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Vreid: Welcome Farewell

Die Norweger kommen, um zu überzeugen
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 42:36
Release: 22.02.2013
Label: Indie Recordings (Edel)

Die Norweger Vreid melden sich mit „Welcome Farewell“ zurück und wollen an „V“ anknüpfen. Hier verwoben sie die Elemente des Black Metal mit Rock'n'Roll und konnten ihre Fans, die sie seit der Gründung in 2004 stetig aufbauen, überzeugen. In ihrem Heimatland wurden sie gar für den Grammy nominiert.

„Welcome Farewell“ startet mit „The Ramble“ ruhig und fast besonnen, doch wird das Stück im Sekundentakt lauter und das Gefühl einer schlagenden Turmuhr ist soweit nicht hergeholt. Gerade meint man, es wird wieder ruhiger, da übernehmen die Gitarren und das Schlagzeug das Ruder und es bauscht sich zu einem guten Intro auf, um dann des Sängers Sture Dingsøyrs Stimme willkommen zu heißen. Ja sie knüpfen an den Vorgänger an, aber schon hier zeigt sich eine Weiterentwicklung. Der Song hat Ohrwurmcharakter und ihm steht der Türöffner wirklich gut zu Gesicht.

Wesentlich härter geht es dann schon zu Beginn von „Way Of The Serpent“ los, als wenn es sich um die Bezwingung der größten Schlange der Welt handelt, wird direkt losgeprügelt, Zeit zum Atem holen bleibt nicht einmal dem Sänger in diesem Song. Ein herrliches Gewitter, welches die Luft wunderbar klärt und noch elektrisch aufgeladen zurück lässt.

So aufgeladen und wach gemacht, kann dann „The Devils Hand“ wieder ruhigere Takte anschlagen, etwas geordneter geht es hier tatsächlich zu und so kommen die Gitarrenklänge besser zur Geltung, lassen die Haare dennoch fliegen und Sture Dingsøyr überzeugt uns, dass er sein Handwerk königlich beherrscht. Seine Stimme ist auf Zack und lässt kaum Raum für Wünsche der Thrash-Fans übrig. Wohl einer der stärksten Songs auf dem neuen Album der Norweger Vreid, da hier die Vielseitigkeit und auch die Weiterentwicklung am besten zum Tragen kommen.

Nun schon sind wir beim Titelsong „Welcome Farewell“ angekommen. Hier wird ähnlich wie bei „The Ramble“ der Song langsam aufgebaut und er steigert sich, sobald die Vocals des Sängers zu hören sind, zu seinem Höhepunkt. Hier kommt jeder Headbanger absolut auf seine Kosten, die Lyrics sind wunderbar zum Mitgrölen geeignet und so ist der Song das, was man sich von einem Titelsong wünscht: Einprägsam, laut und vor allem überzeugend. Die Mitte des Songs zeigt uns wieder eine der ruhigeren Seiten der Norweger, eine Melodie zum hineinknien. Diese Zusammenstellung ist das, was Vreid ausmachen, womit sie schon vorher überzeugt haben.

„The Reap“ beginnt kraftvoll, sortiert und als Sture Dingsøyrs Stimme erklingt fühlt man sich wie in einem Gedicht von Edgar Allan Poe. Die Zwischentakte, die sich anhören, als würde wer die Treppe hochlaufen, führen den Hörer noch tiefer in die Soundstruktur des Songs und wenn der Zuhörer nun dann mitten drin ist, bleiben die Drums nur noch im Hintergrund. Herrliche Aufmachung, den die Norweger sich hier ausgedacht haben.

Mit „Sights Of Old“ und auch „Black Waves“ gelingen ihnen ebenfalls zwei Songs, die sich auf dem Album nicht verstecken müssen und die definitiv nicht nur hier auf der Platte ihren Platz haben werden, sondern auch live sicher gut ankommen werden. Sie gehen hier wieder den Weg des leisen Beginns, um dann einen Sturm loszuschlagen. Und dann schon geht „Welcome Farewell“ mit „At The Brook“ zu Ende. Kaum fassbar, dass das Album nun schon zu Ende ist, und als wenn die Band deswegen genauso traurig sei, ist der Song auch tieftraurig gestimmt. Fast melancholisch beginnen die Instrumente, das Intro und auch die Vocals sind es. Sauber und aufgeräumt klingt Sture Dingsøyr an dieser Stelle des Albums, als wolle er noch einmal alles zusammen fassen und deutlich machen, was für Stimmmöglichkeiten er hat.

Vreid schaffen es an dem erfolgreichen Vorgänger anzuknüpfen, beweisen einmal mehr, dass eine Mischung aus Black Metal und Rock'n'Roll sehr gut möglich ist und können mit jedem Song überzeugen. Dazu passend ein düsteres, künstlerisches Booklet serviert, ein Gesamtpaket, welches jeden Fan den Atem anhalten lässt.

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