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Vigilante: The New Resistance

Viele illustre Gäste machen die Scheibe interessant
Wertung: 7/10
Genre: Industrial Metal
Spielzeit: 71:15
Release: 25.05.2011
Label: Black Rain Records

Nach dem Reinfall des letzten Outputs in Form der DVD „Life Is A Battlefield“, an dem das Interessanteste das viel zu lange und veraltete PETA-Filmchen war, konnte man auf neue Töne aus dem Hause Vigilante umso gespannter sein. Die Chilenen haben mit „The New Resistance“ wieder einen Titel gefunden, der ihre politische Einstellung widerspiegelt, und neben dieser doch recht offensiven Betitelung eine ganze Menge prominenter Musiker ins Boot geholt.

Allein die Aufzählung eben dieser Gäste bedarf schon einiges an Selbstkontrolle, um nicht in begeistertes Sabbern auszubrechen, als da wären Mitglieder von Tyske Ludder, Die Krupps, Strapping Young Lad, Clawfinger und Dope Stars Inc. – um nur einige zu nennen. Mit DJ Johnny Juice von Public Enemy haben sich Vigilante außerdem einen Genrefremden dazu geholt, aber die Rapper sind ja seit ihrer Zusammenarbeit mit Anthrax und „Bring The Noise“ ohnehin für ihre Scheuklappenfreiheit bekannt. Mit vier Liedern als Extra Content kommt die uns vorliegende „Special German Edition“ nun daher, somit bringt es das neue Album auf schlappe 17 Tracks – genug, um sich die Füße wundzutanzen.  

Insgesamt haben Vigilante wieder das gleiche Problem wie immer, nämlich zuviel Verzerrung in den Vocals. Dass Sänger Ivan durchaus in der Lage ist, ansprechenden Gesang von sich zu geben, hat man auf der „Life Is A Battlefield“-DVD trotz suboptimalem Sound heraushören können, auf neuen Tracks wie „The Trap (The New Order 2.0)“ kommt von einer Stimme, geschweige denn einer dadurch transportierten Emotion leider gar nichts rüber. Ähnliche Schwierigkeiten hat auch „The New Order“, zu dem Hanin Elias, Ex-Sängerin der Berliner Digital Hardcore/Electropunks Atari Teenage Riot, ihren Teil beisteuert. Die Vocals der Halbsyrerin kommen gut rüber, der männliche Gegenpart hat allerdings wieder eindeutig mit dem Verzerrerproblem zu kämpfen; der sehr tanzbare und coole Beat tröstet aber zumindest zum Teil darüber hinweg.

Einen alten Hasen der Szene haben Vigilante mit Die Krupps-Sänger Jürgen Engler für den Titeltrack vors Mikro zerren können und dem Titel entsprechend stampft sich der Song erstmal durch die Hirnwindungen. Die etwas an Daft Punk erinnernde Vocoder-Stimme passt hier sehr gut in den Track, kombiniert mit den im Hintergrund gehaltenen, aber trotzdem sehr eindringlichen Schreien wird der Song schnell zu einem Dancefloor Filler. Extrem tanzbar zeigt sich auch „Our Jihad“, passenderweise unter den wachsamen Augen von Feindflug-Gitarrist Zero Kelvin. Auch hier ist die Verzerrung auf Dauer recht nervig, der tanzwütige Refrain gleicht das aber ganz gut aus.

Einen weiteren Anspieltipp verdient ganz klar „Army Of Time“ mit Dope Stars Inc.-Fronter Victor LoveClawfinger-Gitarrist Bård Torstensen und dem guten DJ Johnny, der für dezente, aber gut positionierte Scratches veranwortlich ist. Der Song insgesamt zeigt sich noch um einiges deprimierender als seine vorherige Version und man wird fast ein bisschen depressiv.

Was folgt, sind zwei „The New Order“ -, ein „The New World“ - und ein „Prison Break“-Remix – ich für meinen Teil skippe ja Remixe meistens ohnehin, aber zumindest der Feindflug-Remix von „The New Order“ kann sich mehr als hören lassen; hier wird in klassischer EBM-Haudraufmanier losgelegt, unterbrochen von etwas strangen, aber durchaus interessanten, fast Alternative-mäßigen Einsprengseln. Tanzen kann man dazu bis hin Hirnschlag, soviel ist sicher, ebenso wie diese Feststellung: Vigilante haben mit „The New Resistance“ ein besseres Album angeliefert, als man es nach der letzten DVD erwartet hätte. Einige feine Tracks sind dabei, auch wenn das Gesamtpaket nicht völlig überzeugen kann.

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