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Walking On Rivers: Time To Lose Control

Zwischen Leichtigkeit und Tiefe
Wertung: 8,5/10
Genre: Indie Rock, Indie Folk
Spielzeit: 20:59
Release: 04.06.2021
Label: Walking On Rivers

Die Dortmunder Walking On Rivers haben es genau richtig gemacht, um Neu-Fans für ihren Sound zu begeistern: Gleich der Opener ihrer neuen EP „Time To Lose Control“ ist nämlich eine Blaupause in Perfektion. „Overachiever“ ist ein flotter, selbstbewusster Song mit einem süchtigmachenden Sound und einem Refrain, den man recht bald mitsingen kann – eine bärenstarke Nummer, nach deren Genuss man gar nicht anders kann, als sich auch die übrigen fünf Tracks zu Gemüte zu führen. Well played, Walking On Rivers!

Tatsächlich fahren die Herrschaften eine insgesamt recht unaufgeregte, aber nichtsdestoweniger eindringliche Indie-Folk-/Rock-Schiene, die so auch wunderbar im Radio laufen könnte. Und das ist keineswegs als Beleidigung gemacht – WOR würden die Radiolandschaft in jedem Fall bereichern! Immer wieder mit Bands wie Colplay verglichen, hat die Truppe den großen Vorteil, dass man sich hier nicht mit Chris Martins seichtem Gejammer auseinander setzen muss, sondern stattdessen mit David Laudage einen grundsympathischen Sänger mit einer unfassbar angenehmen und auch erstaunlich variablen Stimme genießen darf – sei es im erwähnten und abgefeierten „Overachiever“, aber auch in überraschenden tanzbaren Titeln wie „Feeling In My Bones“ macht der Mann einfach eine ausnehmend gute Figur.

Überhaupt putzt das Trio mit seiner spürbaren Spielfreude alles weg und sollte man nach dem fulminanten Einstand auch den ein oder anderen Abgeh-Moment auf „Time To Lose Control“ vermissen, kann die EP auf gerade mal 21 Minuten Spielzeit doch so einige Punkte sammeln. Auch „Stay In The Box“, das den schweren Stand hat, direkt nach dem Über-Opener auf der Tracklist aufzutauchen, entpuppt sich als schwer zu ignorierender, wenn auch deutlich sanfter daherkommender Folksong mit Sample-Kuschel-Teppich und ausreichend Raum für Davids Vocals.

Dass die folgenden Songs insgesamt deutlich ruhiger daherkommen, ist wie gesagt etwas schade. Die beste Figur geben Walking On Rivers einfach ab, wenn sie mit Schwung durch die Lautsprecher fegen – gerade auch ein Song wie „Feeling In My Bones“ gerät trotz Dancefloor-Charakter aber durchaus vielschichtig. Den Spagat zwischen Leichtigkeit und Tiefe, den Walking On Rivers hier so scheinbar mühelos praktizieren, muss man eben auch erst mal hinbekommen – dafür gibt‘s gleich noch mal einen Punkt obendrauf, zumal mit dem Titelsong auch noch ein beeindruckendes Finale aus dem Ärmel schüttelt, in dem sich Klaviertöne mit erneut wabernden Elektroklängen abwechseln, getragen von Davids sanftem Gesang. Damit haben die Dortmunder einen schönen Rahmen für ihre EP gebastelt, die eine direkte Kaufempfehlung für alle Indie-Fans verdient hat. Auf der Homepage der Truppe kann man sich eindecken – ich erwarte voller Vorfreude schon mein Päckchen.

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