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Vintersorg: Orkan

Ein Sturm aus Melodien
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Metal/Folk Metal
Spielzeit: 50:28
Release: 29.06.2012
Label: Napalm Records

Dass Andreas Hedlund ein Workaholic ist, das dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Neben seiner Hauptband Vintersorg tummelt sich der Schwede noch in mehreren anderen Combos. Eine davon sind Borknagar, die im Frühjahr dieses Jahres auch schon eine CD veröffentlicht haben. Nun kommt das neue Werk von Vintersorg auf den Markt. Nur gut ein Jahr nach der letzten CD „Jordpuls“ kommt nun das neue Album „Orkan“. Es enthält acht Lieder mit einer Gesamtspielzeit von fünfzig Minuten.

Musikalisch hat sich das Album wieder mehr an den progressiveren Werken der Band orientiert. Es ist nicht so vielflächig wie zum Beispiel „Cosmic Genesis“, aber sicherlich meilenweit entfernt von Publikationen à la „Till Fjälls“. „Orkan“ ist eine Mischung aus den Extremen, die Vintersorg bisher produziert hat. Allerdings nicht nur das: Es fügen sich auch ein paar kleinere, aber neue Elemente in die Musik der Schweden ein. Vintersorg werden komplexer und verschachtelter. Die Musik war noch nie dazu gemacht, einmal schnell im Vorbeigehen gehört zu werden, doch mit „Orkan“ sind Andreas und Matthias noch eine Stufe weitergegangen.

Die Lieder sind komplexer und trotzdem verhältnismäßig eingängig. Die Black-Metal-Attitüde musste darunter allerdings schon leiden. Vielerorts fehlt das Schwarzmetall komplett und wenn vorhanden, dann wurde es sehr domestiziert. Das darf man aber nicht unbedingt als negative Kritik verstehen. Vintersorg baut aus den harschen und unwirtlichen Strukturen des Black Metal eine ganz eigene Form der schwermetallischen Unterhaltung. Darin enthalten sind anspruchsvolle Musik, anspruchsvolle Texte und der offensichtliche rote Faden des Masterminds. „Orkan“ stellt ein bewundernswertes Album dar, welches aber höchstwahrscheinlich nicht alle Fans erreichen wird.

Die CD präsentiert sich aber auch gleichzeitig fast perfekt produziert. Die Stimmung, die vermittelt werden soll, kommt fast ohne Umwege beim Hörer an. Nur klitzekleine Kritikpunkte sind hier zu finden. Das Keyboard (vor allem die Trompeten) klingt wie ein 8-Bit Midi-Keyboard aus den späten neunziger Jahren. Das hätte man ohne großen Aufwand besser gestalten können. War das Absicht?

Insgesamt ist das Album aber durchaus gelungen. „Orkan“ wirkt homogen und ausgewogen. Die Lieder sind technisch höchst anspruchsvoll und trotzdem nicht zu vollgepackt mit Informationen in Form von Noten, sondern malen Bilder in die Hirne der Zuhörer.

Vintersorg haben schon bessere Alben verfasst, könnte man jetzt kritisch anmerken. Die Frage ist dann allerdings, ob man das so stehen lassen kann. Diese Frage muss man mit einem klaren Nein beantworten. Das Album ist sehr gut, aber breiter gefächert als alle Vorgänger. Frühere Fans von Vintersorg sollten sich die Scheibe unbedingt anhören und jeder, der auf die letzten Publikationen schwört, sollte der neuen CD eine Chance geben. Er/Sie wird nicht enttäuscht werden.

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