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Vogelfrey: Sturm und Klang

Eine durchwachsene Scheibe der Hamburger
Wertung: 7,5/10
Genre: Mittelalter Metal / Folk Metal / Folk / Folk Rock
Spielzeit: 63:18
Release: 28.08.2015
Label: MetalVille / Flying Dolphin Entertainment Group

Bereits mit dem dritten Album schlagen die Hamburger Mittelalter Metaller Vogelfrey auf. Mit dem 2012 erschienenen Werk "Zwölf Schritte zum Strick" hatte die Formation schon gut vorgelegt und sich selbst eine hohe Hürde erschaffen. Denn natürlich wird das neue Album mit dem Vorgänger verglichen werden.

Der Einstieg ins Album fällt mit „Sturmgesang“ eher mittelmäßig aus. Das Gitarrenriff ist langweilig und der Refrain macht das Stück nicht besser. Die langgezogenen Gesangslinien werden auch durch die Unterlegung der Streicher nicht attraktiver. Hier ist hoffentlich der Höhepunkt der Scheibe noch nicht erreicht.

„Tandaradei!“ kann schon wesentlich besser mitreißen. In beschwingtem Takt fühlt man sich angespornt zur Musik durch das heimische Wohnzimmer zu tänzeln. Der fröhliche Song, der zum Schluss eine tragische Wendung nimmt, entspricht schon eher dem Niveau, welches man von Vogelfrey kennt. Gleich an die nächste Stelle des Albums haben die Hamburger dann den Partykracher schlechthin gepackt. „Hörner hoch“ ist der ultimative Aufruf zum Gelage. In seiner Aufmachung erinnert die Nummer allerdings zwangsweise auch an Feuerschwanz. Der Unterschied ist einzig und alleine in der Härte der Musik zu finden.

Damit sind zumindest vorerst die Feierlieder durch. Ab nun widmen sich Vogelfrey wieder ernsteren Themen. Einige Highlights wie „Gold“ und „Rolling Home“ können nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Sturm und Klang“ insgesamt nicht so zündet wie erhofft. Immer wieder gibt es Momente, in denen man auf die Fernbedienung und die dazugehörige Skip-Taste schielt. „Strohfeuer“ ist eines der Lieder, das schnell müde macht. Auch die Ballade „Nachtgesang“ kann nicht wirklich überzeugen, obwohl hier vor allem Sänger Jannik eine hervorragende Leistung abliefert und der Text auch durchaus ansprechend ist.

Nun kracht es aber doch noch richtig. „Apokalypsis“ und „Land Unter“ sind zwei Werke der härtesten Gangart für Vogelfrey. Vor allem erstgenannte Nummer donnert wirklich bösartig und bedrohlich aus den Lautsprechern. Damit ist es aber noch nicht vorbei mit den harten Stücken. Die heftigste Komposition in Wort und Musik auf „Sturm und Klang“ ist „Bluthochzeit“ hier gesellen sich harte Riffs zu Double-Bass Salven und zu einem düster-blutigen Text. Ganz zuletzt lockert sich das Album dann noch ein bisschen auf. Die lustige Nummer „Alkoholverbot“ kommt akustisch daher und sorgt durchaus für ein schmunzeln beim anhören.

„Sturm und Klang“ ist kein schlechtes Album. Zum Meisterwerk fehlen aber auch einige Schritte. Es ist aber auch für jeden etwas vertreten auf dem Silberling. Es gibt Balladen, akustische Stücke, Mittelalter-Rock, Metal, Folk und begabte Musiker, die ihre Instrumente beherrschen. Vielleicht wäre es für den Zuhörer auch ein bisschen einfacher, wenn das musikalische Spektrum nicht ganz so breit gefächert wäre. Von der anderen Seite betrachtet ist aber genau dieser Umstand eines der Markenzeichen von Vogelfrey. Am besten, man gibt der Platte eine Chance und testet wie sie mit dem eigenen Geschmack harmoniert.

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