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Waltari: Release Date

Vorab aber eine sehr ausgedehnte Hörprobe empfohlen
Wertung: 99/10
Genre: Metal Crossover
Spielzeit: 70:57
Release: 23.02.2007
Label: Dockyard1

Wer sieht es noch, das grosse und übermächtige Fragezeichen, das direkt über meinem Kopf schwebt? Denn ob man es jetzt glauben kann oder nicht, Waltari haben es mit ihrem neuesten Output “Release Date“ wirklich geschafft, mich in pure Hilflosigkeit zu versetzten...

Wie ist so etwas möglich? Nun, mit einem simplen „die spinnen, die Finnen“ ist es mitnichten getan (und würde im Grunde der Sache auch nicht gerecht werden). Das Quartett aus Helsinki hat es wirklich mal wieder perfekt verstanden, sich musikalisch zwischen alle nur erdenklichen Stühle zu setzten.

Und dabei beginnt mit “Get Stamped“, “Big Sleep“ und “Let´s Puke Together“ alles noch so verheissungsvoll und vertraut. Waltari rocken ordentlich in bester Black Sabbath - Manier daher und würzen diese Sounds mit schrulligen (aber dennoch coolen) Crossover - Anleihen. Die Stücke gehen recht ordentlich in die Gehörgänge und der gemeine Metal-Head gibt sich durchaus positiv in seiner Meinung.

Doch ab Titel Nr. 4 (“Cityshamaani“) ist alles vorbei und wird brutal über den Haufen geworfen. Nicht nur, dass dieser Song in fünf Unterkapitel aufgeteilt ist (von denen jedes Kapitel aber nochmals einen separaten Song darstellt, was uns aber die offizielle Tracklist verschweigt), dieses Mammutwerk ist mit sage und schreibe 37 Minuten(!) nur noch als wahrhaft episch zu beschreiben!

“Cityshamaani“ ist im allgemeinen mehr mit einer bizarren Oper zu vergleichen. Eine Opernaufführung, die den Begriff „Pop-Art“ für sich noch mal gänzlich neu definiert hat. Hier geben sich in regelmäßigen Abständen Thrashgitarren und Dancebeats ein Stelldichein sowie übelst gegrowlte Death Metal - Parts geben sich mit elegischen Klavierbögen die Klinke in die Hand. Zwischendurch versehen wir das Ganze noch mit ein paar wild Punk-Exzessen und fertig ist ein Stück Musikgeschichte, dem man nur ratlos hinterher blicken kann.

Die darauffolgenden Songs sind zwar bei weitem nicht mehr so opulent ausgefallen, aber deswegen nicht minder einfach zu degustieren. Denn mal ehrlich: Ein Album, das so grandios Old-School-like beginnt und dann mit einem Schlag so in Extreme wie Powerpop, Grindcore, Noise Rock, Techno und Eurodance abdriftet, kann man nicht „normal“ bewerten! Wie soll dass auch möglich sein?!

Waltari haben mit “Release Date“ erneut ihr eigenes Universum vorgestellt und die (nicht vorhanden) Grenzen perfekt abgesteckt. Ein richtiger Schlag auf die Zwölf ist dann aber der Bonustrack “Spokebone“. Dieser wurde zusammen mit dem finnischen Frauenchor Värttinä und viel Elektro - Bumm Bumm eingespielt... Man muss es wirklich selbst einmal gehört haben. Denn die passenden Worte finde ich hier beim besten Willen nicht mehr...

Fazit: Die Fans können sich freuen und werden entsprechend erahnen können, was sie auf “Release Date“ alles erwartet. Allen anderen empfehle ich vorab aber eine sehr ausgedehnte Hörprobe.

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