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V/Haze Miasma: agenda:endure

Ein episch-starkes Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Blackened Post Metal
Spielzeit: 44:38
Release: 10.01.2020
Label: Eigenproduktion

Schon länger rumorte es in den sozialen Netzwerken, hatte doch Gloomball-Gitarrist Jossi verkündet, an einem neuen musikalischen Projekt zu arbeiten. Soundschnipsel machten die Runde, untermalt von düsteren, geradezu apokalyptischen Bildern, das Projekt bekam den Namen V/Haze Miasma und bereits am 10. Januar des neuen jungen Jahres konnte das Debüt „agenda:endure“ zumindest digital auf die Fans losgelassen werden. Hier ein erster Einschnitt: Dieser Sound braucht Vinyl!

Aber von vorne: Bereits im Voraus wurde die erste Single „Hubris“ präsentiert, ein sieben Minuten langes Black-Post-Metal-Epos, in dem erst mal auch die beiden Sänger zu hören waren, und was soll man sagen: Warmer, einschmeichelnder Gesang wechselt sich ab mit fiesen Black-Metal-Screams, die einen wie aus dem Hinterhalt anspringen, dazu ein spannungsgeladenes Intro, das nicht wie viele andere Intros nur unnötig Sekunden abbucht, sondern tatsächlich Sinn macht und den Hörer auf das vorzubereiten versucht, was da noch über ihn hereinbrechen mag – schon bei diesem ersten Song kann man sein Herz an den Sound des Quartetts verlieren.

Nicht nur die Produktion ist – nicht zuletzt dank der Arbeit des großartigen Grotesque Studios – unglaublich transparent und druckvoll ausgefallen, auch der Drive, den die noch „junge“ Truppe an den Tag legt, lässt keine Wünsche offen. Trotz teils recht langer Songs kommt keine Langeweile auf, da V/Haze Miasma es verstehen, die Lücken mit mal hoffnungsvollen, mal schwermütigen, mal richtiggehend abgründigen Instrumentalpassagen zu füllen. Selbst das Instrumentalintro „Nascency“ fügt sich da gut ins Bild ein und bereitet den Weg für das deutlich massigere „The One That Never Returns“, bei dem vor allem die Blastbeat-lastigeren Black-Metal-Parts überzeugen können, die an Fiesheit kaum zu überbieten sind und einen harten Kontrast bieten zu den warmen Clean Vocals.

Selbst ein Track wie „Vicious Grimace“, der etwas länger braucht, um seine volle Dynamik zu entwickeln, wird durch geschickte Tempowechsel zum Nackenbrecher. Das knallharte Tempo hätten V/Haze Miasma durchaus gerne etwas länger durchziehen können, insgesamt leben die Tracks aber nun mal von den starken musikalischen Kontrasten. Als richtige Überraschung entpuppt sich dann „Fulfillment“, das mit massiven Gitarrenwänden und einem Klargesang punkten kann, der so ähnlich in Teilen durchaus auch von neueren Alice In Chains hätte stammen können – bis letzten Endes natürlich erneut die düster-dramatischen Instrumentalpassagen die Oberhand gewinnen.

Auch wenn man gerade bei den klaren Gesangpassagen meint, ab und an Goth-Anleihen heraushören zu können, ist „agenda:endure“ doch eine durchweg harte Platte geworden, die die eigene (Black-)Metalsammlung um ein unglaublich starkes Debüt bereichert. Bislang ist das gute Stück nur digital erhältlich, aber wie gesagt: Diese sieben Songs nicht auf Vinyl zu bannen, wäre eigentlich eine Schande – zu episch fallen die Instrumentalpassagen aus, zu stark sind die Vocals beider Sänger. Diese Platte wird im heimischen Soundsystem sicherlich noch einige Runden drehen und hoffentlich auch bald live zu bestaunen sein.

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