Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Walking With Strangers: Buried Dead And Done

Abfeiern bis der Exorzist kommt...
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 15:28
Release: 08.01.2010
Label: Snapping Fingers Snapping Necks

Wie lange warte ich schon auf diese CD? So lange ich diese Band kenne, habe ich auf diese CD gehofft und kaum ein Tag verging, an dem ich nicht die Demo-Tracks genoss. Kaum ein Tag, an dem ich nicht auf MySpace nachsah, ob endlich ein Blog mit den wichtigen Informationen, sprich Labeldeal beziehungsweise Releasedate, geschrieben worden sei. Endlich, endlich wurden die Gebete erhört, endlich steht es fest: Diese Gruppe hat bei Snapping Fingers Snapping Necks unterschrieben und die Debüt-EP „Buried Dead & Done“ wird dort veröffentlicht werden. Endlich, der große Tag rückt näher. Die Rede ist von dem achten Januar, dem Tag ab dem man die EP über iTunes & Co beziehen kann. Die Rede ist von Walking With Strangers.

Nach einem wuchtigen Intro beginnt mit dem Song „The Provider“ der erste der vier überdurchschnittlichen Metalcore-Kracher. Direkt wird klar, was bei der Band Programm ist: Die Gitarrenriffs sind eine ultimative Mischung aus Melodie und Aggression, der Schlagzeugpart, welcher gerne und viel auf die Bassdrum zurückgreift, sorgt für einen weiteren brutalen Effekt in den Tracks, während Frontshouter Robin die gesamte Bandbreite von unmenschlich tiefen Growls, wie bei den Breakdowns des Songs „Lost“, über kraftvolle Shouts bis hin zu extrem verzerrten, voluminösen Screams beherrscht – und im Titelsong kommen sogar dezent im Hintergrund untergebrachte klare Vocals zum Einsatz. Auf Crew-Shouts wurde hier ebenfalls nicht verzichtet, sodass auf der ganzen EP nicht auch nur die Spur von Langeweile aufkeimt. Diese Songs beinhalten einfach alles, eine unfassbare Wut und Enttäuschung, dazu eine unheimliche Verzweiflung, aber auch Hoffnung, Schmerz, Trauer, Freude und natürlich Aggression und Brutalität. All das äußert sich nicht nur durch die facettenreichen Vocals, sondern auch durch die gleichwohl treibend-aggressiven wie auch melodisch-harmonischen Riffs der Gitarristen Pontus und Christoffer, während Christopher am Bass und Anton am Schlagzeug ein starkes und solides Grundgerüst zusammenbauen.

Der Titeltrack „Buried, Dead & Done“ liefert einen monströsen Refrain, der sofort ins Ohr geht und sich dort für verdammt lange Zeit festsetzt, mehrstimmiger Gesang drückt den Hörer an die Wand und die Gitarrenfront spielt furiose Melodien, die schnell einen Gänsehaut-Effekt auslösen – in den Versen wird hauptsächlich wert auf viele tiefe, schiebende Riffs und drückende Atmosphäre gelegt, die mit ihrem Groove sicherlich noch so manchen Nacken knacken lassen werden. Der Track „Lost“ besticht mit einem Breakdown inklusive extrem tief gestimmten Gitarren und ungeheuerlichen Growls, auf die der wohl epischste Part der ganzen EP folgt – das Tempo wird etwas zurückgefahren, die Bassdrum marschiert streng, aber verhältnismäßig langsam voran, die Gitarren spielen kaum verzerrte Melodien mit der so epischen Nuance und die Vocals bringen eine Seele voller Emotionen zum Ausdruck. Der Rausschmeißer „Unforgiving“ überzeugt durch ähnliche Elemente, ist allerdings von etwas schnellerer Natur, was jedoch der Epik keineswegs schadet und die grandiose Atmosphäre noch massiver und gewaltiger herüberkommen lässt. Produktionstechnisch gibt es nichts zu beanstanden, die Songs kommen gewaltig, druckvoll und klar aus der Anlage, ohne dabei zu glattgeschliffen zu klingen.

Würde man die Stärke dieser CD, das Maß, wie sehr sie gefällt, beispielsweise in Dezibel messen – ein startendes Flugzeug wäre noch nicht laut genug. Walking With Strangers können mit den ganz großen Bands des Genres locker mithalten und stecken einige davon sogar schnell in die Tasche: Allergrößten Respekt vor dieser EP, absolute Kaufempfehlung und eine ernstgemeinte Warnung: ausdrückliche Ohrwurmgefahr! Die Bandmitglieder müssen doch ihre Seelen an den Teufel verkauft haben, um derart perfekte Songs zu schreiben – hoffentlich kommt der Höllenfürst nicht auch hier vorbei, während ich in einem dämonischem Wahn weiter durchs Zimmer moshe.

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging