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Victorius: Heart Of The Phoenix

Überraschungslos zur Powerfaust
Wertung: 6,5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 45:25
Release: 13.01.2017
Label: Massacre Records

Schon erstaunlich, wie sich das deutsche Power-Metal-Quintett Victorius aus Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren entwickelt hat und nun so langsam auch die Erfahrungsernte einfährt, wobei sie dabei auch nicht auf prominente Genreunterstützung verzichten brauchen, hatten sich doch Lars Rettkowitz (auch Freedom Call) als Produzent und R.D. Liapakis (Mystic Prophecy) beim Mastern eingemischt. So wird also auch auf dem vierten Album mit voller Frische in die fröhliche Klischeekiste gegriffen, so richtig nach Herzenslust, dabei ein Smasher nach dem anderen melodischen Ohrwurm für teutonische Power-Metal-Freunde herausgehauen, wobei man ihnen durchaus zugutehalten kann, dass sie trotz aller süßen Klischeereiterei immer am oberen Härtepuls agieren und gerne mit wuchtiger Doublebass den Laden aufmischen.

Ohne Frage kann man dem Fünfer nicht einmal vorwerfen, dass sie nicht wissen, was sie da machen und wie sie ihre Zielgruppe bedienen, doch nach einer Dreiviertelstunde kehrt auch etwas Ernüchterung ein, denn Überraschungen bleiben leider komplett aus oder aber man muss sie schon mit der Lupe tatsächlich suchen. Da mag vielleicht „A Million Lightyears“ ein wenig aus dem Rahmen springen, fällt die Nummer schon allein durch die eher ruhigere, fast schon balladeske Stimmung auf, allerdings ist der Power-Metal-Drops bis hierher schon komplett gelutscht. Da kann möglicherweise „Sons Of Orion“ noch mithalten, allerdings wird der Song auch mal gut mit schwülstigen Keyboards zugekleistert, zur Strophe hin verfällt man in den balladesken Modus, nimmt überraschungslos mehr Schwung auf und wummert wie auf dem Album gewohnt zum Refrain hin mit treibender Doublebass der Powerfaust entgegen.

Ansonsten gilt eben: Business as usual. Im Grunde bleiben sie bei ihrem Power-Metal-Stiefel: Viel Melodie, viel Doublebass, viele Chöre, die im Studio ein wenig aufgeblasen sind und live nicht annähernd so prall aus den Boxen schallen und wie auch in „End Of The Rainbow“ reichlich galoppierende Klampfen. Kein Intro bei „Shadow Warriors“, gleich in die Vollen, damit kann man hier schon locker punkten, dazu alles drin, was teutonischer Power Metal so mit sich bringt: Mitsingbarer Refrain, melodische Soli und volle Doublebass-Power zum klischeebeladenen Glück, klarer, obendrauf sehr guter Gesang, der eine gewisse feminine Note nicht abstreiten kann, der auch mal durch pralle Chöre ausreichend Unterstützung findet, wobei manchmal Frontmann David wie im Titeltrack „Heart Of The Phoenix“ auch an frühe Bonfire-Tage erinnert.

Die Schablone ist dabei allerdings immer gleich: Volles Rohr in „Hero“ und trotzdem im entscheidenden Moment hochmelodisch, mit einer leichten Hammerfall-Note versehen, mitsingbarer Refrain (es wiederholt sich, wie man liest) mit hohem Ohrwurmcharakter und heroisiertem Keyboard-Einsatz, „Empire Of The Dragonking“ kommt ebenfalls mit deutlicher Hammerfall-Schlagseite daher, das titelmäßig moneywareske „Die By My Sword“ wirkt zwar in der Summe etwas verhaltener und findet seine Heimat im Midtempo, doch auch hier bleibt das große „wow und aha“-Erlebnis aus.

Für Hammer King-, Hammerfall- und die so gehypten [Gloryhammer-Fans sicherlich ein gefundenes Fressen, keine Frage, und mit Sicherheit haben Victorius mit dem vierten Longplayer „Heart Of The Phoenix“ auch einen großen Schritt nach vorn gemacht, doch überraschungslos bleibt eben auch überraschungslos. Dafür gewinnt man ein paar Sympathiepunkte, mehr ist dann aber auch nicht zu holen. Heute auch keine Anspieltipps, da austauschbar.

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