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Vinegar Hill: monophobia

Deutliche Steigerung seit dem Debüt
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 32:50
Release: 13.05.2015
Label: RecordJet

Melodic Death Metal steht bei Vinegar Hill auf dem Tableau, doch was da so vollmundig angekündigt wird, ist dann aber nur ein Teil, wenn auch ein großer, des musikalischen Gesamtgebräus. Sicherlich haben die Österreicher auch ganz gerne von In Flames über Scar Symmetry bis hin zu Dark Tranquillity mehr als einmal reingehört, doch um sich ein Stück weit mehr in Richtung Selbstständigkeit anzusetzen, gehört dann doch ein bisschen mehr als nur sauberes Durchzocken, was eben eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Und genau in diesem „sich abgrenzen“ scheiden sich dann auch schnell die Geister, denn so manches Mal überschreiten sie auch die Grenze zum Core und lassen mit dem Klargesang sogar ein paar Emo-Vibes aufkommen. Ganz deutlich wird das bei „Promises“, hat der Anfang dann erst einmal wenig mit Melodeath zu tun, drängen sich hier die Emo/Core-Einflüsse in den Vordergrund und dürften für Traditionalisten gleich auch ein Dorn im Auge sein. Zudem sind hier zum ersten Mal auch ein paar melancholische Momente zu finden, die sich aber auf dem Album gut zurückhalten und erst wieder in „The Ominous Needs“ deutlicher zu finden sind. Ansonsten steht dieser Song aber auch für die ruhigere Seite von Vinegar Hill, die modern und ein wenig zu angepasst aus den Boxen schummert.

Da knallen natürlich andere Nummern viel angenehmer in die Klöten. Schon „Solitary Bay“ ist eine derart aggressiv nach vorn treibende Nummer, die mit melodischen Leads ausgestattet auch mal sehr schön auf die Sehsuchtstube ohne Melancholie drückt, bei der die ruhigeren Parts sich zu einem harmonischen Kontrast aufbauen und sich spätestens im Refrain mit Ohrwurmqualitäten aufschwingen. Richtig auf die Zwölf ist dann aber das anschließende „ Something That Sleeps“, ein bärenstarkes, unangepasstes Derbstück mit verzweifelten Vocals, schrägen Gitarren und praller Double-Bass-Power.

Schon der Opener „The Shadowman“ machte früh deutlich, welch Potenzial in der Truppe steckt, wenn man erst einmal das Synthie-Intro-Gedudel überstanden hat. Die volle Melodeath-Breitseite mit einem Frontmann Dominik, der von Klargesang über derbe Growls bis hin zu angepissten Shouts alles auf dem Kasten hat. Das braucht er dann auch für „Beauty No More“, prägen sich doch nach dem ruhigen Start immer mehr das Wechselspiel zwischen Midtempo-Riffattacken und reinen Knüppelpassagen ein und werden dann auch noch von einer richtig gelungenen Gesangslinie ausgekontert. Gegen Ende übertreiben sie dann ein wenig ihre Synthie-Vorliebe, denn so wird der In Flames-lastige Stampfer „Firebirds“ mit seinen zahlreichen elektronischen Spielereien lediglich zur Durchschnittsparole. Genauso wie „Faint Cold Fear“ heben sich die letzten beiden Songs eh auch soundtechnisch vom Rest der Scheibe ab.

Auch wenn noch nicht alles Gold ist, was hier so auf der Vinegar Hill-Medaille „monophobia“ glänzt, so ist die Steigerung zum Debüt „The Road To Grace“ angenehm spürbar und lässt dann auch den hoffentlich korrekten Schluss zu, dass die Herren aus der Steiermark mit dem dritten Album erst Recht so richtig zulangen. Bis dahin muss man sich mit dieser Scheibe begnügen, was aber kurzweiliger als befürchtet ist.

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