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Vildhjarta: Måsstaden

Musikunterricht für Fortgeschrittene
Wertung: 9/10
Genre: Modern Progressive Metal
Spielzeit: 51:30
Release: 25.11.2011
Label: Century Media

Das Album der Band Vildhjarta zog schon im Vorfeld weite Kreise. Im Internet kursierten die wildesten Gerüchte und auch Vorabaufnahmen. Mit ihrer recht ungewöhnlichen, extrem techniklastigen Musik konnte die Band schon Fans um sich scharen, bevor auch nur ein einziger Song auf CD gepresst war.

Mit diesen Grundvoraussetzungen im Gepäck liegt natürlich schon ein gewisser Druck auf der Band und die bereits reichlich vorhandenen Fans erwarten eine großartige Veröffentlichung.

„Måsstaden“ ist die erwartete Platte und sie kann die gewünschten Erwartungen voll erfüllen. Die Songs sind so anspruchsvoll, wie sie nur eben sein können. Es gibt jede Menge Palm Mutes, wirre Breakes, Tempo- und Rhythmuswechsel und dazu noch jede Menge Psychoeinlagen in Form von nicht kategorisierbaren Synthieelementen. Aus all dem technischen Riffing und dem krassen Gesang entsteht eine giftige, surreale Musik, die sich nur schwerlich einordnen lässt. Der Überbegriff Djent reicht hier bei Weitem nicht aus. Und um die ganzen technischen Fachbegriffe jetzt einmal außen vor zu lassen: Das Album klingt kalt, metallisch und unnahbar, eine surreale Welt, die sehr lebensfeindlich gestaltet ist.

Hier greift auch gleich das Konzept der Scheibe. „Måsstaden“ handelt nämlich von einer fiktiven Stadt, die isoliert und im Verborgenen liegt und in der sich die Geschichten des Albums abspielen.

So viel zur Theorie, in der Realität sieht es folgendermaßen aus: New-Nu Metal Djent hin oder her, die Musik ist etwas für technisch versierte Hörer, die verstehen, was da gerade gezaubert wird. Viele andere werden sich dem neuen Trend anschließen und ihm folgen, weil er cool ist. Richtig Ahnung von dem, was auf dem Album gespielt wird, werden wirklich nur Musiker haben - Trend hin, Trend her. Als sehr positiv zu bewerten ist die konsequente und ernsthafte Herangehensweise der Band an ihre Musik. Zu keiner Sekunde wird irgendwie geschludert oder einmal ein Füllriff verbaut. Alle Töne, jede einzelne Note, oder auch jede einzelne nicht gespielte Note erweckt den Anschein, dass sie genau da hingehört, wo sie ist. Man kommt niemals auf die Idee das anzuzweifeln.

Insgesamt entsteht daraus ein surrealer Wahnsinn, den man schlecht wieder aus dem Gehirn bekommt (Der Ohrwurmcharakter ist logischerweise gleich Null). Die verqueren Melodien brennen sich so heftig ins Gehirn, dass man hinter jedem unstimmigen, disharmonischen Geräusch sofort Vildhjarta im Kopf hat. So weit ist es also schon.

Die Musik wird oft als Fortsetzung des Nu Metal propagiert. So einfach ist das allerdings nicht. Die Schweden arbeiten sehr eigenständig und wer sich die Zeit nimmt, tiefer in die Musik einzutauchen, wird das bestätigen können.

Für Szeneanhänger dürfte die Scheibe eine kleine Offenbarung sein, alle anderen wird das technische Werk eher kalt lassen - Musik von Musikern für Musiker eben.

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