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Vredehammer: Violator

Gut gemacht und produziert, auf Dauer aber doch etwas eintönig
Wertung: 7/10
Genre: Black/Death Metal
Spielzeit: 34:30
Release: 18.03.2016
Label: Indie Recordings

Wenn sich eine Band Vredehammer nennt („Vrede“ ist die norwegische, schwedische und dänische Bezeichnung für Zorn), kann sich jeder denken, dass diese Truppe nicht darüber singt, traumtänzerisch über blühende Wiesen zu flanieren und Gänseblümchen zu pflücken, und dass auch die Mucke eher aggressiverer Art ist. Auch der Albumtitel „Violator“ lässt in dieser Hinsicht wenige Spekulationen offen. Norwegen ist bekanntlich ohnehin vor allem Heimat des Black Metals und auch Vredehammer tendieren in diese Richtung, würzen ihr Spiel allerdings auch gerne mit todesmetallischen und progressiv angehauchten Abschnitten.

Mit dem norwegischen Schwarzmetall der Neunziger à la Mayhem, alten Satyricon oder alten Darkthrone hat das hier Gebotene schon aufgrund des fehlenden Schrammelsounds freilich so gut wie gar nichts zu tun – wenn man einen Vergleich will, könnte man am ehesten vielleicht noch spätere Immortal heranziehen. Die amtlich knallende Produktion insbesondere mit der mächtigen Gitarrenwand lässt zumindest hier und da an Abbaths Ex-Kollegen denken, wenngleich Vredehammer ein wenig melodischer agieren.

Die Band ist das Baby von Gitarrist und Sänger Per Valla, der das Ganze einst als Ein-Mann-Projekt ins Leben rief. Nach einigen EPs und Singles erschien 2014, nachdem Valla inzwischen auch Mitmusiker um sich scharen konnte, das Full-Length-Debüt „Vinteroffer“, das bereits gut ankam, konnte es doch mit einer sehr professionellen (für echte Black-Metal-Fans allerdings wohl zu sterilen) Produktion und einer handwerklich starken Leistung aufwarten. Lohn war eine Nominierung für das beste Metalalbum beim Spellemannprisen, der norwegischen Grammy-Variante.

Die Jungs aber ruhten sich allem Anschein nach nicht auf ihren Lorbeeren aus und legen nun, lediglich knapp zwei Jahre später, den Nachfolger „Violator“ nach, der so ziemlich an den Sound des Erstlings anknüpft und von Anfang an darauf aus ist, ganz gemäß dem Bandnamen Schädel mit dem Vorschlaghammer zu zertrümmern. „Light The Fucking Sky“ ist natürlich auch gleich mal ein sehr markiger Titel, der zunächst hauptsächlich auf Geschwindigkeit setzt (inklusive Blastbeats versteht sich), in der zweiten Hälfte jedoch in melodischere Gebiete plus sphärisches Gitarrensolo vordringt. Schon gut gemacht und die Breaks verleihen der Angelegenheit die erwähnte, leicht progressive Note.

Beim Titelsong hingegen geht es eher treibend zur Sache, Schlagzeug und Gitarrenriffing peitschen ordentlich nach vorne, auch hier wird es in der zweiten Hälfte allerdings melodischer; cool, wie man das Stück mit einer erneut recht sphärischen Gitarrenmelodie anreichert. Dasselbe Rezept wird auch bei „Ursus“, das bereits 2014 als Single herausgebracht wurde, angewendet: Catchy Tune, die über einem preschenden Schlagzeug schwebt und ein paar Breaks, die für die notwendige Dynamik sorgen. Genauso bei „Cyclone“, das mit seinem aufwühlenden Charakter am ehesten an Immortal erinnert.

Wie erwähnt, das ist alles wirklich gut gemacht und kommt vor allem live sehr geil herüber – nachzulesen auch im Konzertbericht vom April 2015, als die Formation mit Satyricon auf Tour war –, auf Platte ist es auf Dauer aber dann letztlich doch etwas eintönig und nach Schema F, trotz aller Breaks, technischer Fertigkeiten und qualifiziertem Growling. Das Finale „Blodhevn“ mit seinem leicht melancholischen Touch und tatsächlicher, nicht nur oberflächlicher Progressivität ist dann glücklicherweise aber wirklich noch mal innovativ und interessant. Alles in allem eine gute Platte, nicht mehr und nicht weniger, die mit knapp 35 Minuten etwas kurz ausgefallen ist. Für eine als vollwertiges Album deklarierte Scheibe ist das einfach nicht zeitgemäß und zu wenig, allen „Qualität vor Quantität“-Rufen zum Trotz.

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