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Vilefuck: What Lies Ahead Is Already Dead

Thrash Metal ohne Ermüdungserscheinungen
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 37:26
Release: 25.09.2009
Label: FDA Rekotz

Bei Thrash Metal kann man im Prinzip nicht viel verkehrt machen, wenn man sich von den üblichen Vorbildern wie Sodom, Destruction, Kreator und all den Helden der Bay Area inspirieren lässt. Vilefuck aus Schweden bezeichnen sich als „Old School Thrash Metal“ und sind damit wahrlich nicht die erste „junge“ Band (Gründungsjahr: 2004), die im Revival des Thrash Metals an die Oberfläche gespült wurde. Und sie wären auch nicht die Erste, die in dieser Masse schlichtweg untergeht. Der schwedische Vierer hat aber durchaus Qualitäten, die ihr erstes Album „What Lies Ahead Is Already Dead“ (nach fünf vorhergegangenen Demos) zumindest beinharten Thrash-Metal-Fans schmackhaft machen dürfte.

Originalität darf man nicht erwarten, soviel sei von Anfang an klargestellt. Wir haben mit Allex Karlsson Eliasson einen Sänger, der wie Tom Angelrippers verschollener kleiner Bruder in sein Mikrofon keift. Wir haben mit Tom Metso einen Gitarristen, der Thrash Metal 1x1 perfekt beherrscht. Wir haben mit Fredrik Erikson einen Drummer, der ebenfalls genau das spielt, was von ihm erwartet wird. Wir haben Songs mit klangvollen Titeln wie „Fuck The System“, „Thrash And Destroy“ und „Force Of Destruction“. Und wir haben mit Hendrik Levay Burman... nun ja, wir haben einen Bassisten, der das tut, was Bassisten eben so tun.

Aber wir haben auch Musiker mit richtig Feuer im Arsch und eine Debütscheibe, deren Produktion in der Tat, wie angekündigt, das Beste der 80er mit der Moderne verbindet. Hier wird noch richtig in diverse Hinterteile getreten, ohne in die glattpolierten Sounds zu verfallen, die in der Metalszene immer weiter um sich greifen. Ein großes Lob dafür, an solch einer Mischung sind andere Bands schon grandios gescheitert.

Ich wiederhole es nochmal: Vilefuck haben, abgesehen von ihrem ungewöhnlichen Namen, kaum etwas, das sie als eigenständig erscheinen lässt. Der Titeltrack ist wie der Rest des Albums vor allem eine Verbeugung vor den großen Drei des deutschen Thrash Metals. Wenn man sich darauf einlassen kann, bekommt man ein feines Stück Thrash Metal präsentiert, das erstaunlich frisch klingt. In diesem Genre haben wir immerhin das Glück, dass auch die Größen in den letzten Jahren starke Alben veröffentlicht haben, aber es ist schön, dass auch der Nachwuchs solche Granaten wie „Force Of Destruction“ abfeuern kann.

Entweder schnell und direkt oder im schmetternden Midtempo kommen die acht Songs („Interlude“ ist nicht mehr als das) daher. Eine Ausnahme stellt der letzte Track „Maze“ dar, der auch gleichzeitig der Längste ist. Hier baut die Band einige ruhige Passagen ein, wie es Metallica auf ihren alten Alben auch häufig getan haben. Natürlich erreicht „Maze“ nichtmal annähernd dieses hohe Niveau, dennoch sind diese Bay-Area-Einflüsse ein willkommener Farbtupfer in einem ansonsten sehr „teutonischen“ Massaker.

Was aber nicht heißen soll, dass das schlecht ist. Vilefuck bewegen sich innerhalb ihrer (selbst gewählten?) Grenzen immer so sehr, dass es auf „What Lies Ahead Is Already Dead“ keinen schlechten Song gibt. Häufig wird das Tempo gewechselt, damit die wirklich schnellen Parts nichts von ihrer Wirkung verlieren. Diese Mischung funktioniert am besten bei „The Machine“, dem plakativ betitelten „Fuck The System“ und dem bereits erwähnten „Force Of Destruction“. Auf der anderen Seite wird auch viel solides Handwerk geboten, aber keine Höhepunkte. Ein wirklicher „Hit“ verbirgt sich auf diesem Album nicht.

Fazit: Das Debüt von Vilefuck ist stärker ausgefallen, als ich bei der Prämisse „Junge Thrash Metal Band macht einen auf Old School“ gedacht habe. Das Quartett verfügt über nicht wegzudiskutierende Qualitäten im Songwrting, können diese aber (noch) nicht so sehr bündeln, dass ihre Lieder hängen bleiben. Trotzdem ist „What Lies Ahead Is Already Dead“ absolut über dem grauen Mittelmaß anzusiedeln und macht Hoffnung auf mehr.

Ach ja: Der Name ihres Labels ist für uns Deutsche unfreiwillig komisch, aber das nur am Rande.

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