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Vesania: Distractive Killusions

Sehr stark
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 43:4
Release: 30.11.2007
Label: Napalm Records

Wenn Orion, seines Zeichens Bassist bei Polens Aushängeschild in Sachen Death Metal – Behemoth - den Bass in die Ecke stellt und ihn gegen einen Sechssaiter und ein Mikro eintauscht, dann kriegen die Ohren des Hörers etwas ganz Feines geboten. Wenn sich Orion dann noch mit Daray, dem Drummer von Vader zusammentut, dann ist Qualität aus polnischen Landen schon quasi garantiert. Das Line-Up wird vervollständigt durch Siegmar (Keyboards), Valeo (Gitarre) und last but not least Heinrich (Bass).

„Distractive Killusions“ ist hierbei das dritte Full Length der Modern Symphonic Black Metaller. Und ganz wie man es als Fan von Vader oder Behemoth gewohnt ist, wird hier moderner, keyboardlastiger Black Metal auf allerhöchstem technischen Niveau geboten. Und dabei haben sich die Jungs songwriterisch wirklich sehr viel einfallen lassen, um ihrer Musik einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Das ist dann auch der Grund, warum ich diese Scheibe so sehr mag, dass ich nach einigen Tagen Vesania-Abstinenz dringend dieses Album wieder in dem Schacht meines CD-Players verschwinden lassen muss, denn ansonsten überkommt mich das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt.

Positiv anzumerken ist den Jungs auch, dass hier zwar ein Keyboard eingesetzt wird, was bei mir eigentlich immer die „Achtung!“-Kelle in die Höhe schnellen lässt. Doch im Hause Vesania kann ich diese Kelle aber mal ganz schnelle wieder einmotten, denn hier werden die Tasten eingesetzt, um einen – nebenbei gesagt erstklassigen – Soundteppich zu kreieren, der den Songs ihren ganz ureigenen Charme einhaucht.

„Narrenschyff“ bietet neben gutem Songarrangement zu Beginn der CD eine fiese Lachsalve, Doublebassattacken und daneben eine sehr gute Melodieführung, welche etwas Erhabenes aufblitzen lässt. Das Midtempo-Stück „The Dawnfall (Hamartia And Hybris) “ eignet sich danach bestens zum Kreisen der Haarpracht – ein mächtiges Stück mit sehr gutem Einsatz des Tasteninstruments, welches auch einen modernen Aspekt mit einfließen lässt. “Infinity Horizon” zeigt eingangs, welch ein begnadeter Drummer Daray doch ist .. klasse! Toll zu hören, welch erhabene Stimmung das Keyboard hier erzeugt. Und geiles Drumming vor dem Herrn, danke, Daray!

In „Rage Of Reason“ kann man sehr schön heraushören, wie gut die technischen, harten Parts sehr gut zu den melodisch verspielten Arrangements zusammenpassen. Eine perfekte Symbiose, möchte man sagen. Endet mit Sturmböen, womit dann „Of Bitterness And Clarity“ beginnt. Vom Drumming her durchaus bei Behemoth oder Vader zuhause, aber durch den dezenten, aber umso wirkungsvolleren Melodieteppich unverwechselbar auf der anderen Straßenseite bei den Nachbarn von Vesania zu finden.

Gar technophobe Töne gibt es eingangs „Silence Makes Noise (Eternity The Mood)“, aber keine Sorge, musikalisch gibt´s auch hier wieder bewährte Vesania-Kost. Fies sind hier lediglich die fiesen Fiepser ausgangs des Stückes. Der auch durch die Keys richtig bedrohlich wirkende Midtempo „Hell Is For Children“, in dem Orions Stimme besonders fies und düster rüberkommt, hätten erstens auch die Norweger um Shagrath niemals besser hinbekommen und zweitens dürfte sich dieses Stück auch live zu einem richtigen Hit entwickeln. Erstklassig!

„Aesthesis“ kloppt und prügelt sich seinen Weg durch Deine Gehörknöchelchen und hinterlässt nichts als in Verzückung schwingende Sinneshärchen. Das leider schon letzte Stück „Distractive Cryscendo“ schließt nahtlos an, bekleidet es doch den Part des Outros, in welchem zunächst Gelächter zu vernehmen ist und dann erhebt sich ein Chor von tickenden Uhren, welche immer schneller ticken, bis sie alle wie von Geisterhand stillstehen. Gruselig irgendwie ...

Umso weniger gruselig ist die Produktion. Meilenweit untertrieben, denn diese ist sehr gut, unterstreicht sie doch diese dichte Atmosphäre in den Songs bestens. Ja, man kann sagen, dass die Produktion besser nicht hätte ausfallen können. Und dies geht an alle Unkenrufer: Darf neben Dimmu nie wieder eine andere Bands Symphonic Black Metal spielen, weil sie dann irgendjemanden an die Norweger erinnern? Mein Gott, seid doch nicht so verbohrt! Das Album ist verdammt stark und man kann unschwer die bandeigenen Attribute heraushören, die für sich sprechen. Die Polen sollten sich von solchen Äußerungen nicht davon abbringen lassen, weiterhin solch erstklassige Songs zu schreiben, wie sie es hier zelebrieren.

Fazit: Sehr starke Scheibe der Polen, welche ich jedem nur empfehlen kann. Ich gehe sogar noch weiter und gebe hiermit eine Kaufanweisung, verstanden?

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