Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Walls Of Jericho: Redemption

Erstklassige, toll produzierte und einzigartige Kompositionen
Wertung: 8.5/10
Genre: Akustik - Rock, Crossover
Spielzeit: 22:33
Release: 25.04.2008
Label: Trustkill / SPV

Mutig mutig, was uns Walls Of Jericho auf ihrer neuen EP „Redemption“ präsentieren. Denn anstatt uns wie gewohnt knallharten Hardcore mit derben Vocals von Frontfrau Candace Kucsulain um die Ohren zu prügeln als gäbe es kein Morgen, beehrt uns die Band aus Detroit, Michigan auf dieser EP mit einem faszinierenden Projekt. Die E – Gitarren, die pfeilschnellen Drums und die Hardcore – Vocals wurden größtenteils im Schrank sicher verstaut und weichen cleanen Vocals, Akustikgitarren, sanften Schlagzeug – Untermalungen und wunderschönen Arrangements.

„Redemption“ entstand dabei übrigens unter der Leitung von Slipknot/Stone Sour – Mastermind Corey Taylor, der nicht nur seine Qualitäten als Produzent und sein Studio in Iowa zur Verfügung stellte, sondern die Band auch mit seiner überirdischen Gesangsstimme ab und an unterstützt.

Auch wenn mit Sicherheit nicht jeder Walls Of Jericho – Fan nun vor Freude dreimal im Kreis hüpfen wird, so hat die Band doch einen in meinen Augen sehr eleganten Weg gewählt. Denn zum einen haben sie nicht den Fehler gemacht, ein ganzes Album in diesem Stil aufzunehmen (wie so manch eine andere Band mit ähnlichen Ideen) und zum anderen wurde diese EP ganz ausdrücklich als Projekt deklariert. Und so dürfte man eigentlich allen „Sell Out“ - Vorwürfen gekonnt aus dem Weg gehen sowie zusätzlich noch neue Hörer für sich gewinnen können.

Mit „Ember Drive“ steht dann gleich am Anfang der wohl großartigste Song auf „Redemption“. Die majestätischen und über jeden kleinsten Zweifel erhabenen cleanen Vocals von Candace, eingehüllt in diese wunderbaren Gesangsharmonien und diese beklemmende Atmosphäre, die von feinen Streichern, Akustikgitarren und vereinzelten Paukenschlägen erzeugt wird; besser geht es eigentlich gar nicht! Und gerade dann, wenn sich die Stimme von Corey Taylor langsam im Hintergrund aufbaut, ist eine dicke Gänsehaut garantiert. „Ember Drive“ ist jedenfalls ein Song, der voller Melancholie und Schönheit steckt und eigentlich zu Höherem berufen ist. Mit gezielter Promotion könnte sich „Ember Drive“ sogar zu einem absoluten Hit mausern.

Weiter geht’s mit „My Last Stand“, bei dem die Band zwar insgesamt wieder ein wenig rockiger agiert, doch die Linie von „Ember Drive“ fortführt. Auch hier wird die Stimme von Corey Taylor im Background eingesetzt, diesmal allerdings wieder weitaus unauffälliger. Gerade der Anfang des Songs weiß zu überzeugen, wofür vor allem der mitten ins Herz stechende Gesang verantwortlich sein dürfte. Meiner Meinung nach erreicht „My Last Stand“ zwar nicht ganz die Intensität von „Ember Drive“, ist aber nichtsdestotrotz ein famoses Stück niveauvoller Musikkunst.

Das folgende „No Saving Me“ (welches bereits auf dem letzten Album „With Devils Amongst Us All“ enthalten war) ist ebenfalls ein absolutes Highlight im bisherigen Schaffen der Band, denn dieser Refrain ist wirklich sensationell gut. Ungefähr ab der Songmitte werden dann nicht nur die Streicher lauter, sondern es kommen auch imposante E – Gitarren zum Zuge, die zwar nicht gerade nach Hardcore klingen, dem Song aber das zusätzliche Sahnehäubchen aufsetzen. Weniger toll finde ich leider das Cover zum Klassiker „House Of The Rising Sun“, dem die Band zwar einen eigenen Stempel aufdrücken kann, doch das in meinen Augen insgesamt zu unspannend und letztlich irgendwie überflüssig wirkt. Nicht schlecht, so richtig toll dann aber auch nicht.

Ganz großes (Kopf-) Kino bietet das finale „Addicted“. Ein zunächst rein akustisches Duett zwischen Candace und Corey, bei dem man im unheimlich eingängigen und voller Optimismus sprudelnden Refrain dann allerdings auch wieder ein paar E-Gitarren vernehmen kann. Klasse ist ebenfalls, dass sich der Song im weiteren Verlauf immer wieder steigert und gerade die letzte Wiederholung des Refrain hat es in sich.

Fazit: Die „Redemption“ - EP aus dem Hause Walls Of Jericho ist also ein mehr als gelungenes Projekt und bietet vier erstklassige, toll produzierte und einzigartige Kompositionen. Das „House Of The Rising Sun“ - Cover dürfte vielleicht die Gemüter spalten, doch auch dieses kann den Eindruck nicht zerstören, dass Walls Of Jericho hier eine echte Überraschung abliefern, die nicht nur Fans der Band interessieren sollte, sondern so ziemlich jeden, der sein Herz für ruhige und melancholische Klänge erwärmen kann.

Hinweise:

1. „Redemption“ ist eine „Digital EP only“, wird aber ab dem VÖ – Datum in allen bekannten, legalen Downloadportalen erhältlich sein.

2. Auf www.myspace.com/wallsofjericho könnt ihr euch bereits die Songs „Ember Drive“ und „No Saving Me“ anhören. Also nichts wie hin!

3. Noch im Sommer steht ein neues Album der Band an.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna