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Vlad in Tears: Welcome To Vladyland

Nicht nach dem ersten Track werten
Wertung: 8.5/10
Genre: Goth-Rock
Spielzeit: 46:54
Release: 11.11.2011
Label: Echozone

Die Italiener sind wieder da; bekannt durch ihr Album „Underskin“, veröffentlicht in 2010, zeigen sie sich nun wieder. Wer das Debüt mochte, welches düstere, rockige Stücke enthielt und im gotischen Sektor beheimatet war, der darf sich  freuen, nun erneut Goth-Rock aus Italien kredenzt zu bekommen.

Die Aufmachung des Albums und der Titel „Welcome To Vladyland“ muten dann schon etwas seltsam an. Der Vampir - zu einem Jahrmarktsclown verkommen - grinst uns dümmlich aus dem Booklet an und es werden Erinnerungen an Coppelius wach. Auch die Verniedlichung des Wortes Vlad stößt irgendwie übel auf. Aber nun gut, alles kann sich ja nicht geändert haben und der erste Track „At The End Of The World“ klingt an. Ähm? Nochmals die CD aus dem Player geholt, ob es sich auch wirklich um Vlad In Tears handelt? Ja, in der Tat. Nun gut, das was uns da in den Ohren klingelt, hat definitiv nichts mehr mit dem zu tun, was wir aus 2010 kannten. Rockige, schmissige Töne versetzt mit Jahrmarksklängen - ein Schütteln macht sich breit. Auch die Stimme Chris Vlads (der Ordnung halber heißen alle Bandmitglieder Vlad mit Nachnamen) ist weit von einer tragenden Rolle und feinen Nuancen entfernt. „Circus On The Moon“, der zweite Track, macht es in keiner Weise besser. Gut gemacht sind beide Songs, instrumental sauber, keine Frage. Sie passen mit Sicherheit auf die eine oder andere Geisterbahn auf dem Rummel. 

Dann endlich Song Nummer drei: „Here Comes The Rain“ zeigt Vlad In Tears wie wir sie kennenlernen durften. Die Transformation vom Jahrmarktsclown zu rockigen Goth-Vampiren im Regen hat stattgefunden. Die düstere Stimmung ist wieder da und auch Chris Stimme kommt wieder zur Geltung, wäre auch schade drum gewesen. Dann geht einem doch der Kronleuchter auf, das Booklet zu Rate gezogen, fällt endlich der Groschen. Die Italiener präsentieren mit „Welcome To Vladyland“ ihr erstes Konzeptalbum und all diese Widersprüchlichkeiten und überraschenden Momente sind wohl pure Absicht. Die Bilder im Booklet erinnern an Dalí und zeigen in Bildern, was der Hörer des Albums auf die Ohren bekommt: Skurriles und Gegensätze und immer wieder leuchtet das Leitmotiv des Vampirs auf und sei es plump durch gespitzte Eckzähne.

„Redemption“ zeigt als Song nochmals alles in einem. Die anfänglich befremdlichen Klänge und dann die Stärke der Italiener, die wohl viel von den Finnen musikalisch gelernt haben. Defintiv ein Anspielmuss der Song. Ähnlich wie schon beim fünften Song des Albums „Mary“ wird hier deutlich gemacht, wofür die Italiener nunmehr seit insgesamt vier Alben stehen: eine Mischung aus Keyboardklängen, harten Gitarrenriffs und tiefen, gefühlvollen Vocals.

Dem steht auch „After All“ in Nichts nach, auch dieser Song gehört zu den besseren, weil passenderen Stücken des Albums. Hier kann man sich zurück lehnen, das blöde Wetter draußen vergessen und träumen. Gegen Ende wird der Hörer wieder auf den Jahrmarkt zurück geholt, anders als bei den ersten beiden Songs, aber nicht störend durch schmissige Diskosounds, sondern einschmeichelnd.

Mit insgesamt zwölf Songs haben die Italiener ein Konzeptalbum hingelegt, was inhaltlich sauber aufgebaut ist, es wurde an alles gedacht. Ob dies nun nötig war, dürfen gerne andere entscheiden. 

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