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Warbringer: IV – Empires Collapse

Schon jetzt ein Thrash-Klassiker
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:35
Release: 25.10.2013
Label: Century Media

Verdammte Hacke, wer in fünf Jahren gleich vier Full-Length-Scheiben heraushaut, der kann doch nicht mehr bei Trost sein, zumal man bei Warbringer auch schnell mal den Blick auf die Liveshows werfen darf, touren sie nebenbei nicht nur fast exzessiv durch die Weltgeschichte, sondern schonen dabei weder Publikum noch sich selbst – immer Vollgas auf die Zwölf, egal wie, egal wo. Auch wenn man nicht in Abrede stellen kann, dass die ersten drei Alben sämtlich zu den Thrash-Must-Haves gehören, so konnte man schon im Vorfeld ein wenig zweifeln, ob sie denn die eigene hochgehievte Messlatte überhaupt erreichen, geschweige denn übertreffen könnten. Zu sehr bestand doch die Gefahr, sich im Old-School-Thrash-Konzept zu verheddern.

Und wie löst man sich aus diesen inspirationshemmenden Fesseln? Keine Ahnung, aber das kalifornische Überfallkommando hat da wohl den Stein der Weisen gefunden und haut mal eben mir nichts dir nichts mit „IV: Empire Collapse“ einen fett bratenden Thrashbatzen heraus, der nicht nur abwechslungsreich sämtliche Kupferdrähte glühen lässt, sondern glatt das Potenzial zu einem Klassiker hat, über den noch in den Seniorendomizilen der heutigen Nachwuchsszenegänger gesprochen wird.

Wie facettenreich sich Thrash trotz aller Bay-Area-Verklausulierungen auch heutzutage anhört, davon zeugt diese vierte Langrille. Die Bay-Area ist dabei noch am ehesten bei den beiden Rausschmeißern „Off With Their Heads!“ und „Tower Of The Serpent“ herauszuhören, wobei Warbringer hier ganz klar die klassische Thrash-Breitseite abfeuern und einen schönen Schlusspunkt unter einem kurzweiligen Album beisteuern. Damit auch erst gar keine großartige“ alles schon gehört“-Gewöhnung aufkommt, werden die Genregrenzen ausgelotet und auch gelegentlich überschritten. „One Dimension“ hätten Sick Of It All kaum besser hinbekommen; ein paar Gangshouts beim Thrash meets Hardcore runden das neue Konzept ab. „Hunter-Seeker“ dagegen zermalmt die Eingeweide lieber dahingehend, dass nicht nur die prügelnden Drums fett nach vorne peitschen, sondern die Gitarren auch für einige Momente durch das Melodeath-Dickicht mahlen, wobei das Solo gegen Ende auch einer klassischen Spinett-Vorlage entnommen sein könnte.

Schon beim Opener „Horizon“ wird offensichtlich, dass genau jener eben deutlich erweitert werden sollte, denn neben den typisch thrashenden Riffs nistet sich hier auch eine leichte schwarzmetallische Gitarrenführung ein, die ganz gerne in knackigen Blast Beats aufgeht und am Ende durch die Akustikklampfe ausklingt. Darüber legt John Kevill sein herausgebrülltes Gekeife, sodass man meinen könnte, die Stimmbänder müssten einem gleich im Gesicht kleben. Kann „Iron City“ noch mit den Twin-Gitarren und dem maidenesken Ende auf Punktefang gehen, so wartet „Dying Light“ eher mit „Slayer treffen auf Exodus“-Momenten auf, „Leviathan“ lässt teilweise an Anthrax denken, als diese noch authentisch waren, und das eher modern stampfende „The Turning Of The Gears“ flechtet manchmal zarte Ministry-Einflüsse ein.

Schon jetzt ein Klassiker, der dem Thrashhead natürlich vieles abverlangt, lässt sich doch „IV: Empires Collapse“ nicht in ein schnödes Old-School-Thrash-Korsett einschnüren. Schöne Grüße vom Tellerrand, denn Melodeath oder auch blackmetallische Einflüsse lassen grüßen, oder auf der anderen Seite der Hardcore, der mit feinem Genickschlag voll ins Mett brezelt. Noch nie waren Warbringer so gut wie heute.

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