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Warbringer: World Torn Asunder

Sie gehören schon lange zu den Großen, nur die Szene hat das noch nicht bemerkt
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:30
Release: 23.09.2011
Label: Century Media

Die Frage sei doch mal erlaubt: Wie schaffen Warbringer das? Nicht nur, weil sie in ihrer noch jungen Vergangenheit schon das notwendige Thrash-Schreib-Talent an den Tag legten – „Waking Into Nightmares“ von 2009 ist doch schon heute ein wahrer Klassiker –, sondern eher aufgrund der Tatsache, dass die Jungs quasi rund um die Uhr auf Tour sind (durchschnittliche 300 Shows pro Jahr) und trotzdem noch die Zeit finden, nicht nur mehr als 40 Minuten Mucke zu schreiben, sondern auch noch aufzunehmen.

Thrash-Jünger wissen schon lange, dass es in diesem Genre auch nicht mehr darum geht, besonders durch überdimensionale Innovation ein Überalbum nach dem anderen herauszuhauen, sondern mit den vorhandenen Stilmitteln reichlich Authentizität zu verspritzen. Und genau davon hat der nun dritte Longplayer „World Torn  Asunder“ mal wieder jede Menge intus – wir reden hier nicht über 2-Liter-Pennerglück aus dem Supermarkt im Tetra Pak, sondern über einen vorzüglichen Premium-Schluck vom besten Jahrgang mit richtigem Korken.

Thrashheads, die sich Warbringer schon live gegeben haben, dürften die fast schon selbstzerstörerische Ader abbekommen haben – da wird auf die Fresse geballert bis der Kiefer blutet. Und genau da setzen die Amis auch mit ihrem neuesten Werk an, denn „Worlds Torn Asunder“ liefert wiederholt den Stoff für weitere Thrashschlachten im Moshpit. Und natürlich wie oben schon angedeutet und fairerweise sogar schon auf dem Promoschreiben vermerkt, bieten Warbringer nicht die Quadratur des Thrashkreises, denn in einigen Parts sind zahlreiche Szeneveteranen zu erkennen, vor allem die live sehr schlappen Slayer. Da stampft es in dem auch auf Zelluloid gebannten „Shattered Like Glass“ manchmal genauso nach den Thrash-Urviechern wie beim Anfang zu „Savagery“. Stört das? Nein, denn solche Zitate reihen sich einfach dort ein, wo sie hingehören: eine kleine Verbeugung vor der Thrashpionieren wie Exodus, Slayer und weiteren Heroen.

„Savagery“ zitiert allerdings nur in der Einleitung aus dem Slayer-Repertoire, denn schnell wechseln Warbringer zur ihrem typischen Groove. Dabei schafft es die Truppe immer wieder, wie aus dem Stehgreif das Tempo zu variieren, ohne dass es sich jemals gezwungen anhört – gelungenes Songwriting halt. Wie man so etwas macht, zeigen die US-Thrasher auch in „Future Ages Gone“ – vom fast midtempoartigen Parts wechseln sie unvermittelt in schnellere Gefilde, um dann im wahnsinnigen Tempo wie irrsinnig davonzurasen, ohne aber die Fans hinter sich zu lassen.

Dass Warbringer kein Blatt vor den Mund nehmen, zeigen sie auch eingangs mit „Living Weapon“ – „Open Fire“ kann da wörtlich genommen werden, denn die Boys thrashen mit offenen Visier, bestens belegt durch „Enemies Of The State“; Gefangenschaft gehört ganz sicher nicht zum Warbringer-Wortschatz – ein Moshpart ist hier nur Mittel zum (Live-) Zweck – bevor dann die rasende Abfahrt in einem wahren Thrashinferno endet.

Komplett andere Töne schlägt die Band mit dem Instrumental „Behind The Veils Of Night“ an – Pianoklänge verbinden sich mit akustischen Gitarren und sorgen so für den einzig wirklichen Ruhepunkt auf dem Album, denn schon mit dem Rausschmeißer „Demonic Ectasy“ ist wieder Schluss mit lustig. Zwar wird der Hörer noch mit eher schleppenden Riffs von dem akustischen Intermezzo entwöhnt, doch plötzlich wandelt schon der infernalische Schrei die harmonische Stimmung zur diabolischen Fratze.

Nein, Warbringer sind nicht die Heilsbringer zur Thrash-Revolution, auch sie haben nur die üblichen Chromatischen im Gepäck, aber diese werden immer wieder so frisch angerichtet, dass nicht nur der Moshpit sowie die Headbangerfront in Verzückung geraten sollten. Das vor Jahren gestartete Thrash-Revival erfährt hier locker eine weitere Bestätigung zur Existenzberechtigung – mit Alben wie „Worlds Torn Asunder“ wird auch anno 2011 die Szene mit einem richtig geilen Album angefüttert – sie muss sich nur darauf einlassen.

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