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Vintersorg: Jordpuls

Borknagar mal fröhlich
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Rock / Symphonic Folk Metal
Spielzeit: 46:44
Release: 25.03.2011
Label: Napalm Records

Auch wer von der schwedischen Band Vintersorg noch nichts gehört hat, kann schon vermuten, welcher Künstler hinter diesem Projekt steckt. Niemand anderes als Vintersorg selbst, jahrelanger Sänger und Bassist der bekannteren Black-Metal-Kombo Borknagar hat hier alle Fäden in der Hand. Zusammen mit Gitarrist Mattias zelebriert er auch auf dem siebten Album der Band, „Jordpuls“, den Folk Metal. Diese Genrebezeichnung sollte aber nicht wörtlich genommen werden, denn bei „Jordpuls“ wird man keinen klassischen Folk Metal zu hören bekommen. Vielmehr beweist die Band, dass solche Begriffe durchaus dehnbar sind. Das auf Schwedisch verfasste Album bewegt sich musikalisch auf einer seltenen, aber dafür umso Vintersorg typischeren Ebene. Diese Ebene umfasst eine Mischung aus Progressive Rock mit Folk-Metal-Elementen, die symphonischen Einschlag aufweisen; dazu noch eine Prise Black Metal und dann dürften die Klänge von Vintersorg annähernd in Worte gefasst sein.

„Jordpuls“ ist ein auffallend fröhliches Album. Grund dafür sind vor allem die aufgeweckte Dynamik („Världsalltets Fanfar“) und die fast schon poppigen Melodien („Mörk Nebulosa“, „Klippor Och Skär“). Auch die unverkennbare Stimme von Vintersorg konzentriert sich bei „Jordpuls“ fast ausschließlich auf cleanen Gesang, was im Weiteren zu der hellen Stimmung des Albums beiträgt.  Durch die klangtechnisch abgesetzte Stimme und den deutlich gezeichneten Melodien wird das Album zudem sehr einprägsam. Der angesprochene Black-Metal-Anteil zeigt sich hingegen spärlich. Lediglich bei den paar härten Riffs in „Mörk Nebulosa“ und „Världsalltets Fanfar“ oder bei dem selten Growling wie in „Vindögat“ oder „Världsalltets Fanfar“ lugen die Black Metal-Wurzeln von Vintersorg hervor. Einzig das programmierte Schlagzeug vermittelt auf „Jordpuls“ durchgehende Härte, wird aber so im Hintergrund gehalten, dass sie nur unterschwellig, wenn überhaupt spürbar wird.

Auffälliger gestaltet sich da schon der symphonische Einschlag, der durch Streicher- und Flöten-Synths („Världsalltets Fanfar“, „Klippor Och Skär“, „Till Dånet Av Forsar Och Fall“) verdeutlicht wird. Als ein weiteres Beispiel ist der Song „Palissader“ zu nennen, der diesen Einfluss durch unter anderem Barocke Klänge deutlich macht. Der Hang zum Progressiven, der auch schon bei Borknagar deutlich wurde, zeigt sich vor allem in den meist virtuosem Gitarrenspiel und dem teils sehr unkonventionellem Gesang. Beides findet sich kombiniert in dem Lied „Stjärndyrkan“ wieder und dürfte für einige Ohren ein wenig gewöhnungsbedürftig sein.

Der klassische Folk Metal kommt für eine als Folk Metal angepriesene CD bei „Jordpuls“ dagegen viel zu kurz. Außer „Vindögat“ zeigen die Songs auf diesem Album meist nur Ansätze dieses Genres und bewegen sich meist doch im progressiven, symphonischen Bereich.

Vintersorg haben mit „Jordpuls“ ein Album geschaffen, was sich nicht nur durch seine fröhliche Stimmung abhebt, sondern auch einprägsam wie virtuos zugleich ist. Seine Produktion ist überdurchschnittlich gut, was sich in dem vollen Klang wie auch den gut abgemischten Instrumenten zeigt. Trotz allem erreicht „Jordpuls“ für den Hörer keine echte Eigenständigkeit. Nicht nur, dass die meisten Lieder einfach zu ähnlich klingen, auch die talentierte Stimme von Vintersorg ist für das Album Segen und Fluch zugleich. Der hohe Widererkennungswert seiner Stimme wie auch die musikalische Basis von Vintersorg erinnern doch sehr an die Machwerke von Borknagar. Verwunderlich ist das zwar nicht, ein Stilwechsel wäre aber trotzdem sehr wünschenswert gewesen.  Auch wenn „Jordpuls“ professionell gemacht ist, wird beim Hören daher immer wieder die Frage auftauchen:  „Warum klingen Borknagar auf einmal so fröhlich?“

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