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Vic Anselmo: Trapped In A Dream

Gutes Debüt einer sehr guten Sängerin
Wertung: 8/10
Genre: Alternative, Gothic
Spielzeit: 34:0
Release: 10.10.2008
Label: Omniamedia

Vic Anselmo, nach dem Sänger Phil Anselmo ihrer Lieblingsband Pantera benannt, ist eine lettische Sängerin und Songschreiberin, die nun mit „Trapped In A Dream“ ihr Debütalbum veröffentlicht.

Victorias Musik lässt sich im Groben als Mischung aus Gothic und Alternative beschreiben. Ganz im Vordergrund steht auch soundtechnisch ihr Gesang. Ihre Stimme ist sehr gut, facettenreich, ausdrucksstark und sie beherrscht sie in allen auf dem Longplayer gesungenen Lagen, egal ob hoch („Who?") oder tief („Before I Could Breath“). Sie beschreibt ihre Musik selbst als „eine Vielzahl an Klangvariationen und eine Fülle von Kontrasten“.

Der Opener „Who?“ beginnt sehr ruhig mit Akustikgitarre und dazu noch ein paar elektronische Klängen, wie sie auf dem gesamten Werk zu finden sind und stets einen gewissen Gegenpart einnehmen. Zudem kommen hier, wie auch bei „Bus Stop“, ein paar Folk-Anleihen zum Tragen.

Das Gegenstück dazu bilden die etwas flotteren, rockigeren Stücke „Put Your Spell On Me“ und „The Flight“. Bei Ersterem treiben vor allem Drums und Gitarre die Power voran, im Refrain kommen dann noch ein paar bearbeitete Backingvocals dazu. Jedoch hat auch dieser Titel seine ruhigen Parts, einmal in Kombination mit Streichern, zum anderen mit Akustikgitarre und bildet so ein interessantes Wechselspiel.

Bei „The Flight“ leitet das Piano durch die langsameren Passagen. Das Klavier spielt immer wieder eine tragende Rolle, was sich auch allein durch Vics Lieblingskünstler erschließen lässt, liest man dort doch den Namen Tori Amos. Das balladeske „I Cried“ kann als Höhepunkt des Albums angesehen werden und hier wird Victorias Gesang nur durch das Klavier begleitet. Der Song ist eine Hommage an Dimebag Darrell von Pantera und baut eine starke emotionale, traurige Atmosphäre auf.

Zuweilen ertönen schon fast orchestrale, bombastische Klänge wie bei „Beverly“ oder „Deadman Walks“, welches mit einer Art Marsch beginnt. Diese führen dann zu einem volleren Klang, wir er sonst nur noch bei „World From Here“ zu finden ist.

Fazit: „Trapped In A Dream“ ist ein starkes Debütalbum von Vic Anselmo. Jedoch steht es sich zuweilen selbst im Weg. Die Tracks bauen sich zwar alle aus, jedoch in dem Moment, wo man als Hörer einen Ausbruch erwartet, kommt dieser nicht und der Song fällt zurück. Die Instrumente sind in den Hintergrund gerückt, um Vics Stimme mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. Dies ist zwar nicht schlecht, da ihr Gesang wirklich sehr gut ist, jedoch bleiben einem dadurch auch die vielen verschiedenen Instrumente verborgen, da man einige nicht richtig wahrnimmt, was eigentlich sehr schade ist.

Zudem bekommen die anderen Musiker kaum Gelegenheit, ihr Können zu zeigen und den Stücken so noch eine besondere Note und Individualität zu geben, die dann auch den Wiedererkennungswert stark steigern würde, da dieser zur Zeit noch nicht so gegeben ist. Aber man muss im Auge behalten, dass dies das Debüt ist und dafür ist es ein sehr starkes.

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