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Viatrophy: Viatrophy

Ein Muss. Absolut.
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal / Deathcore
Spielzeit: 42:21
Release: 15.06.2009
Label: Siege Of Amida Records

Hattet ihr schon mal bei einem Album das Gefühl, dass, nachdem ihr auf „Play“ gedrückt hattet, ein Erdbeben euer Zimmer erschüttert? Dass Risse im Boden, anrollende Tsunamis und vom Himmel herabfallende Gesteinsbrocken nicht allzu fern sind? Nein? Dann besorgt euch das selbstbetitelte Debüt-Album der englischen Death Metaller Viatrophy.

Langsam, aber stimmungsvoll beginnt das Album mit dem Intro „Lux E Tenebris“, man hat das Gefühl, dass sich etwas Großes, unheimliches unaufhaltsam nähert, man muss unwillkürlich an einen Trailer zu einem Katastrophenfilm denken und direkt ist man in einer anderen Welt gefangen. Mit heftigen, schleppenden Deathcore-Riffs und einer unaufhaltsam walzenden Bassdrum baut sich der Song „Sea Of Storms“ auf, tiefe Growls gehen durch Mark und Bein und die Gitarren wechseln in melodischere, weniger verzerrte Klänge, die den Song dann langsam ausklingen lassen. Man spürt allerdings irgendwo, dass dies noch nicht alles war. Mit dem nächsten Track „Eternal Darkness“ baut sich die drohende Atmosphäre noch weiter auf und die Band versteht es geschickt mit langsamen Riffs auf einen Höhepunkt hinzuarbeiten, der den Hörern jetzt jedoch noch nicht gegönnt wird.

Zunächst folgt mit dem instrumentalen Zwischenspiel „Aurora“ ein majestätisches Stück, das nach all diesen bedrohlichen und nervenzerreißenden Songs etwas Hoffnung spendet – bis mit dem Track „Scenes Of Extended Peril“ und seinem kraftvollen Breakdown-betonten Riffing der letzte Marsch in Richtung Katastrophe beginnt. Noch einmal zieht man mit „Sufferance“ das Tempo stark an, man macht sich kampfesbereit und... – Stille. Doch schon alles verloren?

Doch da, wie der nicht aufzuhaltende Einzelkämpfe aus einem blutigen Ozean heraus, erheben sich epische Keyboardklänge und leiten eine majestätische Phase des Aufstrebens ein, die durch das Drumming und die Gitarren wiederbelebt wird – besser hätte man es nicht umsetzen können. Doch auch dieser Song findet ein Ende und man findet sich wieder in der tobenden Schlacht: Der Track „Futile Prayer“ wird mit brutalen Blasts eröffnet, die Gitarren krachen immer und immer wieder aufs Neue aus den Boxen wie Geschosse auf das Schlachtfeld, bis die Schlacht denn endlich ruht. Doch das war noch nicht alles, ein fürchterlicher Gegner betritt von Blasts begleitet das Schlachtfeld, das Tempo wird passend zur Epik deutlich zurückgefahren, und die beiden Kämpfer an den Sechssaitern spielen mutig die wohl perfekten Töne zu einem epischen Finale der Schlacht auf Leben und Tod.

Mit dem Song „The Final Light“ geht es nun weiter, langsam, regungslos, ja beinahe mild beginnt das Stück und symbolisiert somit den mühevollen Wiederaufbau nach der geschlagenen Schlacht und es folgt ein idyllischer Part – tatsächlich, das Unheil scheint abgewendet zu sein. Doch gerade als man sich in Sicherheit wiegt, brechen wieder die tödlichen Truppen los und überrollen das friedlich schlummernde Lager, das sich nur mit Mühe verteidigen kann, aber dann – begleitet von harmonischen Riffs – doch noch die Überhand gewinnt.

Das letzte Kapitel in dieser tragischen Epik schreibt der Song „Treachery“ - man beschließt nun, sich auf den Weg zu machen um der Gefahr ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Voller Mut und Tatendrang zieht man von heftigen Riffs und wuchtigem, schnellem Drumming getrieben los, stellt sich in Position, sieht dem Tod ins Antlitz und kämpft gemeinsam unaufhaltsam weiter, bis die Schlacht geschlagen, der Feind besiegt und die Gefahr ein für alle mal gebannt ist. Zeit zu feiern, leichte, harmonische und natürlich enorm epische Riffs ertönen, der starke, mehrstimmige, gerufene Gesang verdeutlicht den Stolz des Sieges die tapferen Krieger kehren nach Hause, fallen sich mit den wenigen Hinterbliebenen in die Arme und trauern um die Gefallenen.

Selten gab es ein derart episches Album – eine fesselnde Symbiose aus Death Metal und Deathcore - und von beidem nur das Beste. Für ein jeden, der auch Musik ohne klaren Gesang hört, führt gar kein Weg an diesem Album vorbei. Ein Muss!

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