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VxPxOxAxAxWxAxMxC: Austrian Dukes Of Derangement

Unfassbar guter Goregrind ohne peinliches Geblubber
Wertung: 9/10
Genre: Goregrind
Spielzeit: 12:00
Release: 07.02.2020
Label: XenoKorp

VxPxOxAxAxWxAxMxC machen sich mit ihrem Bandnamen in der schreibenden Zunft sicherlich keine Freunde, großer Dank geht also schon vor Beginn des Reviews an die copy+paste-Funktion. Auch der Titel der neuesten EP „Austrian Dukes Of Derangement“ gestaltet sich etwas sperrig, ähnlich wie die Songtitel – „Gastrointestinal Haemorrhage Banger“ oder „Gang-Raped Acranius“ kommen nicht unbedingt leicht über die Lippen, zeigen aber recht deutlich die Richtung, die die Österreicher einschlagen: Goregrind vom Feinsten, zumindest dem Wortlaut nach. Dass die drei Musiker sich nach berühmten Serienmördern ihrer Heimat benennen, passt da wie Arsch auf Eimer und fügt sich wunderbar ins Gesamtbild ein.

Jetzt hat „Austrian Dukes Of Derangement“ mit gerade mal zwölf Minuten Spielzeit eine recht überschaubare Länge, in der kurzen Zeit wird aber ordentlich was geboten: Die Truppe bolzt von der ersten bis zur letzten Minute, gönnt sich nur gelegentlich kleine Soundspielereien und setzt ansonsten auf musikalische Massenvernichtungswaffen in Form von Fronter Franz Stockreiter, der sich mit einer Inbrust durch die Tracklist grunzt, dass man fast überhören könnte wie Werner Knieseks Gitarre knirschend in die Knie geht oder Walter Otts Bass sich durch sämtliche Membranen sägt.

Schon der Opener „Against Humans, Against Animals, Against Everything“ fegt, mit Unterstützung von Haruka Kamiyama, dem Sänger der japanisch-russischen Grinder Traumatomy, alles vom Tisch und das scheinbar ohne größere Anstrengung: Eine Abrissbirne vor dem Herrn, gönnt der Track sich keine Sekunde Introzeit um Luft zu holen, sondern zerrt den Hörer direkt mit fiesen Drumattacken aus dem Stuhl, um ihn zu Boden zu werfen und von den fiesen Grunts zertrampeln zu lassen. Wenn VxPxOxAxAxWxAxMxC dieses Tempo halten, bleibt kein Stein auf dem anderen.

Für „Gang-Rapes Acranius“ haben sich die Österreicher dann die komplette französische Brutal-Death-Grind-Kapelle Defecal Of Gerbe eingeladen und einen Wutklumpen gezimmert, bei dem man sich das ein oder andere Mal beherrschen muss, um nicht die eigene Einrichtung zu zerlegen. Dass VxPxOxAxAxWxAxMxC der französischen Szene nicht abgeneigt sind, zeigt dann auch das Gronibard-Cover „Va faire la vaisselle“, ein ordentlicher Groovesong, der sich direkt in Nacken und Beine einnistet und sich dabei fast schon als tanzbar entpuppt – obwohl man ja überhaupt zu Grind erstaunlich elegant tanzen kann.

Eine Schande, dass die Platte bereits seit Februar in den Regalen liegt und an mir vorbeigegangen ist, entfacht sie doch die alte Leidenschaft für Goregrind wieder ganz neu. Auf gerade mal zwölf Minuten feuern die Herrschaften trotz (oder vielleicht gerade wegen?) recht überschaubarer Vocal-Einsätze ein Groove-Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht und auch nach dem x-ten Durchlauf noch jede Menge Spaß macht. Netter Nebeneffekt: Dank diverser Features recherchiert man auch wieder ein bisschen mehr zu den besagten Bands und findet sich schon ziemlich bald in den Tiefen des Grind wieder…

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