Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Wapenspraak & Drinkgelag: Onder de banier van het gewei

Der Nachwuchs der belgischen Black-Metal-Szene wartet noch auf den Reifeprozess
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 58:45
Release: 05.07.2007
Label: Metal Distro

Die belgische Black-Metal-Szene ist anscheinend wenig einsichtig. Da beschweren sich die meisten Underground-Truppen doch stets darüber, dass sie mit den großen Vorvätern Enthroned und Ancient Rites in einen Topf geschmissen werden, bemühen sich unterdessen aber keineswegs um einige eigenständige Ansätze, um diesen Umstand einmal maßgeblich zu verändern. Wapenspraak & Drinkgelag, die nächste Insider-Grupperung aus dem Heimatland der Pommees, macht da keine Ausnahme. In schöner Regelmäßigkeit zitiert die Band auf ihrem neuen Album „Onder De Banier Van Het Gewei“ wesentliche Elemente der letzten Ancient Rites-Alben mit Inhalten der Pagan-Szene und schafft es dabei kein einziges Mal, sich wesentlich aus dem Sumpf der ständigen Vergleiche zu befreien – selbst Schuld!

Erstaunlich ist jedoch, dass sich auch in Sachen Produktion dieser Vergleich umgehend aufdrängt; die Band bemüht sich um einen bombastischen Klang, der jedoch in ein weitestgehend raues Gewand gekleidet wurde, so dass man auch ohne Wissen um das Herkunftsland der Band sofort Parallelen zu „Fatherland“ gezogen hätte. Seltsam? Mitnichten! Nun, immerhin kann man die mangelnde Individualität natürlich auch positiv auslegen, schließlich zitieren Wapenspraak & Drinkgelaag definitiv die besseren Momente der belgischen Black-Metal-Heroen und kreieren tatsächlich einige Hymnen, die man auch gerne in die Rotation aufnimmt. Gerade zu Beginn des Albums haben sich einige heimliche Hits eingeschlichen, darunter der starke Opener „Saksewoede“ und das flotte „Caorthannachs Wederkeer“, deren melodischer Unterbau durchaus seine Reize hat. Mit wachsender Spielzeit verschwindet die anfängliche Begeisterung jedoch zu Lasten eines routinierten Trotts, der sich vor allem im schleppenden Longtrack „Toorn Van De Groentroon“ bemerkbar macht. An weiterführenden Ideen mangelt es immer deutlicher, so dass der einzige Ausweg letzten Endes über Raserei und weitere Identitätseinbußen in die Sackgasse führt.

Der rauen Energie der meisten Stücke stehen somit also einige leichte Mängel beim Songwriting gegenüber, die sich kurzzeitig ausbügeln, langfristig aber nicht ungeschehen machen lassen. Es wäre nun ein leichtes, diese Scheibe dem einschlägigen Ancient Rites-Publikum schmackhaft zu machen, und dies soll eigentlich auch in eingeschränkter Form geschehen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass die kompositorische Reife bei Wapenspraak & Drinkgelaag noch nicht so ausgeprägt ist wie bei den belgischen Urgesteinen. Betrachtet man indes das Potenzial, ist aber durchaus denkbar, dass diese Band eines Tages in die Fußstapfen ihrer offensichtlichen Idole treten kann.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna