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Warmduscher: Whale City

Eine teils düstere, teils regelrecht manische Platte
Wertung: 8/10
Genre: Rock, Funk, Crossover
Spielzeit: 27:43
Release: 01.06.2018
Label: The Leaf Label

Warmduscher, das klingt nach Deutschpunk, wahlweise auch deutschsprachiger Hardcore, aber weit gefehlt: Die Londoner Truppe setzt sich aus Mitgliedern von Fat White Family, Paranoid London, Insecure Men und einigen anderen Bands zusammen und vermengt auf ihrem zweiten Album „Whale City“ so ziemlich alle Musikstile, die man sich morgens um zwei besoffen in einer Bar vorstellen kann: Folk, Rock, Americana, Country, Funk – alles getragen von Sänger Clams Barker, der in teils fast manischer Art und Weise nach den Ohren und Herzen der Hörer greift; beinah wie ein Fernsehprediger, allerdings hält der Mann hier was er verspricht.

Immer pendelt die Truppe zwischen hypnotisch und wild, entspannt und hysterisch, meist finden sich alle Facetten in nur einem einzigen Song – da braucht es schon mal einige Anläufe, bis man sich zumindest ein bisschen zurecht findet. Das ist aber vermutlich auch ein bisschen beabsichtigt von den Briten, die ihr Bestes tun, um den Hörer ins verkommene Whale City zu locken, das im Verlauf der Platte immer mehr zu einer Mischung aus Las Vegas und Sodom und Gomorrha mutiert, da hilft auch der eigentlich unschuldig anmutende Einstieg mit dem Intro „Bright Lights“ nichts; denn schon der erste „richtige“ Track „Standing On The Corner“ zeigt auf, wo die Band hin will – ein funkig-schmutziger Track mit leicht verzerrten Vocals und beschwingtem Riffing; und wieder sitzt man gedanklich in irgendeiner gottverlassenen, versifften Hinterhofkneipe und nuckelt an seinem x-ten Bier.

„Big Wilma“ kommt dann noch deutlich flotter daher, fast tanzbar walzt sich dieser Brocken von einem Song durch die Lautsprecher und hinterlässt dank des fast hysterischen Fronters, des monoton-einlullenden Riffs und des temperamentvollen Drummings einen deutlich bleibenden Eindruck. Ein absoluter Anspieltipp ist dann der räudige Titeltrack, der fast eine stonerhafte Düsternis predigt und dabei doch irgendwie tanzbar bleibt – im direkten Vergleich wirkt das nachfolgende „Straight To The Top“ schockierend ruhig und fast schon depressiv, trotzdem baut sich eine gewisse nervöse Spannung auf, die es unmöglich macht, den Track nicht cool zu finden.

Warmduscher gelingt mit ihrer zweiten Platte etwas, was eigentlich ein absoluter Klischeesatz in Rezensionen darstellt: Sie ziehen den Hörer in ihren Bann. Es mag ein düsterer Bann sein, aber nichtsdestotrotz - „Whale City“ ist eine teils schmutzigere, dunkle, teils überspannt-hysterische Platte geworden sein, fast sexy zu nennen und auf jeden Fall gut genug, um die Band weiterhin im Auge zu behalten. Mit ein bisschen Glück und guter Werbung kann man die Herrschaften dann vielleicht auch bald in deutschen Clubs erleben...

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