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War From A Harlots Mouth: Transmetropolitan

Abwechslungsreiche Platte
Wertung: 8/10
Genre: Mathcore
Spielzeit: 40:0
Release: 21.09.2007
Label: Lifeforce Records

Ein seltsames Cover und verrückte Liedtitel – was kann man da erwarten? Eine klasse CD, einen Haufen Müll oder etwas Ungewöhnliches?

Ungewöhnlich sind War From A Harlots Mouth in der Tat. Die fünf Berliner Jungs wünschen sich nicht umsonst, nicht in eine Genresparte abgeschoben zu werden. Ihre Musik schwebt irgendwo zwischen stark jazzbeeinflusstem Mathcore und Grindcore. Als weltoffene Bürger verziehen wir natürlich nicht gleich das Gesicht, sondern hören ganz brav einmal in die Platte rein.

Eines stellen wir sofort dabei fest: Die Scheibe groovt. Hier beginnt der Hörer nicht mit dem Kopf zu nicken, sondern mit den Hüften zu wackeln. Schlagzeuggedonner, exzessiv gespielte Riffs und zum Teil verwirrende Pausen erzeugen eine Melodie, die es in sich hat. Technisch ist das ganze grundsolide und der Sänger beweist ein sehr flexibles Stimmchen. Die Palette reicht von sehr hohen Screams über tiefe Growls bis zum allseits beliebten abgestochenem Schwein.

Die Produktion ist darüber hinaus auch noch gut gelungen und bringt vor allem die Gitarren gut zur Geltung. Die Welt könnte so schön sein, wären da bloß nicht diese bösen Zungen, die behaupten, Musik müsste innovativ sein und das ganze Hardcore-/Deathcoregenre wäre schon vollständig ausgepresst.

Okay, viel Neues bietet die erste Full Length CD des Knüppelcorps nun nicht, aber die geschickt aufgegriffenen, altbewährten Elemente bilden mit der Grindcore-Verbrämung ihren ganz eigenen Sound. Des Weiteren halten wir den Krachmachern die Unberechenbarkeit ihrer Musik zu Gute. Jedes Lied ist in dieser Form immer ein Stück weit unerwartet, passt aber dennoch in das Gesamtkonzept des Tonträgers.

So kommt zum Beispiel der Track „The District Attorneys Are Selling Your Blood“ als sehr deathlastiger Song im Midtempobereich daher und geht ziemlich abrupt in das völlig ruhige „Trife Life“ über, das dann doch schon mehr von Jazz als von Metal hat. Und just wenn man sich einbildet, in einer schicken Jazzbar zu sitzen, wird man von „Fighting Wars With Keyboards“ an die Wand geklatscht. Dieses Lied rast wie feinster Hardcore durch den Raum und prügelt dabei fröhlich im Uptempobereich in der Gegend herum.

Fassen wir zusammen: Wir haben eine abwechslungsreiche Platte mit passablem, wenn auch nicht ganz ausgereiftem, technischem Spiel. Ein Haufen Müll ist die CD damit schon einmal nicht. Zur Klasse Platte fehlt allerdings auch noch einiges, da die Band sich zurecht die Kritik gefallen lassen muss, dass ihre Musik, typisch für dieses Genre, eine gewisse Armut an Innovation aufweist.

Ob die Szene nun in kreativer Hinsicht am Tropf hängt oder nicht, soll jeder für sich beurteilen. Der Silberling hinterlässt trotz Allem einen ziemlich guten Eindruck bei mir. Reinhören lohnt sich für alle Math-/Grind-/Deathcoreler und Freunde des modernen Death Metals bzw. des modernen Hardcores auf jeden Fall.

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