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Vomitron: No NES For The Wicked

Für Metal hörende Nintendo-Nostalgiker
keine Wertung
Genre: Nintendo Metal
Spielzeit: 67:19
Release: 20.09.2011
Label: Metavania Music

Kennt einer unserer geschätzten Leser The Black Mages? Dies nämlich war die Band des bekannten japanischen Videospiel-Komponisten Nobuo Uematsu, der dort einige seiner einst selbst für die Computerspielreihe „Final Fantasy“ geschriebenen Stücke im Rockgewand präsentierte – sehr cool, kann ich jedem Metal-Interessierten (auch Leuten, die nicht zocken) nur ans Herz legen. In eine ähnliche Kerbe schlagen Vomitron, nur dass es sich hier nicht um eine richtige Band, sondern das Soloprojekt eines gewissen Peter Rutcho handelt, der für sämtliche Instrumente verantwortlich zeichnet.

Kenner werden schon bei dem Titel „No NES For The Wicked“ aufmerksam geworden sein – eine Anspielung auf das Album „No Rest For The Wicked“ von Ozzy Osbourne, doch die drei groß geschriebenen Buchstaben lassen natürlich vor allem auch an die Nintendo-Konsole, die in den Achtziger Jahren entwickelt wurde, denken. Marketingtechnisch genauso clever wie nett anzusehen ist freilich auch das Cover, auf dem sich eine knackige, spärlich bekleidete Schönheit räkelt, die mit dem entsprechenden Controller posiert. Und natürlich hat es viel mehr Kultpotential, wenn man eine Uralt-Konsole nimmt statt etwas Neuerem. Old School sozusagen.

Weniger Old School ist das Verwenden eines Drumcomputers und auch sonst drückt die Produktion nicht gerade sonderlich. Nur: Wer will bei einem derart nerdigen Vorgehen wie Videospielmucke als Rock- und Metaltracks zu arrangieren, so etwas zum Vorwurf erheben? Hier geht es nur um den Spaß, das Ganze ist als ein einziger großer Gimmick zu sehen, zumal es gerade bei Computerspielmusik zumindest nicht so unpassend wie in anderen Bereichen ist, einen Drumcomputer einzusetzen.

Die Tracks sind eine Auswahl mehrerer sehr erfolgreicher Games, die natürlich wie die Konsole selbst allesamt standesgemäß aus den achtziger Jahren stammen. Auf die Arrangements im Einzelnen einzugehen, würde an dieser Stelle wenig Sinn machen, es handelt sich schlichtergreifend um metallische beziehungsweise rockige Versionen dieser doch recht bekannten Melodien, durchaus kompetent dargeboten; das handwerkliche Niveau ist definitiv recht hoch, und das Computerspiel-Feeling bleibt natürlich vor allem durch die omnipräsenten, spacigen Keyboard- und Synthie-Sounds erhalten. Und ein Einfall wie beim „The Legend Of Zelda“-Thema eine Blastbeatpassage einzubauen, ist schon ganz witzig. Übrigens fehlt in der Tracklist ausgerechnet das eingangs erwähnte „Final Fantasy“, dessen erste drei Teile im Original ebenfalls in den Achtzigern für NES herauskamen. 

Man muss „No NES For The Wicked“ nicht toll finden und sicherlich handelt es sich hier um kein Meisterwerk, aber zumindest Metal hörende Nintendo-Nostalgiker werden vielleicht mal ein Ohr riskieren. Für einen puristischen Metalhead ist das natürlich nix, aber wie gesagt: Man sollte das mit einem Augenzwinkern sehen und in einer bierseligen Runde ist es sicherlich ganz spaßig, die Scheibe im Hintergrund laufen zu lassen. Dass Rutcho das Ganze selber nicht sonderlich ernst nimmt, zeigt schon ein kurzer Blick auf die Website des Projekts (und selbstverständlich der Name Vomitron selbst). Lachen muss man ohnehin eigentlich schon direkt am Anfang, wenn in den ersten Sekunden der CD jemand lauthals flucht – aber da findet sich jeder Zocker halt selbst wieder, denn wer kennt es nicht, wenn man den Endgegner zum fünften Mal nicht schafft oder die verdammte Konsole plötzlich einfriert und man das Scheißding am liebsten kurz und klein schlagen will. Ach ja: Sehr cool ist auch noch, dass im Inlay zu sehen ist, dass die Dame vom Cover den kitschigen Swan-Song-Engel auf dem Rücken tätowiert hat; eine weitere nette Anspielung, diesmal auf Led Zeppelin.  

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