Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Vintersorg: Naturbål

Die dritte Platte aus der Reihe über die Elemente
Wertung: 9/10
Genre: Folk Metal /Progressive Black Metal
Spielzeit: 54:39
Release: 27.06.2014
Label: Napalm Records

Weiter geht es im Zyklus. Vintersorg haben eine Konzeptreihe über die vier Elemente angekündigt und zwei der Alben sind schon raus. Als drittes Element kommt nun das Feuer an die Reihe. Mit ähnlich beeindruckendem Cover wie der Vorgänger „Orkan“ sticht die Platte sofort ins Auge und lässt dem Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen. Rotiert die Scheibe dann erst einmal im Schacht, dann kann man mit Genuss feststellen: Vintersorg sind so verquer und verschnörkelt wie eh und je. Gravierende Änderungen stilistischer Natur sind nicht zu verzeichnen. Die einzige Auffälligkeit, die sich beobachten lässt, ist das wieder leicht angezogene Tempo, das immer dann zum Zuge kommt, wenn ein rasender Feuersturm oder ähnliches beschrieben werden soll. Wahrscheinlich kann kein Künstler der Welt mehr musikalische und lyrische Interpretationen für das Thema Feuer erfinden als Mr. V. In unterschiedlichsten Winkeln wird die Thematik ausgeleuchtet und ausgeformt. Man kann es vor dem inneren Auge förmlich sehen: Ein kleines Flämmchen, zart und fast unscheinbar (meist intoniert durch Akustikgitarren und Klargesang) entwickelt sich zu einer wahren Feuersbrunst, die nichts und niemanden verschont (rasende Riffs, Blastbeats, Growls und Doublebass-Salven).

Dass die Vertonung einer Naturgewalt immer ein spannendes Thema ist, das haben schon viele klassische Komponisten eindrucksvoll bewiesen. Beispiele hierfür bekommt man ja im Musikunterricht zuhauf. In die Fußstapfen genau dieser großen Komponisten steigt das Duo Vintersorg und nimmt die gelegte Fährte auf, allerdings mit moderner Instrumentierung. Neben Gitarren in akustischer und elektrischer Form, Bass, Schlagzeug und dem Organ von Mr. V gibt es auch Keyboards und eine Sängerin zu hören. Das Ergebnis ist beängstigend-beeindruckend. Vintersorg sind bekannt für ihren progressiven Folk-Black-Metal. Seit Beginn ihrer Karriere sind sie ihrem Stil ziemlich treu und weichen nur marginal vom eingeschlagenen Weg ab. Umso beeindruckender ist es, dass sich dadurch keine Längen einschleichen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Hörer, der das erste Mal mit der Formation konfrontiert wird, wird erst einmal erschlagen und muss sich in die Dichte vorarbeiten. Geübte Vintersorg-Hörer können sich gleich ins Getümmel stürzen und nach den reichlich vorhandenen Spielereien suchen.

Es ist unglaublich schwer, Anspieltipps zu geben, weil wirklich alle Songs ihre Stärken haben und am besten wirken, wenn das Album komplett abgespielt wird. Die Saga der Elemente wird mit dem nächsten Album abgeschlossen sein und man kann mutmaßen, dass Vintersorg hier an einem Meilenstein der Bandgeschichte arbeiten. Die Platte ist ein Muss für alle, die die Vorgänger der Reihe ihr Eigen nennen können. Ansonsten sollten sich alle Freunde eher unkonventioneller Musik angesprochen fühlen. Hier investiert man in viele Stunden Hörspaß.

comments powered by Disqus