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Vinnie Caruana: Live At The Black Heart

Eine intime Show, die man sich auch mit Spaß zuhause anhören kann
Wertung: 8/10
Genre: Singer/Songwriter
Spielzeit: 70:56
Release: 26.06.2020
Label: Big Scary Monsters

Vinnie Caruana kann gut und gerne als musikalischer Nimmersatt bezeichnet werden. Nicht nur, dass der Mann vor über 15 Jahren die Indie/Post-Hardcore-Truppe I Am The Avalance gegründet hat und ihr weiterhin treu ist, außerdem führt der Musiker die Bands The Movielife (die er ebenfalls gründete), Peace'd Out und Constant Elevation als Sänger an und ist seit einigen Jahren auch in Sologefilden unterwegs. Aus letzteren Bemühungen ist jetzt ganz frisch und perfekt zum Sommer die Live-Platte „Live At The Black Heart“ entstanden, die bei der allerletzten UK-Show im Dezember letzten Jahres aufgenommen wurde und den Singer/Songwriter unglaublich nah und sympathisch zeigt. Über 70 Minuten lang unterhält der US-Amerikaner sein Publikum, dem vorweg gar nicht eröffnet worden war, dass dieser Abend überhaupt auf Platte gebannt werden sollte – es handelt sich also um Show, die so unverfälscht stattfindet, wie sie nur sein kann.

Interaktionen mit dem Publikum kommen ebensowenig zu kurz wie das ein oder andere Gläschen Whiskey, was auch die lange Spielzeit erklärt (und den Patzer im immerhin finalen „Ship To Shore“). Auf Livequalitäten geprüft werden sowohl Klassiker seiner bekanntesten Bands The Movielife und I Am The Avalanche als auch Tracks von seiner aktuellen Solo-EP „Aging Frontman“. Von Alterserscheinungen kann man hier aber noch nichts feststellen – Caruana schäkert mit den Fans, bedankt sich bei seiner Crew und schafft es zwischendurch noch, zwischen sanft einlullendem Gesang und rotzig-punkiger Rockröhre zu pendeln.

Dass der Mann noch ordentlich Stimmkapazitäten hat, beweist er schon recht schnell bei „This One‘s On Me“, einem eigentlich gemütlichen Song, der durch Vinnies Gesang dann aber schnell eine raue Kante bekommt; fast noch schüchtern kündigt er mit „Tex 'TheRock' Johnson“ einen Track seiner „Aging Frontman“-EP an, im Verlauf der Show kann man dann richtig zuhören, wie der Whiskey und das begeistert mitsingende Publikum den Sänger deutlich zugänglicher werden lassen. Mitgröl-Favoriten wie „177“ (bei dem überraschenderweise niemand mitgrölt) kommen dabei ebenso aufs Tapet wie das melancholische „Better“, bei dem man nicht nur der Gänsehaut beim Wandern zuschauen kann sondern tatsächlich im Refrain auch ein Tränchen zurückhalten muss.

Spätestens jetzt hat der Amerikaner die Sympathien auf seiner Seite. Punkten kann er dann aus dem Effeff mit dem deutlich flotteren, aber nicht weniger traurigen „Somehow The World Keeps Turning“, dem tanzbaren „Hand Grenade“, bei dem auch endlich mal das Publikum aus dem Quark kommt und dem mit viel Enthusiasmus vorgetragenen „Holy Fuck“, bei dem man sich auch wieder nur über die guten Manieren der Zuschauer wundern kann, die brav die Hintergrundchöre stellen, aber sich beim Songtitel tapfer zurückhalten.

Derzeit sitzen ja alle Livefans irgendwie auf dem Trockenen, da ist die Livescheibe von Vinnie Caruana eigentlich genau das richtige. Selbst wenn man mit dem Backkatalog des Musikers nicht so vertraut ist, muss man „Live At The Black Heart“ einen wahnsinnigen Charme konstatieren, die der Sänger über die gesamten 70 Minuten Showzeit halten kann. Eine Platte, die Spaß macht – und verdammt viel Lust auf kommende Konzerte.

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