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Warmen: Japanese Hospitality

Bodomskind auf Solopfaden
Wertung: 5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 40:44
Release: 26.08.2009
Label: Spinefarm Records

Janne Warman, seines Zeichens Keyboarder bei Children of Bodom, findet auch abseits seiner tourfreudigen Hauptband noch Zeit, sich musikalisch weiter auszutoben. Sein Nebenprojekt nennt sich Warmen und bringt es mit „Japanese Hospitality“ schon auf Veröffentlichung Nummer vier. Verstärkung holt er sich dabei u.a. von seinem Bruder Antti an der Gitarre und etlichen weiteren Gästen, unter denen vor allem die vielen Sänger herausstechen.

Das Mikro bleibt jedoch zuerst ungenutzt, denn der Titeltrack entpuppt sich als Instrumental, bei dem erwartungsgemäß das Keyboard die treibende Kraft ist. Hier liegt auch das Problem, denn die Klänge, die Warman dem Tasteninstrument entlockt, klingen teilweise äußerst...nennen wir es günstig und erinnern an Bands wie Eternal Tears Of Sorrow. Besser wird es bei „Eye Of The Storm“, was von Stratovarius Frontmann Timo Kotipelto gesungen wird und auch stark nach dessen Hauptband klingt. Der Song erreicht aber leider nur das Niveau der neueren Strato-Scheiben und zählt mit Sicherheit nicht zu den Highlights von Kotipeltos Karriere, auch wenn er hier wieder einmal außergewöhnlich gut singt.

Jonna Kosonen (in Finnland wesentlich bekannter als hierzulande) darf gleich drei Mal ihre angenehme, weil nicht zu hohe, Stimme zum Besten geben. „Goodbye“ ist ein unauffälliger Pop/Rock Song, der sich auch gut im Radio machen würde. „Don't Bring Her Here“ fällt härter aus, wird aber sicherlich keinen COB-Fan aus den Latschen hauen, weil hier starke J-Pop Einflüsse auszumachen sind. Der letzte Song nennt sich „Black Cat“ und dürfte älteren Semestern noch ein Begriff sein, stammt er doch ursprünglich von Janet Jackson und verhalf dieser in den 80ern zum Durchbruch. Warum man diesen Song allerdings covern musste, bleibt mir ein Rätsel. Warum er damals ein Hit war übrigens auch, aber das nur am Rande. Völlig unspektakulär und mit narkotisierenden Melodien ausgestattet ist „Black Cat“ auch im Jahr 2009 absolut verzichtbar.

Weitere Gäste sind Marko Waare (von der unbekannten Band Tunnelvision), Pasi Rantanen (ex-Thunderstone) und Alexi Laiho. Richtig gelesen, der Sänger von Children of Bodom singt einen Song auf dem Projekt seines Keyboarders. Wie das Ergebnis namens „High Heels On Cobblestone“ letztendlich klingt, dürfte keine Überraschung sein. Der einzige Unterschied zur Hauptband ist, dass Laihos typische Soli hier außen vor bleiben. Ansonsten ist das Machwerk ungefähr genauso wie die letzten Alben der „Hatecrew“ - die Fans werdens lieben, ich wende mich mit Grausen ab.

Die „Thunderstone“ Songs erinnern ein wenig an Axel Rudi Pell, gehen also in die Melodic Metal/ Hard Rock Ecke, so richtig zünden wollen aber auch sie nicht. „My Fallen Angel“ leidet an den viel zu dominanten Gitarren (das ich sowas mal schreibe!) und an der schwachen Hookline, was aber eher ein generelles Problem bei Warmen ist. „Seperate Ways“ beginnt mit so üblen 80er Synthie-Sounds, dass es schon wieder irgendwie cool ist. Und urplötzlich geht sogar der Chorus ins Ohr - da das ganze aber nur eine Coverversion von Journey ist, darf man wohl nicht in zu lautes Jubeln ausbrechen. Dennoch ist dieses Lied ein versöhnlicher Abschluss, denn je weniger man über den Langweiler „Unconditional Confession“ und das Keyboard-Solo-Instrumental/Debakel „Switcharoo“ verliert, desto besser.

Hier kann man mal wieder die alte Floskel „Nur für Fans!“ bemühen, denn wer außer beinharten Janne Warman bzw. Children of Bodom Fans soll sich „Japanese Hospitality“ zulegen?! Soviele Metaller, die auf einen kruden Mischmasch aus Melodic Metal/Pop/Hard Rock/Melodic Death stehen, der dazu noch einen konsequenten Verzicht auf Wiedererkennungswert betreibt, wird es wohl nicht geben. Warmen hatten in Finnland anscheinend schon mal einen Radiohit: Genauso handzahm klingt „Japanese Hospitality“ auch.

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