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Voyager: V

Ein Muss für jeden Progressive-Fan!
Wertung: 9.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 51:51
Release: 27.06.2014
Label: IAV Records

Eine der großen Errungenschaften der letzten Jahre sind Kickstarterprojekte. Man muss zwar mit einigen blödsinnigen Nebeneffekten wie zum Beispiel einem goldenen „Krafttankpenis“ leben, generell ist das Prinzip aber durchaus vernünftig und setzt sich dementsprechend auch in der Musikbranche immer mehr durch. Auch die australischen Prog-Metaller Voyager sind auf diesen Zug aufgesprungen und haben so ihr mittlerweile fünftes Studioalbum finanziert. Der Albumtitel „V“ mag relativ minimalistisch sein, die Songs, die sich auf diesem Werk finden sind dafür aber von vorne bis hinten durchdacht. 

Der Sound der Band pendelt stets zwischen stark riffgeprägten Elementen und kompakten Soundteppichen für Sänger Danny Estrin, dessen poppige Stimme an Simon LeBon von Duran Duran erinnert und der Band einen ganz eigenen Sound verleiht. Zu sagen, dass diese wenigen Zeilen das neue Studioalbum der Australier nur unzureichend beschreiben, wäre allerdings noch stark untertrieben und dementsprechend sollten wir uns den einzelnen Songs im Folgenden einmal genauer widmen. Die zusätzliche Aufmerksamkeit haben sie sich definitiv verdient!

Der Opener „Hyperventilating“, zu dem es auch schon ein Video gibt, beginnt mit einem kraftvollen Riff, bevor sich der Song in der Strophe merklich entspannt. Der Refrain kommt dann wieder etwas powervoller und setzt sich direkt im Ohr fest. Wie auch alle anderen Titel sehr abwechslungsreich und ein grandioser Auftakt mit schönem Solo.

„Breaking Down“ wirkt mit seinem kompakten Soundteppich und kleinen Keyboardfills ein bisschen wie eine etwas fröhlichere Version von HIM. Hier sticht die generell markante Stimme besonders heraus. Die anschließende Nummer „A Beautiful Mistake“ kommt von Beginn an extrem melodisch daher, besitzt allerdings dank aggressivem Riff immer noch viel Power, die sich in der Strophe aufbaut und in einem starken Refrain entlädt.

„Fortune Favours Our Blind“ klingt zu Beginn ziemlich abgehoben, dauert allerdings auch nur eine Minute und ist vor allem als kurze Erholungspause und Hinleitung zum darauf folgenden „You The Shallow“ zu verstehen. Schön gelöst! Besagte Nummer kommt dann ziemlich heavy daher, zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit der härteste Song des Albums, bringt die Stärke der Australier damit aber perfekt zur Geltung. Insgesamt eine wunderschöne Mischung aus harten Riffs und angenehmem, recht poppigem Gesang. Auch hier wird gekonnt mit Dynamik und Intensität gespielt. Das Solo in der Mitte des Songs ist über alle Zweifel erhaben.

„Embrace The Limitless“ erinnert im Aufbau stark an den zweiten Titel auf „V“ und geht mit wunderschöner Melodie wieder direkt ins Ohr.

„Orpheus“ ist, was Abwechslung angeht einer der stärksten Songs auf einem Album, das in dieser Kategorie generell auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt ist. Der Song spielt etwas mit der griechischen Mythologie und überrascht mit einem Ausschnitt aus Kurt Tucholskys Gedicht „Das Ideal“.

Die nächsten beiden Songs, „Domination Game“ und „Peacekeeper“ brauchen im Gegensatz zu den anderen Titeln ein bisschen, bis sie sich festsetzen, gerade letztgenannter überzeugt aber, ähnlich wie der Großteil der anderen Nummern, mit abwechslungsreichem Songwriting.

„It’s A Wonder“ erinnert gerade zu Beginn an etwas härtere Genres, zumindest bevor der Gesang einsetzt und den Song wieder auf gewohnt melodische Bahnen lenkt. Wie auch schon zuvor sind hier deutliche Parallelen zu den Genreikonen von Dream Theater zu ziehen, die es ähnlich gut verstehen Songs zu entwickeln, mit Tempo und Dynamik zu spielen und trotz harter Riffs immer gute Melodien zu bieten. Nur auf übertrieben zahlreiche Taktwechsel muss man bei Voyager verzichten.

Der drittletzte Track „The Morning Light“ beginnt als eine Mischung aus Musik à la  Children of Bodom und Symphonic beziehungsweise Power Metal, bevor er sich im Laufe der Zeit immer deutlicher in Richtung des letztgenannten Genres verschiebt.

Mit der Quotenballade „The Summer Always Comes Again“ und dem ebenfalls etwas ruhig geratenen Abschluss „Seasons Of Age“ sinkt das Niveau leider ein wenig, auch das kann den generell guten Eindruck aber nicht nachhaltig schmälern.

Insgesamt ist „V“ ein sehr durchdachtes Album, bei dem sich jeder Song trotz normaler Spielzeit stetig weiterentwickelt. Die Produktion bügelt das Album zwar bisweilen ziemlich glatt, da das aber gut zum Sound passt und trotzdem jeder Instrumentalist hörbar genügend Platz zur Entfaltung hat, kann man das kaum als Manko bezeichnen. Alle Songs sind abwechslungsreich komponiert, überzeugen mit durchdachten Texten und mit der überraschend poppigen Stimme des Frontmannes, besitzen Voyager sowieso einen ganz eigenen Charme, der sie von Genrekollegen abhebt und „V“ zu einem wirklich starken und definitiv hörenswerten Album macht.

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