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Wake The Nations: Sign Of Heart

Mit diesem hochqualifizierten Personal sollte deutlich mehr gehen
Wertung: 6/10
Genre: Hard Rock / Stadion Rock
Spielzeit: 41:04
Release: 30.01.2015
Label: Inverse Records

Es ist eine komische Situation, wenn man im Promozettel jede Menge Stars angepriesen bekommt, aber dann niemanden kennt. Da kann ein Redakteur schon schnell an seiner eigenen Kompetenz zweifeln. Des Rätsels Lösung ist aber schnell gefunden. Die Band kommt aus Finnland und alle namhaften Gastmusiker scheinen ebenfalls aus Finnland oder Anrainerstaaten und dem früheren Ostblock zu kommen. In diesen Bereichen hat die Musik eine sehr eigene Dynamik entwickelt und man bekommt nicht alles mit, wenn man in Deutschland wohnt.

Gut, lässt man diese Sache mal außer Acht und betrachtet die CD einfach nur als CD, dann wird sehr schnell klar, dass die Gruppe (und alle beteiligten Gastmusiker) ihren Sound auf den Straßen- und Stadionrock der Achtzigerjahre herunterbrechen möchten. Zumindest größtenteils. Hin und wieder bricht man auch aus dem Schema aus und orientiert sich ein bisschen moderner.

Zum Großteil bleibt man aber retrospektiv und orientiert sich sehr stark an den Szenegrößen der Vergangenheit. Hier liegt die Ursache dafür, dass die Musik einfach schnell langweilig wird. Schon nach ein paar Durchläufen kann man sich nicht mehr gegen das Gefühl wehren, dass man die Musik einfach schon durch und durch kennt. Und zwar nicht nur in Auszügen, sondern als Ganzes. Zuviel Aufgewärmtes ist eben einfach auch nicht gut. Ein bisschen mehr Eigeninitiative dürfte es schon sein. Spätestens wenn man nach einiger Zeit beginnt, sämtliche Einflüsse zu hören, aus allen möglichen Richtungen, dann muss man sich eine Pause gönnen.

Eine fette Rockproduktion könnte jetzt schon noch was retten. Die gibt es aber auch nicht. Der Sound ist so breitgetreten, dass es nicht leicht zu ertragen ist. Sämtliche Lautsprecher, die diese CD abspielen müssen, müssen Selbstmordgedanken haben. Anders kann das gar nicht sein. Bei den Gesangsstimmen scheint man sich ja wirklich noch Gedanken gemacht zu haben, aber spätestens beim wohl langweiligsten Gitarrensolosound seit 1985 muss ein Produzent doch einschreiten. Die Krönung ist dann der völlig im Hall absaufende Drumklang. Da hört es dann wirklich einfach nur noch auf. Wie kann man denn so etwas machen?

Jetzt kann man sich die erbosten Gesichter der Mitwirkenden schon förmlich vorstellen, denn das war ja alles absichtlich auf Retro getrimmt und sollte doch möglichst authentisch wirken. Ist Möglich. Die CD klingt aber nicht authentisch, sondern unglaublich kitschig. Das ist ein großer Unterschied!

Also zurück zum Start. Wake The Nations haben geile Ideen, keine Frage. Das Konzept, das ja schon fast ein bisschen an Avantasia erinnert, ist eine tolle Idee. Ebenso ist es durchaus legitim, wenn man Retro klingen möchte. Zusätzlich arbeiten hier offensichtlich tolle Musiker zusammen.

Man sollte nur nicht versuchen, einen Sound und ein Lebensgefühl zu 100% zu kopieren. Das geht nämlich immer schief. Eine Zeit, die vorbei ist, ist vorbei. Außerdem ist es wenig sinnvoll, alle Bausteine, die man irgendwie ausgegraben hat, in ein gemeinsames Ergebnis stecken zu wollen. Das ist dann, als ob man italienisch kochen möchte und einfach Pizza, Pasta, Fisch, Salami, Oliven und Orangen in einen Topf wirft. Ist alles irgendwie italienisch und schmeckt trotzdem nicht. Genau diesen Fehler haben die Köche von „Sign Of Heart" gemacht.

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