Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Voyager: Univers

Schmeckt größtenteils
Wertung: 6/10
Genre: Prog Metal
Spielzeit: 56:21
Release: 26.10.2007
Label: Soulfood Music Distribution GmbH

Raumfahrtfans unter Euch? Nein? Das ist gut, dann stutzt auch niemand bei dem Namen der folgenden Band. Kurze Einführung: Voyager 1 war eine Raumsonde, die 1977 zum Jupiter geschickt wurde. "Stop!" schreit da der treue Star Trek-Fan. Die USS Voyager flog doch bis 2001 noch durch unzählige Galaxien und entdecke unter der Leitung Captain Kathryn Janeways fremde Zivilisationen! Auch richtig.

Ob die fünf Mitglieder von Voyager wirklich die ganze Science-Fiction-Thematik im Sinn hatten, als sie sich vor sieben Jahren gründeten, bleibt offen. Die Reaktionen auf die buntgemischten Band aus Australien, die ihre kreativen Köpfe aber aus Deutschland, den Niederlanden, Schottland und Italien bezieht, drifteten aber gerne in himmlische und höher gelegene Sphären ab. Rock Hard selbst berief sich mit dem Debütalbum “Element V” 2004 auf die Fernsehserie Voyagers.

Zwei Jahre stießen Simone Down und Mark Boeijen an den Gitarren zum Line-Up, sodass die Grundsteine für den Nachfolger “UniVers” gelegt waren. Weitere Planung: Das Progpower Festival 2008 in England sowie eine Tour. Na dann mal los!

“UniVers” ist ein durchwachsenes Album. Die Band hat sich, wie schon so viele, die Einzigartigkeit auf die vermischten Flaggen geschrieben und mischen fröhlich, was an Stilen zu hören ist, ohne einen klaren Kurs einzuschlagen. Dann kann gut gehen und sich super anhören - oder einfach auch mal völlig daneben klingen. “UniVers” bietet Paradebeispiele für beide Möglichkeiten.

Das Intro “Higher Existence” ist für den durchschnittlichen Symphonic oder Power Metal-Konsumenten durchaus nett anzuhören. Kräftige E-Gitarren mischen sich mit dramatischer Lyrik und dem netten Schifferklaviersound von Daniel Estrin. Ein bisschen neben der Spur liegt für meinen Geschmack dann der betont tiefe Gesang desselben und die Auflösung jeglicher Fixpunkte zum Ende des Songs. Chaos pur!

Richtig gut zu hören ist gleich der Nachfolger „Deep Weeds“. Ein viel entspannterer, unverkrampfterer Sound, die Gitarre wird unauffällig vom Keyboard aufgelockert und klingt nicht ganz so dramatisch und pompös. Das besorgt der Refrain, den Estrin stimmlich aber durchaus überzeugend darbietet. Wenn es passt, warum nicht? Passend sind auch die Riffs, gut, aber es geht besser.

„Sober“ ist einer der Höhepunkte des Albums. Nicht unbedingt lyrisch, aber musikalisch geht es hier ganz groß zur Sache. Ein gelungen eingängiges Riff begleitet den Hörer durch den gesamten Song, dazu Estrins Stimme mal vor eine ganz andere Herausforderung, nämlich vor dem minimalem Hintergrund zu bestehen, den das Keyboard bildet und auch diese Rechnung geht auf. Dafür vermeidet die Band den allzu weinerlichen Klang und verzichtet im energiegeladenen Refrain weder auf ordentlich krachenden Bass noch auf die Gitarre und setzt dennoch kleine Akzente durch die Synthies. Hervorragend auch wieder die Riffs und eben dieses Gleichgewicht, sodass der Song in kleinster Weise in irgendeine typischen Sound rutscht. Wem „Sober“ gefiel, dem sei auch „Cross the Line“ empfohlen. Die gleiche gekonnte Art der Melodieführung, aber ein bisschen zu exotisches Keyboardsolo.

Kommen wir nun, fairer weise, zu den Stücken, die auch ein bisschen daneben gegangen sind. Da kristallisierte sich beim ersten Hören bereits irgendein Stück heraus, bei dem irgendjemand eine ganz scheußlich klingende Stimme, ob weiblichem oder männlichem Charakter wurde niemals deutlich, an die Mikrophone gelassen hatte. Nach einigem Suchen enttarne ich „Pulse 04“ als dieses Lied absoluter Böswilligkeit.

Warum? Warum musste dieses Stück mit diesem herrlichen Gitarrenintro, dem innovativem Sprechgesang und den starken choralen Parts derart abgesägt werden? Was soll dieses scheußliche stimmliche und gitarrische Gequietsche am Ende? Wer so schnell wie ich weiterschaltet, trifft mit “Falling” und “What I need” noch auf zwei eher melancholisch angehauchte Stücke, bevor mit “White Shadow” die Tür richtig zugeknallt wird. Das ist kein stiller Abgang, “White Shadow” ist ein Abschied à la: Uns vergesst Ihr nicht so schnell. Nein, die schreckliche Zweitstimme, die ich wieder rausschneiden würde, vergisst man nicht. Das ist die Stimme zu den Iron Maiden-Zeichungen. Ansonsten ist das Lied sehr cool geworden, ein Grinsefaktor ist auf jedenfalls das selbstironische “Buh!”.

Fazit: Voyager können es also: Mixen. Das Risiko ist in etwa so hoch wie bei der Happy Hour in der Cocktailbar. Entweder Du bekommst supertolle Drinks zu reduzierten Preisen, oder bezahlst weniger Geld für weniger Geschmack. In ein paar Jahren können Voyager ihren eigenen Cocktail auf den Markt bringen, den man dann auch am Geschmack erkennt. Bis dahin schmeckt “UniVers” trotzdem größtenteils.

comments powered by Disqus

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann