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Wardruna: Runaljod - Gap Var Ginnunga

Betörend und einzigartig
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark Folk Ambient
Spielzeit: 51:57
Release: 16.01.2009
Label: Indie Recordings / Soulfood

Es ist erfrischend und einzigartig, in der ganzen Masse der derzeitigen Neuveröffentlichungen ein vollends anderes Werk kennen zu lernen, das sich fernab der Stromgitarrenmusik auf akustische Instrumente und sogar Klänge aus der Natur konzentriert und sich doch zwischen all den mannigfaltigen anders gearteten Releases Gehör zu verschaffen vermag und sich ferner sehr positiv von der Masse abzuheben weiß. 

Genau dies ist der Fall bei dem Projekt Wardruna. Kopf dieses höchst interessanten Musiker-Kombinats ist niemand Geringerer als Einar Kvitrafn Selvik, der zudem unter anderem auch noch Gaahl mit in sein Boot geholt hat, um seine musikalische Visionen umzusetzen. 
Von der ersten Idee zu diesem Werk im Jahr 2002 dauerte es bis 2007, bis die Musik des Projektes erstmals ein breites Publikum erreichte, als es für den Soundtrack der Dokumentation „True Norwegian Black Metal“ verwendet wurde.  
 
Dieses Album ist etwas ganz Besonderes. Mit dem gemeinhin bekannten Black Metal hat dieses Werk nichts zu tun. Es ist eine klangliche Reise zu den Anfängen des Runen-Alphabets, außerdem eröffnet dieses Album die Runaljod-Trilogie, in dem die Futhark-Runen musikalisch interpretiert werden. Es werden folglich noch zwei weitere Alben zu diesem Thema veröffentlicht werden. 
Intoniert werden die Stücke durch Instrumente wie Hardanger- und Wikinger-Fiedel, Maultrommeln, Hirschrahmentrommeln, Luren und Ziegenhörner. Um das Ganze allerdings perfekt zu machen und den Bezug zum Ursprung des Runen-Alphabets abzurunden, werden Klänge aus der Natur mit in die Stücke eingebunden. 

So bricht ein Gewitter mit Donner samt Regenguss in „Hagall“ über den Hörer herein. Die Trommel hat durchaus etwas an sich, das in Trance zu versetzen weiß. Die geflüsterten Worte in Einklang mit der Fiedel klingen geheimnisvoll und berauschend.  

Von den Stücken wie beispielsweise „Løyndomsriss“ geht eine betörende Magie aus. Gerade in Momenten, in denen verschwörerische Worte gesprochen werden, wird man ganz in diese Welt mit hinein gerissen. Dies ist auch der Fall in dem Track „Jara“, in welchem ein - vorsichtig ausgedrückt - fröhlicher Chor zu vernehmen ist. Vogelgezwitscher, ein Chor im Hintergrund, eine Fiedel nebenher und beschwörender Sprechgesang im Vordergrund beschreiben dieses Stück außerdem.

Stimmlich überaus melodisch für Wardruna-Verhältnisse tauchen wir ein in die Klangwelten von „Laukr“, wo außerdem auf die akustische Unterstützung des Elements Wasser und der Naturgewalt Donner gesetzt wird. 
Gleich im Anschluss wird man in „Kauna“ assoziativ in tiefste, dunkelste vorgeschichtliche Zeit versetzt. Bei diesem Stück fällt zudem der Vergleich zu Grivf mit deren Werk „Yggdrasil“ am leichtesten.  

Wie oben bereits erwähnt, wäre dieses Werk höchstens mit dem ebenfalls nicht mit Metal in Verbindung stehenden, aber dennoch grandiosen Werk „Yggdrasil“ von Grivf zu vergleichen. Denn diese zwei Alben haben neben ihrer ähnlich gelagerten musikalischen Ausrichtung eins gemein: Man sollte sich ganz und gar darauf einlassen. Es würde der Musik bei weitem nicht gerecht, das Ganze nur nebenbei laufen zu lassen. 

Fazit: Dieses Werk ist betörend, einzigartig und es geht über die Art, wie es Worte beschreiben könne, hinaus. Ein absolut faszinierendes und fesselndes klangliches Erlebnis der besonderen Art.

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