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Virtue Concept: Sources

VC sichern sich einen Platz im guten Mittelfeld
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore, Hardcore
Spielzeit: 35:01
Release: 02.06.2012
Label: Let It Burn Records/Acuity.Music

Es gibt Personen, auf die stößt man in der Metalszene häufiger als man meinen möchte. Auf Kristian Kohlmannslehner zum Beispiel. Der gute Mann unterhält die mittlerweile beinah schon legendären Kohlekeller Studios und hat mit Another Perfect Day eine eigene, ziemlich großartige Band aus dem Boden gestampft. Nebenbei verdingt er sich aber natürlich immer noch mit seinem Recording Studio und genau hier schlagen wir die Brücke zum ersten Album der Regensburger Formation Virtue Concept, denn die hat sich in eben jenen Kohlekeller Studios eingefunden, um dort ihr Debüt „Sources“ aufzunehmen.

Seit gerade mal einem Jahr zocken die Bayern gemeinsam und haben bereits einen Deal mit dem Let-It-Burn-Unterlabel Acuity.Music am Start. Das hat nun nicht allzu viel zu heißen, denn das Glück ist oftmals mit den Dummen, aber immerhin haben Virtue Concept neben Deadlock-Gitarrist Sebastian Reichl, der „Sources“ produzierte, auch Misery Signals-Sänger Karl Schubach für einen Gastauftritt anlocken können. Für eine Band, von der man bisher noch rein gar nichts gehört hatte, ist das schon ein beachtliches Kontingent an Prominenz.

Aus dem bayerischen Land kommen ja des Öfteren erstaunlich gute Metal- und Hardcorekapellen, da treten Virtue Concept also in recht große Fußstapfen. Schauen wir uns das Debütalbum also mal genauer an: Begonnen wird mit einem instrumentalen Intro mit Keyboard- und Streicherpassagen, nichts Neues also, aber eigentlich immer wieder eine schöne Einleitung. „Grey Days“ prescht dann lückenlos direkt nach vorne los, Sänger Raphael überzeugt mit Stimmgewalt und die Gitarrenfront überbietet sich im Riffing. Gegen Ende taucht dann auch Sebastian Reichl mit einem Solo auf, das zwar nicht übel ist, aber keineswegs die angepriesene Gänsehaut verursacht.

Wenden wir uns dem zweiten prominenten Gast auf der Platte zu: Bei „Treasure Hunt“ versteckt sich Karl Schubach von Misery Signals zwischen den sehr schönen Leadgitarren; nicht nur die Instrumentalfraktion kann hier überzeugen, auch wer kein Misery-Signals-Fan ist, wird sich eingestehen müssen, dass die Stimmen der beiden Herren wirklich gut harmonieren – Raphaels tiefe Growls und Karls heiseres Gebell bilden quasi ein typisches Metalcore-Duo. „Awake“ lebt dann hauptsächlich von den gänsehäutigen Gitarren, die sich mit den fast verzweifelt anmutenden Growls ein packendes Duell liefern – hier kann man richtig in den Song eintauchen, ohne sich ständig über unpassende Tempowechsel oder ähnliches zu ärgern.

„Interlude“ führt den Hörer dann sehr behutsam zu „The Ark“, das natürlich kein bisschen behutsam daherkommt, sondern wieder mit ordentlich Geschrei aufwartet. Das eine muss man der Band lassen, sie umgeht konsequent den Einsatz von klarem Gesang. So vermeidet man natürlich eventuelle Peinlichkeiten, die Abwechslung bleibt aber auch ein wenig auf der Strecke, zumal die Vocals bei „The Ark“ nicht ganz so kraftvoll klingen wie man es von der Scheibe gewohnt ist. Auch die letzten Songs überzeugen nicht mehr so recht, obwohl im Rausschmeißer „The Law Of The Jungle“ sogar noch ganz Hardcore-typisch mit Gangshouts jongliert wird.

Virtue Concept spielen trotz Promibonus noch längst nicht in der Oberliga des deutschen Metalcore mit, haben aber mit ihrem Sound auf „Sources“ schon mal ein ganz akzeptables Fundament gelegt. Beim ersten Album ist es ja immer zu berücksichtigen, dass die Band ihren ganz eigenen Stil vielleicht erst noch finden muss – der erste Eindruck positioniert die Bayern aber zumindest mal im guten Mittelfeld.

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