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Warmduscher: At The Hotspot

Mehr Funk, mehr Tanz, weniger Härte
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Funk, Crossover
Spielzeit: 36:56
Release: 01.04.2022
Label: Bella Union Records

Vier Jahre hat es gedauert bis die Briten Warmduscher endlich einen Nachfolger zu „Whale City“ präsentieren konnten – halt, so ganz stimmt das nicht. Die 2019er Platte „Tainted Lunch“ ging tatsächlich an uns vorbei! Da muss natürlich was nachgearbeitet werden, aber nun erst mal zur aktuellen Scheibe: „At The Hotspot“ heißt das gute Stück, und die Band ist natürlich nicht nur wegen ihres zugegeben ungewöhnlichen Namens in Erinnerung geblieben, sondern in erster Linie wegen der sexy Mischung aus manischem Fernsehprediger, Funk, Rock, Country und wilden Versprechen. Eine Platte wie eine versoffene Nacht – mal schauen, auf welche Abstürze die neue Scheibe uns nun mitnimmt.

Bereits im April erschienen, hat das physische Album dann trotzdem bis Juli gebraucht, um den heimischen Briefkasten zu finden – macht aber nichts, good things come to those who wait. Mag das Frontcover noch Assoziationen an die Achtziger wecken, spricht die Inneneinrichtung schon eine ganz andere Sprache: Wir befinden uns wieder mal irgendwo auf dem Pfad zur Hölle, mit Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll in rauen Mengen. Kann man sich eigentlich nicht ausdenken, die Londoner tun‘s trotzdem und scheinen dabei auch noch blendende Laune zu haben. Die elf Stücke swingen sich im Gegensatz zum etwas wilderen „Whale City“ diesmal eher in gemütlich-dahingleitender Kiffermentalität ein, Cheech & Chong würden sich sicherlich schon beim Opener mehr als wohl fühlen.

Muten Songs wie „Hot Shot“ noch eher an, als hätten die Briten sich mit den wirren Multikulti-Kollegen von City Weezle kurzgeschlossen, so kann „8 Minute Machines“ mit seinem unruhigen Groove eher an die älteren Tracks anschließen und deutliche Punkte sammeln. Ein Siebziger-Jahre-Funk wie „Wild Flowers“ bringt dann sogar den eher an Rhythmus krankenden Mitbewohner zum Tanzen – muss man auch erst mal schaffen.

„Twitchin‘ In The Kitchen“ lebt dann auch vor allem wieder vom oberflächlich entspannten Flow des Fronters Clams Baker Jr., der aber jederzeit in etwas Ungemütlicheres, Wilderes umzuschlagen droht, wenn man den Mann nur schief von der Seite anschaut; allein der quietschige Refrain hat dann schon Pluspunkte verdient, völlig abgesehen davon, dass man die Füße bei dem Track kaum stillhalten kann, egal ob man will oder nicht.

Überhaupt scheinen die Briten sich auf „At The Hotspot“ der Tanzbarkeit verschrieben zu haben, arbeiten mit deutlich mehr Funk-Elementen als noch auf der „Whale City“-Scheibe und büßen damit natürlich auch ein bisschen an Härte ein. Bei flotten Tracks wie dem mit viel Percussion behafteten „Double Vision“ mit seinen gerade mal anderthalb Minuten Laufzeit kann man den Herren da aber trotzdem kaum einen Vorwurf machen, dazu macht es viel zu viel Spaß, Clams Baker Jr. in seinen diversen Inkarnationen zuzuhören.

Kam „Whale City“ noch als Upper daher, der uns zu Beginn des wilden Ritts pushen sollte, kann man „At The Hotspot“ eher als Downer am frühen Morgen genießen, wenn man schon den Kater herannahen spürt, aber mit sich und der Welt noch relativ im Reinen ist. Die Füße sind eigentlich schon zu müde zum Tanzen, von einem guten Groove lässt man sich aber immer noch träge mitreißen; schade allerdings, dass die Härte zugunsten der Tanzbarkeit heruntergefahren wurde. Dennoch, eine geile Band bleiben Warmduscher allemal, so dass der fehlende 2019er Silberling „Tainted Lunch“ auch gleich in den Warenkorb gepackt wurde, zusammen mit dem Debüt "Khaki Tears", versteht sich. Bei dieser Band lohnt sich der Besitz des vollständigen Backkatalogs mit Sicherheit.

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