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Voodoo Gods: The Divinity Of Blood

Corpsegrinder und Van De Loo haben sich ordentlich eingependelt
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 57:14
Release: 15.05.2020
Label: SPV/Reaper Entertainment

Eine ganze Weile war es ruhig geworden um die Allstar-Death-Thrasher Voodoo Gods, knapp sechs Jahre nach ihrer Debüt-Full-Length „Anticipation For Blood Leveled In Darkness“ meldet sich das Sextett jetzt mit einer neuen Veröffentlichung zurück. Blutig bleibt es auch auf „The Divinity Of Blood“, auch setzt man wieder auf die bekannte stimmliche Mischung von Cannibal Corpse-Frontnacken George „Corpsegrinder“ Fisher und dem eigentlich im Drumming verorteten Seth Van De Loo, was ja beim letzten Output schon recht solide funktioniert hat und sich als eine deutlich kollegialere Konstellation zu entpuppen scheint als die zu Zeiten der Debüt-EP „Shrunken Head“ stehende Formation aus Seth und Behemoths Nergal.

Düster geht die Welt zugrunde und da wundert man sich auch nicht über Titel wie „Serenade Of Hate“ oder dem Cannibal Corpse alle Ehre machenden Titelgespann aus „From Necromancy To Paraphilia“ und „The Absolute Necessity To Kill“. Man fühlt sich wohl in todesmetallischen Gefilden, kann aber durch allerorten stattfindende Gitarrensoli und tightes Drumming auch durchaus wieder auf der Thrash-Kante balancieren. Im Titeltrack wird dann gar ein jazziger Part eingeschleust – man höre und staune, was die alten Herrschaften da noch aus dem Ärmel zaubern.

Schon bei „Rise Of The Antichrist“ kann man sich davon überzeugen, dass das Material zumindest nicht hinter dem Vorgänger zurückbleibt: Neben einem erfreulich dominanten Basspart kann man sich an dem Spiel zwischen Corpsegrinders bulligem Gebell und Van De Loos fiesem Geschrei gütlich tun, das tatsächlich wunderbar harmoniert und den Track beinah schon zu einem Ohrwurm mutieren lässt. „Serenade Of Hate“ startet dann mit einem überraschend heimeligen, an die Achtziger angelehnten Gitarrenintro, das gottlob recht bald von den beiden Frontern zerfetzt wird. Stattdessen sattelt man lieber die Pferde für einen zerstörerischen Ritt auf den Pfaden des Death Metal, wobei ordentlich Groove am Wegesrand gepflanzt wurde.

Voll auf die Zwölf dann auch das rasante „Isa“ bei dem ein absolut heiserer Corpsegrinder alles in Grund und Boden brüllt, wobei auch hier das stark von den Achtzigern inspirierte Gitarrensolo nicht fehlen darf. Damit treten die Herrschaften immer mal wieder ein bisschen auf die Bremse, was stellenweise schade ist, so aber zumindest die Songs aus der Gefahrenzone des stumpfes Geknüppels rettet. Nicht ganz in die Achtziger, dafür aber ins fast ebenso ferne Jahr 1993 nehmen die Herren uns dann bei ihrer Version des düsteren Necrophobic-Stampfers „Before The Dawn“ mit, der natürlich in der neueren Version auch Dank der druckvollen Drum-Produktion von Andy LaRocque ordentlich Zunder gibt und sicherlich zu einer der besseren Coverversionen gehört, die da draußen durch den Äther schwirren.

Insgesamt haben sich Voodoo Gods im Vergleich zu den ersten beiden Scheiben, die beide punktgenau auf der 7,5 landeten, keinesfalls verschlechtert. Mit jazzig angehauchten Parts wie im etwas zähen „The Absolute Necessity To Kill“ und dem genialen Cover (das übrigens, ebenso wie die eher unnütze „The Ritual Of Thorn“-Vollversion nur auf dem Digipack vertreten ist) kann die Truppe sich tatsächlich von Kollegen ähnlicher Couleur abheben, wobei Voodoo Gods natürlich mit dem brachialen Front-Duo sowieso ein übergroßes Ass im Ärmel haben. Schön, dass die selbst ernannte „Death Metal Supergroup“ sich nicht in altbackenen Kamellen wälzt, sondern scheinbar immer frische Einflüsse zulässt. Da darf dann auch mal ein halber Punkt als Sahnehäubchen obendrauf.

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