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Virgin Snatch: Act Of Grace

Interessanter Klang ohne viel Abwechslung
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 43:00
Release: 22.02.2010
Label: Mystic Productions

Die bisher fast ausschließlich in Polen aktive Band Virgin Snatch bringt mit ihrer neuen CD "Act Of Grace" ihr erstes Album heraus, das weltweit veröffentlich wird. Und obwohl die meisten hierzulande wohl noch nicht allzu viel von Virgin Snatch gehört haben, weist ihre Bandgeschichte interessante Aspekte auf. Pawel Maciwoda-Jastrzebski, der heute ein fester Bestandteil der Scorpions ist, bediente bereits bei Virgin Snatch den Bass. Heute wird dieser Part von Marcin Nowak alias Novy übernommen, der schon bei Vader und Behemoth einen ordentlichen Bass hinlegte.

Aber auch Lukasz Zielinski alias Zielony (Gesang) und Grzegorz Bryla alias Grysik (Gitarre) sind mit von der Partie, die der eine oder andere von der Death-Metal-Band Anal Stench kennen wird. Diese gründeten auch 2001 Virgin Snatch.

Was erst als eine Alternative zu ihrer gemeinsamen Band Death Sea - eine weitere Band, in der beide bis heute aktiv sind - geplant war, entwickelte sich zu einem eigenständigen Projekt. Virgin Snatch haben schon häufig Bands wie Vader, Behemoth, Rage und Helloween supportet und waren bereits Headliner bei Sthrashydlo, dem ältesten Metalfestival in Polen.

Auch wenn alle Mitglieder von Virgin Snatch anhand ihrer Biographien einen deutlichen Death-Metal-Einschlag haben, widmen sie sich bei diesem Projekt eindeutig dem Thrash Metal. Ein schneller Beat treibt die Musik unglaublich voran, sodass man schon beim ersten Hören der CD nicht still stehen kann. Das Riffing hämmert sich passend dazu durch die Lieder und findet nur ab und zu einen Break in mäßigen Soli, bei denen beide Gitarristen abwechselnd die Führung übernehmen. 

Zielony wechselt geschickt zwischen derben Growls und agressivem Clean-Gesang, der durch seine unverwechselbare Stimme der Band einen deutlichen Wiedererkennungswert einbringt. Seine Texte sind sehr kritisch gegenüber der heutigen Politik und allgemeiner Kriegstreiberei, die sarkastisch als "Act Of Grace" bezeichnet wird. Auch die Politiker dahinter werden scharf kritisiert, sodass Virgin Snatch besonders mit ihrem Titel "Walk The Line" zum Umdenken aufrufen.

Die einzigen Titel, die von dieser Thematik abweichen sind "Daniel The Jack" und "It's Time". Während ersteres eine ziemlich platte, aber musikalisch recht fröhliche Lobeshymne an den guten alten Whisky, der an dieser Stelle nicht namentlich genannt sei, darstellt, beschäftigt sich die Ballade "It's Time" mit einem viel ernsteren Thema: Der Song wurde anlässlich des Todes von Vitek Kieltyka geschrieben und ist auch diesem gewidmet. Der Drummer von Decapitated starb bei einem Unfall im Tourbus. Anlässlich dieses Liedes hat sein älterer Bruder Waclaw "Vogg" Kieltyka, der auch Mitglied von Decapitated ist, einen Gastauftritt auf der CD und übernimmt das Solo in der Ballade.

Obwohl man schon einfühlsamere Balladen von Metal-Bands gehört hat, überzeugen hier besonders die Lyrics. Diese strahlen wie auch die Texte des restlichen Albums eine Authentizität aus, die Virgin Snatch zugute gehalten werden muss.

Musikalisch überzeugt die Platte leider weniger. Die Lieder klingen, auch wenn sehr energetisch gespielt, doch alle gleich. Selbst der oben genannte interessante cleane Gesang verliert in dem gleichbleibendem Schema der Virgin Snatch-Songs schnell an Reiz - insgesamt ein durchschnittliches Album.

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