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Warfield: Call To War

Ordentlich, mehr leider nicht
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 17:37
Release: 17.10.2014
Label: IMM Records/ Membran

Die persönlichen metallischen Berührungspunkte mit dem Raum Kaiserslautern sind reichlich rar gesät – da schlagen allemal Ivory Night, Vanden Plas und, musikalisch natürlich auf anderen Pfaden unterwegs, die Spermbirds zu Buche. Prima, nun reihen sich auch Warfield hier ein – nicht zu verwechseln mit den ebenfalls so getauften und auch noch aktiven Black Metallern aus Mexiko oder den Heavy Metallern aus Brasilien. Das Quintett allerdings ist da ganz anders zu verorten, haben sie sich doch mit fetten Lettern Old-School-Thrash aufs Banner gepinselt, und genau der trieft auch zu jeder Sekunde der fast 18 Minuten kurzen Debüt-EP „Call To War".

Auch wenn die Jungspunde nur wenige Lenze auf dem Buckel haben, sind sie immerhin schon seit 2009 dabei und haben 2012 auch mit „Killing Ecstasy“ eine erste 7-Track-Demo veröffentlicht, deren Existenz sie nun aber nicht gerade in den Vordergrund schieben. Zwei der dort zu findenden Nummern haben allerdings auf der neuen EP Einzug gehalten, wo sie rechtzeitig zu den Aufnahmen zusätzlich noch mit Dominik einen Neuzugang an der Klampfe verbuchen konnten.

So, nun aber Schluss mit der vorstellenden Einleitung, denn schlussendlich ist es doch immer noch die Mucke, die zählt. Auch Warfield erfinden das Genre nicht neu, bedienen sich am Gros der teutonischen und auch der Bay-Area-Szene und liefern fünf gute, aber nicht wirklich spektakuläre Nummern aus – ordentliches Riffing ist eben leider nicht mehr der Wahrheit letzter Schluss, um sich von der Masse an aufströmenden Bands abzuheben. Für einen deutlich höheren Wiedererkennungswert sorgt allerdings Frontmann Johannes, dem man kaum abnimmt, dass er erst einmal gerade 18 Jahre jung ist, faucht er doch dermaßen eigenständig, dass man einfach viel mehr Jahre an Lebenserfahrung vermutet.

Puristen mögen jetzt natürlich schnell über den leicht klinischen Sound mosern, denn da hätten Warfield eventuell ein bisschen mehr Ohr riskieren können, aber auch hier gibt es nur bedingt viel zu meckern. Etwas schwerwiegender kommen die fünf Nummern daher, die sich zwar gefällig ins Ohr riffen, dort allerdings nur oberflächlich haften bleiben, denn die Kaiserslauterner haben keinen wirklichen Höhepunkt kreieren können. So sind es dann immer wieder eher die verstreuten Details, die für einen positiven Überzug sorgen, wie  z.B. das schmachtvolle Gitarrensolo im Titeltrack „Call To War“ oder aber der etwas abwechslungsreichere Gesang in „Martyr“.

Natürlich wissen zackige Riffmonster wie das kernig schnelle „Killing Ecstasy“ genauso zu Gefallen wie das finale „Martyr“, am Ende tauchen Warfield aber doch zu sehr in der Masse der guten Bands unter. Nein, „Call To War“ ist weit weg von überflüssig und näher dran an „sollte man haben“, aber knapp vorbei ist auch daneben. Old-School-Thrasher haben wohl keine Probleme damit, acht Ocken in die Hand zu nehmen und auch den pfälzischen Underground zu unterstützen.

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