentlich auch gut gelungen, aber wenn ich mir so die Vergangenheit von W.A.S.P. anschaue, welche ich als Fan von 1984 bis 1997 mitgegangen bin, dann wirft das schon einige Fragen auf. Speziell, warum man sich selbst als Moralapostel aufspielt, aber doch einige schwarze oder zumindest sehr dunkelgraue Flecken auf der Kleidung hat.

Aber da Blackie in seiner Heimat ja wirklich Ambitionen hegt, in die Politik zu gehen, sei ihm mal das seltsame Amnesieverhalten eines Politikers verziehen.

Sorry, aber das musste nun mal raus. Lasst uns jetzt aber zum Wichtigsten kommen, der neuen CD und der Musik darauf.

„Mercy“ begrüßt den Hörer in straighter Rockmanier mit den jederzeit willkommenen Blackietypischen Vocals. Ein guter Einstieg, der auch klar zeigt, dass man soundtechnisch in Richtung des Klassikers von 1989 marschiert.

„Long, Long Way To Go“ beginnt erstmal mit Drums und zaghaften Gitarren, bevor Mr. Lawless einsteigt. Der Song tritt schön in den Allerwertesten, und das Ganze gewohnt gekonnt von Blackie in W.A.S.P. Manier in Szenen gesetzt. Drummer Mike Dupke kommt zwar leider nicht an Stet Howland dran, der mich damals mit seinen Fills fast in den glücklichen Wahnsinn getrieben hat, trotzdem liefert er hier eine sehr solide Arbeit ab.

„Take Me Up“ ist ein balladenmässig anfangender Song, wie wir sie von W.A.S.P. kennen und lieben gelernt haben. Sehr ruhiger Anfang und dann kommt eine Hymne der oberen Kategorie. Immer wieder wechselnde, genial arrangierte Parts, wie z.B. die Pianoeinlage, die hinter dicken Nebelschwaden durchschimmernden Gitarrenfetzen, großes W.A.S.P. Kino. Ja, wenn Blackie Lawless eines kann, dann Songs schreiben und diese dann in superber Form in Szene setzen.

„The Burning Man“ ist eine richtig schöne Abgehnummer geworden, welche durch ihre Einfachheit besticht. Genau das Richtige nach der vorhergehenden Hymne. Es rockt gewaltig und macht Spaß.

„Heaven`s Hung In Black“ beginnt mit einer Keyboardmelodie, welche in ähnlicher Form schon öfters bei grossen Kinoproduktionen verwendet wurde. Dann verstummen die Synthesizer, Blackie`s herrliche Rockerstimme erklingt. Die Gitarre erklingt leise verspielt im Hintergrund. Eine Ballade der Spitzenklasse. Typisch, dass die Band dann trotzdem noch das volle Electronic Programm auffährt, wenn auch dem Song angepasst in getragener Form. Das Solo von Doug Blair passt wie der sprichwörtliche Arsch auf den Eimer.

In diesem Musiksegment macht so schnell keiner Blackie was vor. Ein weiteres Monumentalstück in der Karriere der Band. Eigentlich dürfte der Song in keiner Livesetlist mehr fehlen, andererseits müssten dort mindestens 35 Songs stehen und der Meister deutlich über zwei Stunden auf der Bühne rotieren. Dies wird aber sicherlich niemals passieren.

„Heaven`s Blessed“ orientiert sich dann wieder mehr an dem „nur“ guten Qualitätslevel des ersten Songs des Albums. Für W.A.S.P. Verhältnisse eher ein Lückenfüller, für tausende andere Bands ein Highlight. Leider fiel der Band dann wohl auch kein Schluss ein, denn man betätigt den Fader zum Ausklingen.

„Teacher“ spielt da dann schon wieder in einer anderen Liga. Durch den Chorus wird sogar ein wenig das Feeling des Debüts heraufbeschworen. Ja, die Band ist wieder da, wo ich sie am liebsten sehe, an der Spitze der Heavy Rock Elite.

„Heaven`s Hung In Black (reprise)” ist dann komplett in atmosphärisch balladesker Form gehalten. Man schließt die Augen, hört sich Blackies Vocals an und treibt über ein Schlachtfeld voll zerrissener und verstümmelter, lebloser Körper im nebelumwobenen Morgengrauen. Dazu dann die eindringlichen, traurigen Vocals.

„Deal With The Devil“ treibt den Hörer dann wieder voran aus der sich androhenden Depression. Mike Duda sorgt mit Drummer Mike Dupke für den Tritt in den Popo. Als man dann schon das Ende sieht, gibt die Band aber noch mal richtig schön Gas.

Fazit: Eine tolle Scheibe haben uns W.A.S.P. da mal wieder präsentiert. An „The Headless Children“ oder „The Crimson Idol“ kommt man nicht heran. Trotzdem wird hier wieder das ganze Spektrum der Band gezeigt. Neue Fans wird man wohl nicht gewinnen können, aber alte wird man damit wieder verzücken können. Leider muss ich aber auch mal wieder die Spielzeit ankreiden. Wir sind im 21. Jahrhundert, die CD ist derzeit der Standard mit der Möglichkeit von über 74 Minuten Spielzeit. Nach fast drei Jahren dann nur etwas mehr als 43 Minuten abzuliefern, ist nicht wirklich so toll.

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