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Wars: We Are Islands, After All

Da könnte noch einiges auf uns zukommen
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore, Post-Hardcore
Spielzeit: 47:13
Release: 27.01.2017
Label: Spinefarm Records

Metalcore war vor ein paar wenigen Jahren noch der letzte Schrei, die Ballkönigin, wenn man so will, und Bands allerorten versuchten sich ein bisschen Core mit in den Sound zu mischen, um moderner und frischer zu klingen. Die Begeisterung ist mittlerweile merklich abgekühlt, die ehemalige Schönheit wird jetzt eher behandelt wie die unattraktive und nervige Cousine bei der Familienfeier – sie ist halt da, aber man käme auch gut ohne sie zurecht.

Die Briten Wars werden nun im weltweiten Web fein als Post-Hardcore tituliert, haben aber ganz eindeutige Metalcore-Ablagerungen in ihren Songs und wollen dem geschmähten Subgenre wieder zu Aufwind verhelfen. Mit ihrem höchst philosophisch betitelten Neuwerk „We Are Islands, After All“ und einem auffällig schönen Artwork kann die Truppe schon im Voraus punkten; für ihre recht kurze bisherige Lebensspanne von gerade mal zwei Jahren haben die Jungs auch schon einen verhältnismäßig straighten Sound drauf, der sich hier in zehn Songs und einem wahnsinnig unnötigen, weil als „Hidden Track“ ab vom Schuss versteckten Spoken-Word-Teil niederschlägt.

Dabei, und das muss man ganz klar sagen, weiß der Opener „The Art Of Not Knowing“ zwar schon einen kleinen Schubser in die richtige Richtung zu geben, zu poppig mutet der Sound aber im ersten Augenblick an, als dass man hier von Metalcore, geschweige denn von Post-Hardcore sprechen könnte. Auch im folgenden „Snows And Skies“ wird zwar strukturell mehr geboten, hier gibt es dann immerhin die Core-typische Balance zwischen Geschrei und Gesang, aber auch dieser Song bleibt nicht allzu lange im Ohr.

So könnte man noch eine Weile weitermachen, wenn, ja wenn nicht „That By Discord Things Increase“ passend wie Arsch auf Eimer aus den Boxen stolpert, progressiv angehauchte Gitarren inklusive, Sänger Rob Vicars wurstelt sich ziemlich hektisch und auf 180 durch die Strophe, nur um im Refrain von einem absolut erhabenen Lead abgelöst zu werden, das durch den Klargesang gleich noch mehr unterstrichen wird.

Bei „Sciamachy Scenes“ stehen Wars mit einem Fuß in den Crossover-2000ern, angefangen bei den deftigen Schreien zu Beginn, dem dominanten Bass und dem etwas nasalen Klargesang, über den Refrain, der schwer an Bands wie Dry Kill Logic oder Smile Empty Soul erinnert – eine kleine Zeitreise, beabsichtigt oder nicht, die der Tracklist ein wenig mehr Würze verleiht.

Nun ist auf „We Are Islands, After All“ aber nicht alles eitel Sonnenschein, sonst könnte man ja ohne Umschweife zehn Punkte geben. „Hailing Distance“ beispielsweise mutet an wie die absolute Blaupause zu einem durchschnittlichen Metalcoresong, da sucht man Ecken und Kanten und vor allem Wiederkennungswert ganz vergeblich; solche Momente hat es dann doch immer mal wieder auf dem Debüt der Rugbyer (super Wort, wollte ich immer mal schreiben), was einen dann doch davon abhält, mehr als acht Punkte zu geben. So muss sich die hübsch gestaltete Platte erstmal auf 7.5 Zählern ausruhen, sollten Wars aber noch ein bisschen an ihrem Sound feilen, könnte da was Feines auf die Core-Fans zukommen.

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